Spendenaufruf – Normenkontrolle die Zweite

Die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach bereitet sich auf eine weitere Normenkontrollklage vor. Dazu möchten wir den finanziellen Rahmen sicherstellen und sammeln wieder zweckgebunden Spenden.

Obwohl das vorangegangene Verfahren vor dem Obersten Verwaltungsgerichtshof gewonnen wurde, sind seinerzeit Kosten in Höhe von ca. 20.000,- EUR entstanden. Dieses Verfahren konnten wir nur mit Hilfe einiger großzügigen aber vor allem mit Hilfe vieler kleinen Spenden von Bickenbacher Bürgerinnen und Bürger sowie von Unterstützerinnen und Unterstützern von außerhalb erfolgreich stemmen.

Es ist nicht erkennbar, dass die Gemeinde mit den Bürgerinnen und Bürgern Bickenbachs in einen Dialog zur Gestaltung der Ortsmitte eintreten wird. Im Gegenteil, wie die aktuelle Berichterstattung in der Presse erkennen lässt. Aus diesem Grund stellen wir uns darauf ein, dass die Normenkontrolle als Rechtsinstrument wieder das letzte verbleibende Mittel sein wird, um sich gegen den Bebauungsplan in seiner jetzigen Form und sich gegen die dahinter verbergende Investorenplanung der „Schlossallee Bickenbach“ zu wehren.

Alle eingehenden Spenden werden anonym gehalten und sind zweckgebunden für die rechtliche Beratung und das Normenkontrollverfahren an sich. Sollte das Spendenaufkommen die Kosten übersteigen, werden überschüssige Beträge gequotelt zurückerstattet. Sollte sich ein Normenkontrollverfahren erübrigen, da die Gemeinde beispielsweise doch noch in einen Dialog eintritt oder sich die Bauleitplanung zum Guten wenden sollte, werden wir die Beträge selbstverständlich ebenfalls zurückerstatten.

Unsere Bankverbindung lautet wie zuvor:

Stadt- und Kreissparkasse Darmstadt

IBAN: DE 96 5085 0150 0025 0083 16

Verwendungszweck: Normenkontrolle

Alternativ können Sie auch bequem per PayPal spenden.

Unterstützen Sie uns! Jeder Betrag ist willkommen. Sie unterstützen damit die Verhinderung einer unsäglich schlechten Baulösung für die Ortsmitte von Bickenbach. Nutzen Sie diese Möglichkeit, um ein Zeichen zu setzen gegen die ignorante Umgangsweise mit den Bürgerinnen und Bürgern Bickenbachs. Setzen sich für den Erhalt des Ortscharakters ein und leisten Sie somit auch einen Beitrag für den Erhalt unserer Umwelt.

Die Bürgerinitiative bedankt sich bereits jetzt bei allen Spenderinnen und Spendern und verspricht, sich auch weiterhin mit viel Engagement, Herz, Seele und Sachverstand für eine maßvolle und angepasste Bebauung der Ortsmitte Bickenbach einzusetzen.

Für ein lebens- und liebenswertes Bickenbach!

Des Kaisers neue Kleider

Elisabeth Jung kandidiert nicht nur für KOMM,A bei der Kommunalwahl 2021, sie ist auch bei der BI Ortsmitte Bickenbach sehr engagiert. Für lebenswertes und liebenswertes Bickenbach.

Gerne veröffentlichen auch wir diesen wunderbaren Leserbrief.


Quelle: Wikipedia

Des Kaisers neue Kleider

Und so ging der Kaiser in der Prozession unter dem herrlichen Thronhimmel, und alle Menschen auf den Straßen und in den Fenstern sagten:

„Gott, des Kaisers neue Kleider sind ja beispiellos schön! Welch eine herrliche Schleppe an dem Kleid! Und wie wohlgeraten alles sitzt!“

Niemand wollte sich anmerken lassen, dass er nichts sähe, denn dann hätte er nicht für sein Amt getaugt oder wäre sehr dumm gewesen. Noch nie hatte ein neues Kleid des Kaisers solches Glück gemacht wie dieses.

„Aber er hat ja gar nichts an!“, sagte ein kleines Kind. ……

„Er hat ja gar nichts an!“, rief zuletzt das ganze Volk. Das kränkte den Kaiser, denn ihm schien es, als ob sie recht haben könnten.

Aber er dachte bei sich: „Die Prozession muss ich schon noch aushalten.“

Und so trug er sich noch stolzer, und die Kammerherren gingen und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.

Dieses alte Märchen von „Des Kaisers neue Kleider“ von H. C. Andersen hört sich heute so an:

…Die Verwaltungsspitze der Gemeinde Bickenbach ist da mit viel Weitsicht am Werke…

….Aber es macht immer noch Spaß, etwas so Bedeutendes für  Bickenbach tun zu können…

…Jetzt bauen wir ein für alle Beteiligten attraktives Wohnprojekt…, das wir an einen institutionellen Anleger veräußern werden…

…ist sehr wichtig, dass kein Wohnsilo entsteht, sondern ein überaus attraktives Wohnangebot…

…Jedenfalls haben uns die Szenarien über steigende Wohnimmobilienpreise nicht gestört…

Klarer als Herr Petersmann in dem Interview seine Interessen und die der Verwaltungsspitze der Gemeinde Bickenbach zugedachte Rolle ausdrückt, geht es nicht mehr! Keiner kann mehr – trotz größtmöglicher Intransparenz durch die Gemeindeverwaltung – sagen: „Das habe ich/haben wir nicht gewusst.“

Was wir wissen ist: ein Wohnriegel von 90 m Länge und viergeschossig wird sich dicht an der Darmstädter Straße in Bickenbach entlangziehen, dahinter bis zu sechs Mehrfamilienhäuser, die für Fahrzeuge teilweise nicht zugänglich sind. Die Attraktivität von Tiefgaragen zum Beispiel für Senioren mit und ohne Pflegebedürftigkeit ist unschlagbar! Und die visuelle Bereicherung für die Ortsmitte kann man an dem neuen Rewe – Markt in Alsbach ablesen: dunkelgraue (modern!)  Fassade eines Wohn -und Geschäftsklotzes…

Wer jetzt nicht aufwacht und meint: „Die Ortsmitte muss endlich mal bebaut werden – egal wie“, darf sich hinterher nicht beschweren über Massivität des Gebäuderiegels, Einschränkung des allgemeinen Verkehrs, Kapazitätsengpass der Kläranlage und vieles vieles mehr. Zulasten der  Bickenbacher Bevölkerung und des Ortsbildes.

Die BI Ortsmitte Bickenbach freut sich aufgrund dieses ehrlichen Interviews auf einen regen Zuspruch von vielen Bickenbacher *innen.


Weiterhin wenig Transparenz

Im Nachgang zum Artikel im ECHO vom 6. Januar 2021: „Weiter Streit um die Ortsmitte“

Aus dem Artikel im Darmstädter Echo „WEITER STREIT UM DIE ORTSMITTE“ erfahren wir, dass der Bürgermeister „weitere Gutachten zu dem Investorenprojekt in Auftrag gegeben“ hat. Interessant ist die Aussage schon alleine deshalb, da der Bürgermeister sich auf das Investorenprojekt bezieht und nicht auf den Bebauungsplan, der sich im Verfahren befindet.

Es zeigt mal wieder sehr schön, dass es dem Bürgermeister um nichts anderes geht, als um die Verwirklichung eines Bauvorhabens eines privaten Investors. So gelingt keine vernünftige und zukunftsfähige Weiterentwicklung unseres Ortszentrums. Es ist naiv zu glauben, dass eine Projektentwicklung eines Investors genau die Zielsetzungen und Vorstellungen einer Gemeinde trifft. Das wird zwar schon lange vom Bürgermeister, SPD, CDU und FDP -fast gebetsmühlenartig- behauptet, wird dadurch aber nicht wahrer.

Es ist bis heute nicht erkennbar, welche Wirkung sich Bürgermeister und befürwortende Parteien für Bickenbach durch die Investorenplanung versprechen. Es ist so, dass den Vorstellungen des Investors nahezu blind von Bürgermeister und SPD, CDU und FDP gefolgt wird. Die nicht unerheblichen Änderungen an der Planung kommen von Seiten des Investors und wurden zur Jahresmitte 2020 1:1 von der Gemeinde in den Bebauungsplan übernommen. Die dabei im Bebauungsplan vorgesehenen weit höheren Ausnutzungsziffern als für die Investorenplanung notwendig, hat der Bürgermeister bis heute nicht erklärt.

Diese noch höhere Ausnutzung war und ist völliger Wahnsinn. Was daran von Vorteil sein soll, hat der Bürgermeister bis heute nicht dargelegt. Wir wissen nicht, was den Bürgermeister zu einer solchen Festlegung getrieben hat. Dass auf dem Baufeld noch mehr gebaut werden dürfte, als das bereits extrem massive Bebauungskonzept des Investors eh schon erlaubt, treibt einem die Zornesröte ins Gesicht. Das auch deshalb, weil die Mehrheit aus SPD, CDU und FDP das ohne jede Hinterfragung oder Debatte klaglos und scheinbar unreflektiert hingenommen und in der Gemeindevertretung durchgewunken haben. Der Bürgermeister machte keinerlei Anstalten, die Erhöhung zu der schon wahnsinnigen baulichen Dichte der Investorenplanung zu erklären.

Der vom Bürgermeister eingeschlagene Weg zur Entwicklung des Ortszentrums ist falsch. So kann das Problem der verwaisten Fläche in der Ortsmitte nicht zukunftsfähig gelöst werden. Der Bürgermeister hat nicht dafür gesorgt, dass Ziele für das Ortszentrum ermittelt werden und festgestellt wird, was erreicht oder auch verhindert werden soll, weil nachteilig für die Gemeinde und seine Bürger. Nur mit einem solchen Zielkatalog lässt sich nämlich abprüfen, ob die vorliegende Investorenplanung das leisten kann. Bürgermeister, SPD, CDU und FDP machen es sich zu einfach, wenn sie erklären, die vorliegende Planung des Investors treffe genau die Vorstellungen der Gemeinde. Es ist auch nicht glaubhaft.

Zunächst wurde die 1. Planung in den Himmel gehoben. Diese Planung hat der Investor zwischenzeitlich erheblich verändert. Plötzlich ist die 2. Planung des Investors das non plus Ultra. Wenn es nicht so dramatische Konsequenzen für Bickenbach nach sich ziehen würde, könnte man darüber hinweg gehen, wie sich Bürgermeister, SPD, CDU und FDP durchwinden. Es ist naiv. Die Gemeinde bekommt die Rechnung präsentiert, wenn einmal der Beton geflossen ist. Was da im wahrsten Sinne des Wortes zementiert werden soll, hätte gravierenden Folgen für Bickenbach.

Das sind: Mehr Verkehr, Lärm, Schadstoffbelastungen, Verkehrsstaus, Infrastrukturkosten aus der Bebauung zur Sicherstellung von Kinderbetreuung und für Grundschüler, weiter um sich greifende Anonymisierung der Bevölkerung, Verhinderung von identitätsstiftender Wirkung, hohe Fluktuation der Bewohnerschaft, Verschlechterung Kleinklima und der CO²-Belastung, Straßenschlucht, hohe bauliche Dichte, überdimensionierte Bebauung, fehlende Einfügung in die Umgebung, Wohnblocks aus belangloser und nichtortstypischer Architektur, fehlende Freiräume mit Aufenthaltsqualität, Leerstände.

Da wird gebetsmühlenartig davon gesprochen, dass es bei dem neuen Bebauungsplan nur darum gehe, formelle Fehler aus dem für unwirksam erklärten Bebauungsplan zu beseitigen. Neben inhaltlichen Änderungen durch die Planungsänderungen des Investors und der erwähnten Erhöhung der baulichen Ausnutzungsziffern, was alles nichts mit der Behebung von formellen Fehlern zu tun hat, sondern grundlegend inhaltliche Änderungen darstellt, hat der Bürgermeister weitere Gutachten zum Klima, Lufthygiene, Verkehr, Schall und Abwasser in Auftrag gegeben. Das hat auch nichts mit formellen Fehlern zu tun. Sei´s drum. Schön wäre einfach, wenn der Bürgermeister die Öffentlichkeit und seine Bürger im Detail informieren würde, worauf die Beauftragungen von weiteren Gutachten beruhen.   

In dem Artikel wird eine Aussage zur Einschaltung der Kommunalaufsicht durch die Fraktion KOMM,A erwähnt. Herr Hennemann spricht von einer „Anzeige der Fraktion von KOMM,A“. Es geht um die von Herrn Hennemann vorgenommene Verweigerung, Gemeindevertreter*innen von KOMM,A Einsicht zu gewähren in die Einwendungen und Stellungnahmen von zu beteiligenden Behörden und Institutionen. Er behauptet die Verweigerung der Einsichtnahme sei rechtens. Das ist auch wieder so ein Beispiel dafür, dass es gerade so gemacht wird, wie es einem in den Kram passt. Entweder waren nämlich die Einsichtnahmen bisher unzulässig oder die jetzt erfolgte Verweigerung ist es.

Spätestens in einem neuen Normenkontrollverfahren wird diese hemdsärmliche Vorgehensweise des Bürgermeisters aufgebrochen, wenn Akteneinsicht gewährt werden muss. Der Fall zeigt die mittlerweile regelmäßig vom Bürgermeister angewandte, auf Minimalmaß beschränkte Informationspolitik zur Ortsmitte, dem vielleicht wichtigsten Entwicklungs- und Zukunftsprojekt für Bickenbach. Herr Hennemann ist angetreten mit dem Slogan GEMEINSAM ANPACKEN. Davon ist nichts zu spüren, wenn mit wenigen ausgewählten Personen die Festlegungen zur Ortsmitte getroffen werden und ohne eine Bürgerversammlung und Debatte zu dem geänderten Investorenprojekt und dem Bebauungsplan versucht wird, den Bebauungsplan durchzusetzen. Der Slogan ist gut! Der Bürgermeister hält sich nur nicht daran und beteiligt die Bürger*innen nicht.  Der Bürgermeister ist nicht überzeugend. 


Der entsprechende Artikel im ECHO ist Bezahlinhalt, weshalb wir diesen hier nicht beifügen können. Der Link zum Artikel dennoch hier:

Streit über Zukunft der Ortsmitte von Bickenbach (echo-online.de)

Wer erzeugt Misstrauen?

In der Sitzung der Gemeindevertretung am 10.12.2020 gab es einen scharfen Angriff des Fraktionsvorsitzenden der SPD gegen die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach. Der Angriff wurde verkleidet als Fragen an den Bürgermeister. Die Fraktion KOMM,A, die über langjährige Parlamentserfahrung verfügt, spricht von einem Schauspiel und abgesprochener Aktion zwischen dem SPD-Fraktionsvorsitzenden und dem Bürgermeister. Wir als Bürgerinitiative wollen nicht spekulieren, sollte es aber zutreffen, macht es deutlich, dass der Bürgermeister seine Funktion als gewählter Amtsträger der gesamten Bickenbacher Bevölkerung nicht neutral ausübt.

Der Bürgermeister sprach in seinen Antworten davon, dass die Bürgerinitiative und die Fraktion KOMM,A der Verwaltung misstrauten. Das ist eine falsche Darstellung. Wir als Bürgerinitiative misstrauen nicht der Gemeindeverwaltung, sondern dem Bürgermeister.

Auslöser für den Angriff des SPD-Fraktionsvorsitzenden waren der Beitrag auf der Website der Bürgerinitiative zum Abbruch des Anbaus an dem alten Schulhaus und zur Verweigerung des Bürgermeisters, Gemeindevertretern Einsicht in die Stellungnahmen zu dem Bebauungsplan in der Ortsmitte zu gewähren.

Auch wenn für den Denkmalschutz der jeweilige 1. Beigeordnete im Kreis zuständig ist und nicht der SPD angehört, bleiben wir dabei, es als sehr merkwürdig zu bezeichnen, dass der Denkmalsschutz die Abbrüche des zumindest kulturhistorisch für Bickenbach bedeutsamen Gasthauses ZUR ROSE und dem unter Denkmalschutz stehenden Anbau an das alte Schulhaus zugestimmt hat. Das Landesamt für Denkmalschutz hat im Jahr noch versucht zu retten, was zu retten ist, jedoch war das Gasthaus bereits abgerissen. Ein, wenn womöglich auch statisch relevanter Riss im Anbau an dem Schulhaus, ist noch lange kein Grund ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude zum Abriss freizugeben. Da muss schon mehr Gewichtiges vorgebracht worden sein. Was soll das gewesen sein? Wir haben nur von dem Riss gehört, dessen Beseitigung Kosten verursacht. Welche Kosten und in welchem Verhältnis zu was diese standen, dazu fehlt jede Information. Der Anbau ist weg. Gemeinde hat kein Konzept, was auf dem Gelände passieren soll.

Der Bürgermeister kann alle Zweifel leicht ausräumen, ob alles sachgerecht erfolgte, in dem er die Dokumente, die an den Denkmalschutz herangetragen wurden, öffentlich macht. 

Der Bürgermeister versuchte in seinen Antworten den Eindruck zu erzeugen, die Bürgerinitiative und die Fraktion KOMM,A, die wegen der Nichtzugänglichkeit zu den Stellungnahmen zu dem offen gelegten Bebauungsplan für die Ortsmitte die Kommunalaufsicht angerufen habe, hegen Misstrauen gegen die Verwaltung. Das ist falsch!

Wir als Bürgerinitiative sind in erheblichem Masse misstrauisch gegen den Bürgermeister und nicht gegen die Verwaltung. Der Bürgermeister bestimmt nämlich die Handlungen der Verwaltung. Er hat bestimmt, die Stellungnahmen den Gemeindevertretern nicht zugänglich zu machen und nicht die weisungsgebundene Gemeindeverwaltung.    

Wer im hohen Masse misstrauisch ist, ist der Bürgermeister selbst. Er arbeitet mit allen Kniffen, um etwa die Stellungnahmen zu dem offen gelegten Bebauungsplan zur Ortsmitte Gemeindevertretern vorzuenthalten. Absurd wird es, ist aber bezeichnend für die Einstellung des Bürgermeisters, wenn er der Fraktion KOMM,A in seiner Antwort vorwirft, die Kommunalaufsicht zur Feststellung der Rechtmäßigkeit der Verheimlichung der Stellungnahmen zu dem Bebauungsplan eingeschaltet zu haben. Es ist ein verbrieftes Recht einer Fraktion, denn eine Gemeindevertretung ist auch Kontrollorgan. Natürlich kann er Einsicht gewähren. Er und nur er, nicht die Gemeindeverwaltung, verhindert das.

Die Rolle, die der Bürgermeister bei der Ortsmitte einnimmt, wird zunehmend besorgniserregend. Er ist für das steigende Misstrauen durch seine praktizierte völlige Intransparenz mit seiner Taktik das Thema Ortsmitte aus der Öffentlichkeit zu halten verantwortlich. In seiner Rathauspost zum Jahreswechsel war das Klo am Erlensee eine Erwähnung wert, die Ortsmitte nicht, das wohl wichtigste Ortsentwicklungs- und Zukunftsprojekt für Bickenbach. Man könnte fast darüber lachen, wenn es bei der Ortsmitte nicht um entscheidende Weichenstelllungen für die Entwicklung von Bickenbach gehen würde.

Der Bürgermeister hat für alle Bickenbacher zu handeln.

Er ist kein Vasall von irgendwelchen Investoren oder der SPD.

Die Bickenbacherinnen und Bickenbacher sind keine Untertanen.

Von der Glaubwürdigkeit in der Politik

Da wird von der Bickenbacher SPD für sich in Anspruch genommen, den Bürgermeister auf die Wahlliste zur Kommunalwahl im März 2021 auf Platz 1 zu hieven, weil auch die CDU in der Vergangenheit schon Bürgermeister (im Landkreis) auf Wahllisten hatte.

In Darmstadt wehrt sich die SPD gegen eine innerörtliche Bebauung in Arheilgen, einem Vorort, mit einem Aldi-Markt mit 15 Wohnungen. Die Bebauung, so die SPD, sei viel zu massiv und würde das Ortsbild zerstören. Der Be- und Entladeverkehr, eine Tiefgarage und der Aldi-Markt würden zu erheblichen verkehrlichen Problemen führen. Man muss wissen, dass es bei dem Streit in dem Vorort – Arheilgen ist 4x (!!!) so groß wie Bickenbach –  um eine lediglich 2-geschossige Bebauung mit Satteldach geht. Das ist der SPD in Darmstadt schon zu hoch und die Bebauung zu dicht.

Die SPD in Bickenbach mit ihrem Bürgermeister hingegen favorisiert eine 3-4geschossige Bebauung mit für die Ortsmitte untypischen Flachdächern. Sie lässt zusätzlich auch noch Technikaufbauten zu und geht mit der zulässigen Bebauungsdichte sogar noch über die Vorstellungen des Investors hinaus. In Arheilgen geht es um die „gewaltige“ Traufhöhe von 7,00 – 7,50m, in Bickenbach für den Gebäuderiegel an der Darmstädter Straße „nur“ um eine Attikahöhe von 13,70m, und das ohne zulässige weitere 2,50m hohe Technikaufbauten. Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass in Bickenbach der Straßenraum auch noch viel schmaler ist als die Straße in Arheilgen und eine Wohnungsdichte erzielt werden darf von mehr als 100 Wohnungen, bezogen auf einen Hektar.  Ein Maß, das weit über das hinausgeht, was bei heutigen städtischen Nachverdichtungen angesetzt wird und in dem Stadtteil von Darmstadt bei dem geplanten Projekt nicht annähernd erreicht wird.

Wie ist es also bei der SPD mit der Glaubwürdigkeit bestellt?

Die SPD, die ja, wie jede politische Partei, meint zu wissen, was für unsere Gesellschaft richtig und gut ist, sollte erst mal ihre absolut widersprüchliche Position innerparteilich klären, wenn sie sich auf das Gleichbehandlungsprinzip berufen will. Die Antwort der Bickenbacher SPD erscheint vorhersehbar und wird sicher typisch in deren belehrendem Politikstil ausfallen: Die Bebauung in der Ortsmitte von Bickenbach sei nicht mit der Bebauung in Darmstadt vergleichbar.

Das ist sie durchaus. Der entscheidende Unterschied besteht jedoch tatsächlich darin, dass der Stadtteil Arheilgen deutlich größer und städtischer geprägt ist, als Bickenbach. Dennoch wird bereits die dort projektierte, vergleichsweise zurückhaltende Bebauung von der Darmstädter SPD als zu massiv und störend scharf kritisiert und zurückgewiesen.  

Die SPD in Bickenbach ist unglaubwürdig, wenn sie sich, wo es ihr in den Kram passt, auf den Gleichbehandlungsgrundsatz beruft und bei dem für Bickenbach wichtigsten Zukunfts- und Ortsentwicklungskonzept eine Position einnimmt, die im krassen Widerspruch und ungleich zur Parteilinie im nur wenige Kilometer entfernten Darmstadt steht. 

Die Bickenbacher SPD sollte endlich einmal den Bürgerinnen und Bürgern konkret erklären, was sie sich von der von ihr favorisierten Bauplanung eines Investors und Projektentwicklers für die Gemeinde verspricht. Bisher ist nur verlautbart worden, die Schaffung von Wohnraum als Beitrag zum Abbau des Wohnungsmangels. Ziemlich dürftig als Zweck und Sinn einer solch massiven Bebauung. Selbst die 10 preisgebundenen Wohnungen mit netto €9,90 zuzüglich Nebenkosten und Stellplatz und erst recht die anderen, viel teureren Wohnungen werden am Wohnungsmangel nichts ändern. Es gab noch den Metzgerladen als Wunsch des Bürgermeisters. Wo ist er geblieben? Bis heute hat die SPD mit ihrem Bürgermeister nicht erklärt, was durch die geplante Bebauung für die Gemeinde und seine Bürgerinnen und Bürger erreicht werden soll.

Weitgehend im Hintergrund und nichtöffentlich wurde ein Projekt vorangetrieben, das in seinen Ausmaßen von Fachleuten und weiten Teilen der Bickenbacher Bevölkerung als kritisch und nicht zukunftsgerichtet für Bickenbach abgelehnt wird. 

Die Bickenbacherinnen und Bickenbacher warten noch immer auf eine umfassende Erklärung über Sinn und dem Zweck der geplanten Bebauung durch die Bickenbacher SPD und den SPD-Bürgermeister.     

Wer liest das eigentlich alles?

Wer genau, wissen wir natürlich nicht. Dennoch haben wir datenschutzkonform Einsicht in unsere Webseitenstatistik. Diese überrascht uns immer wieder, meist positiv – ausgehend davon, dass wir diesbezüglich keine Erwartungshaltung haben und hatten.

Seit bestehen dieser Webseite hat das System insgesamt knapp 39.000 Aufrufe von ca. 14.000 Besuchern registriert. Im Januar 2018 wurde ein Spitzenwert von über 6.000 Aufrufen in einem Monat registriert. Insgesamt haben wir Stand heute 217 Beiträge verfasst.

2020 war in Summe ein eher ruhiges Jahr. Gemeinde und Investor halten sich bedeckt, Informationen bleiben unter Verschluss. Es wird viel getan, das Thema Neue Mitte aus der Öffentlichkeit herauszuhalten – nicht von uns wohlgemerkt.

Dennoch: Im Durchschnitt haben wir ca. 800 Aufrufe pro Monat für das Jahr 2020 verzeichnet von annähernd 400 unterschiedlichen Besuchern pro Monat.

Das sind natürlich alles nur statistische Werte, generiert von den Systemen des Anbieters dieser Webseite. Es zeigt uns aber, dass das Interesse zum Thema Neue Mitte sehr groß und der Bedarf an Informationen noch größer ist.

Wir tun, was wir können. Sicher nicht fehlerfrei, gelegentlich besserwisserisch, definitiv nicht unfehlbar. Aber wir tun etwas.

Dieses Angebot ist übrigens werbefrei. Finanziert von vielen Bürger*innen Bickenbachs. Kostenlos ist es für die Aktiven indes nicht. Es ist es aber wert.

Wer trägt die politische Verantwortung für die Bebauung der Ortsmitte?

Teil 1

Für den Fall, dass das Bauvorhaben (aktuelle Planung) schief geht, und das wird es, wird schon mal vorgebaut. Gemeindevertreter sagen, wir machen es nur ehrenamtlich, wir müssen uns auf die Planer und die Verwaltung verlassen. Der Bürgermeister sagt, er führe nur die Beschlüsse der Gemeindevertretung aus. Es ist vorprogrammiert, dass der mögliche Schlammassel, so wie bei dem neuen Berliner Flughafen, dann keiner verursacht haben will. Da gibt es noch den Gemeindevorstand. Das ist so etwas wie die Regierung auf kommunaler Ebene, ein für viele Bürger*innen abstraktes Gebilde in Bickenbach, da es im Hintergrund arbeitet, Öffentlichkeit meidet und dessen Entscheidungen oft intransparent sind, gut erkennbar bei der Thematik Ortsmitte. Die Bürgerschaft sieht und hört kaum etwas von diesem Gremium, obwohl es doch eigentlich „unsere“ Regierung darstellt.  

Wer den Prozess zur Schaffung des Planungsrechts für die Ortsmitte ein wenig verfolgt hat, wundert sich und reibt sich die Augen, wer sich alles von SPD, CDU und FDP für die Planung des Investors ins Zeug gelegt hat, als ob sie selbst der Investor sind. Objektiv muss man feststellen, dass diese politischen Akteure entweder nicht verstanden haben, dass es um einen Bebauungsplan für die Ortsmitte geht, oder sie haben es ganz bewusst ignoriert. Es zeigt schlicht, dass es ihnen tatsächlich nur um die Durchsetzung der Planung des Investors geht. Jeder halbwegs Gebildete weiß, dass Planungen von Investoren und Projektentwicklern mit Vorsicht zu genießen sind, insbesondere bei Investorenaussagen, dass die Planung für die Gemeinde so gestaltet wurde und genau die Belange dieser Gemeinde treffen würden. SPD, CDU und FDP haben die Argumentation des Investors 1:1 übernommen und behaupten, die Planung treffe genau die Bedürfnisse der Gemeinde.

Was für ein Blödsinn!

Was soll denn getroffen worden sein? Dazu gibt es herzlich wenig Aussagen. Wie auch, wenn überhaupt keine Ziele für die Ortsmitte formuliert wurden. Es wurde von SPD, CDU und FDP die erste Planung des Investors in den Himmel gelobt und als non plus ultra gepriesen. Da waren Arkaden und viele Shops richtig, 2,70m breite Stellplätze in einer 2-geschossigen Tiefgarage. Doppelparker wurden kategorisch abgelehnt. Schiebeläden waren wichtig. Die Farbigkeit. Kein Wort oder Erklärung in der politischen Debatte von SPD, CDU und FDP, wieso man die wesentlichen Änderungen für gelungen erachtet. Es war ein reines Verneigen vor den Wünschen des Investors.

Vorher….
Jetzt…. Was uns zuerst als herausragend präsentiert wurde, wie Arkade, Gliederung, Farben bis hin zu bodentiefen Fenstern mit Schiebeläden, gilt jetzt nicht mehr. Klotz bleibt Klotz und ist nicht besser geworden. Ganz im Gegenteil. Der Optimierer hat zugeschlagen. Die Architektur ist miserabel. Man könnte sagen vorstädtisch. Nomen est omen.

Vieles wurde bei den Investorenplanungen von SPD, CDU und FDP und dem Bürgermeister übersehen, bewusst vernachlässigt oder ignoriert. Diese Parlamentarier reden sich wider besseres Wissen ein Planungskonzept schön, das Konzept würde funktionieren, es entstünde eine „Neue Mitte“.

Es soll ein rein investorengetriebenes Projekt realisiert werden, denn es wurden keine Anforderungen von der Gemeinde formuliert, die eine „Neue Mitte“ charakterisieren oder einen inhaltlichen Rahmen setzen. Eine dichte Bebauung mit einer Masse an Wohnungen, 2 oder 3 Geschäften und einem Kinderspielplatz bietet keine Gewähr für eine „Neue Mitte“.

An den Rand gedrängt wurde in den Sitzungen zur erneuten, nunmehr 3. Offenlage, dass es um einen Bebauungsplan geht. Gesprochen wurde nahezu ausschließlich über das von dem Investor vorgestellte Planungskonzept. Dabei ging zum Beispiel völlig unter, dass in dem Bebauungsplan die bauliche Ausnutzung höher angesetzt wurde als sogar nach der Planung des Investors erforderlich. Das schien keinen von SPD, CDU und FDP zu interessieren oder es wurde überhaupt nicht bemerkt. Der schiere Wahnsinn, was da passierte.

Die SPD versuchte in der 1. Phase, das städtebauliche Konzept der Bürgerinitiative nieder zu machen, fand dazu aber nur Kleinkram. Es zeigte aber deutlich, dass nicht verstanden wurde, welch nutzvolles Instrument eine Bauleitplanung für eine qualitätsvolle und bürgergerechte Ortsentwicklung sein kann.

Von der BI erstelltes 3D-Modell einer Konzeptidee
Von der BI erstelltes Rendering einer Konzeptidee

Wenn die SPD bei der Planung des Investors und Bauträgers mit gleicher Elle herangegangen wäre, hätte sie viel Schlechtes finden können. Etwa einen öffentlichen Raum, der keiner zum Aufhalten ist, eine Straßenschlucht mit engem Bürgersteig, laut und mit viel Verkehr, falsch angeordneten Kurzparkern, nicht berücksichtigten Radfahrern, die weiterhin keinen Platz bekommen und genauso stiefmütterlich in den Planungen behandelt werden wie die Fußgänger. Dass weiterhin Vorfahrt für Autofahrer gelten soll und es nicht gelöst ist. Staus in der Darmstädter Straße nach dem Planungsstand zum Normalzustand werden. Wahnsinn! Da wurde jetzt auch noch eine Ladezone für LKW an der engsten Stelle im Verlauf des Baugrundstücks an der Darmstädter Straße vorgesehen. Auch das wurde von der SPD nicht kritisch angesehen. Auch nichts von der SPD zu den sonstigen Lade- und Entsorgungsverkehren, die die Darmstädter Straße verstopfen werden. Lärm und Schadstoffe der Autos werden in der Straßenschlucht an der Tagesordnung sein. Dass da ein Problem der Feinstaubbelastung, verbunden mit Kosten auf die Gemeinde zukommt und damit die autogerechte Ortsmitte dann erst recht nicht funktionieren kann, wird nicht erkannt und verstanden.

Zu erwähnen wären da noch die riesengroßen Wohnblocks, alles dicht und hoch gebaut, wenig Grün, die Tiefgarage mit dem vielen Verkehr, ganz zu schweigen von der kompletten Ignoranz des Klima- und Naturschutzes, etwa der Aufheizung im Sommer und einer fehlenden Durchlüftung mit Frischluft. 

Wenn schon mit dem Begriff „Neue Mitte“ operiert wird, sollte die SPD sich mal klar machen, was einen öffentlichen Raum ausmacht. Was soll denn die „Neue Mitte“ sein? Der geplante Spielplatz wurde angeführt. Der soll die Mitte sein, er sei ja öffentlich zugänglich, wurde erklärt. Das wurde wirklich so vorgetragen. SPD, CDU, FDP und der Bürgermeister nahmen das hin, glauben es womöglich und lassen sich für dumm verkaufen. Sie waren in jedem Fall mächtig stolz, dass im Bebauungsplan eine öffentliche Zugänglichkeit aufgenommen wurde. Es ist nicht zu fassen, aber irgendwie scheint es typisch für die über politische Mehrheit verfügende Parlamentarier in Bickenbach. Man glaubt, man müsse um Investoren froh sein und diese würden es schon richten. Ziemlich naiv, was anderes fällt einem dazu nicht ein.

Da wird in der Sitzung der Gemeindevertretung zur neuerlichen Offenlage des Bebauungsplans von dem Fraktionsvorsitzenden der SPD erklärt, dass es lediglich um die Behebung von formellen Fehlern des Bebauungsplans gehen würde und die politischen Entscheidungen zur Bebauung der Ortsmitte bereits vor 2 Jahren getroffen wurden. Welche sollen das gewesen sein? Zu den Absichten, Zielsetzungen und Erwartungen gibt es keine Beschlüsse. Eine Gemeindevertreterin der SPD ätzte ergänzend in der Sitzung, dass eine neue Debatte zu der Ortsmitte abgelehnt werde. Selbstherrlich und oberlehrerhaft. Es geht aber eben nicht um die Heilung von Formfehlern. Die Planung des Investors ist zwischenzeitlich eine ganz andere. Das Erdgeschoss rückt noch näher an die Straße heran. Die Arkade entfällt. Es gibt nur noch 2 oder 3 Ladengeschäfte. Der Fußgängerweg wird zwischen Parkern und Gebäuderiegel eingezwängt. Die Tiefgarage bekommt noch mehr Stellplätze. Die Nutzungsmischung mit der Einbeziehung von Büroflächen wird aufgegeben. Es sollen auch Mikroapartments, wie sie vielleicht eine Berechtigung in Großstädten haben, entstehen. Es soll eine Ladezone direkt an der Straße geben, nicht lärmgeschützt. Das wird eine Freude werden für alle Anwohner, wenn um 6:00h die Lkw anrollen und entladen. Beim Bürgermeister werden sich die Beschwerden stapeln.

Ein völlig anderes Bebauungskonzept, dass der Bürgerschaft völlig vorenthalten, nicht vorgestellt und zur Diskussion gestellt wurde. Offenbar ganz nach dem Motto, die Politik bestimmt. Bürger*innen sind überflüssig und insbesondere kritisch eingestellte Personen. Hinter verschlossenen Türen wurde beraten und die Sache zwischen Investor, Bürgermeister, SPD, CDU und FDP ausgehandelt.

Die Öffentlichkeit wird gemieden und ausgeschlossen, ja sogar eingeschüchtert. In den Sitzungen zur Offenlage des Bebauungsplans wurden anwesenden Bürgern zunächst einmal Ordnungsmaßnahmen angedroht, falls das Publikum nicht den Mund hält. Was für ein Demokratieverständnis! Da wundert es nicht, wenn sich zunehmend Gegner der parlamentarischen Demokratie Raum verschaffen. Wo, wenn nicht auf kommunaler Ebene, kann direkte Demokratie gelebt werden und funktionieren, in dem die Bürger einbezogen werden, Politik transparent gemacht wird und damit dem Vorwurf „Die da oben, machen doch, was sie wollen“ etwas entgegengesetzt wird. Das Ankreuzen von einem Wahlzettel alle paar Jahre ist kein Freibrief für gewählte Personen. Parlamentarier sollten das beachten, die ja gerade vorgeben, die Bürger zu vertreten. In Bickenbach wird von der Politik fehlendes Interesse der Bürger an der politischen Arbeit beklagt. Wie soll denn Interesse geweckt werden, wenn Bürgern nicht auf Augenhöhe begegnet wird? Wenn sich die politische Einstellung gegenüber Bürgern nicht ändert und öffentliche Debatten verhindert werden? Wie soll eine Identifikation mit Bickenbach und ein Zusammenleben verbessert werden? Eine gelungene Ortsmitte kann zu einer stärkeren Identifikation führen, nicht aber mit einem Monsterbauwerk. Dann braucht sich die etablierte Politik auch nicht über fehlendes Interesse und Engagement zu beklagen.

Der neue Bebauungsplan ist noch schlechter. Die Gemeinde hat, quasi als Sahnehäubchen, und das auch noch völlig ohne Not, mehr Baumasse zugelassen, als der Investor und Bauträger selbst benötigen, um ihre Planung realisieren zu können. Es gibt bis heute von der Gemeinde, SPD, CDU und FDP keine Erklärung und Begründung zu diesem Schritt. In den Sitzungen gab es dazu keine Aussage oder Begründung. Haben die Gemeindevertreter von SPD, CDU und FDP es nicht verstanden, was da in dem B-Plan niedergelegt wurde oder war es ihnen egal? Fakt ist, dass der Bebauungsplan von diesen Parteien mehrheitlich und ohne Änderungen für die erneute Offenlage abgesegnet wurde. Ausgenommen davon waren Einwände des Investors, die dieser noch im Ausschuss vorbrachte. Der Investor durfte im Ausschuss mitwirken als sei er Parlamentarier. Die Wünsche wurden dann über Nacht noch schnell in die Beschlussfassung zur Offenlage für die schon zwei Tage später angesetzte Abstimmung eingearbeitet. Alles sehr merkwürdig!

Und es geht noch weiter. In den Sitzungen gab es nichts dazu, welche Effekte sich die Gemeinde denn von der geplanten Bebauung verspricht. Es wurde das Konzept des Investors vom Bürgermeister und dem Fraktionsvorsitzenden der SPD vertreten, so als ob der Investor spräche. Was erwartet wird von der Wohnbebauung, den Geschäften, der Tiefgarage, dem Gebäuderiegel direkt an der Straße, der Architektur und der Vermietung statt einer Veräußerung an Teileigentümer, dazu gab es keinerlei Ausführungen. Es gibt nichts Schriftliches, welche Ziele die Gemeinde verfolgt und welche Effekte sie sich erhofft. Fatal, wenn man keine Kriterien hat, um beurteilen zu können, ob das, was da zu Papier gebracht wurde, die Vorstellungen erfüllen kann!

Der Bürgermeister wurde von der Bürgerinitiative die oben erwähnten Ziele und Effekte angesprochen. Er verwies die Bürgerinitiative auf die Beschlussfassungen. Darin steht aber leider nichts dazu. Nichts zu Zielen, die wichtig wären umzusetzen für eine funktionierende Ortsmitte, etwa:

  • Ortsmitte soll Belebung erfahren
  • Ortsmitte soll zukunftsfähig gemacht werden
  • Ortsmitte soll Identifikation mit dem Ort verbessern
  • Ortsmitte soll Ort für Wohnen, Arbeiten, Einkaufen und soziale/kulturelle Einrichtungen sein
  • Ortsmitte soll attraktiv sein für Fußgänger und Radfahrer
  • Ortsmitte soll zum Aufenthalt einladen und Treffpunkt für die Bürger sein  

Bleiben wir beim Bürgermeister. Bickenbach sei Vorstadt. Aus dem Englischen kennen wir das Wort Suburb, vor allem sind mit dem Wort Problemvorstädte gemeint, wie die Bronx in New York oder die Pariser Banlieues. Aber auch kleine Vorstädte weisen die Probleme von großen Vorstädten auf. Es ist Unsinn, davon zu sprechen, Bickenbach sei Vorstadt und es darf auch nicht versucht werden, Bickenbach zur Vorstadt zu entwickeln! Es erklärt aber vielleicht dann doch, welch völlig abwegige Vorstellungen im Rathaus herrschen. Deshalb ist eine derart massive hochverdichtete Wohnbebauung nicht hinzunehmen, sondern abzulehnen. Das gilt natürlich und gerade auch für die geplanten Mikrowohnungen, die im täglichen Sprachgebrauch bei Projektentwicklern und Immobilienleuten schon mal als Hasenställe bezeichnet werden, wenn sie konzentriert gebaut werden.

Bickenbach soll seinen dörflichen Charakter bewahren!

Es sollen keine Wohnblocks gebaut werden, die vergleichbar sind mit Wohnsilos in Vorstädten!

Bickenbach darf auch nicht zur leblosen Beherbergungsstätte verkommen!

– Fortsetzung Teil 2 folgt mit: Wie passen Verkaufsabsichten des Investors zu der Aussage das Mietobjekt langfristig im Bestand halten zu wollen und welche Gewinne werden realisiert und die Gemeinde schaut in die Röhre? –

Die Schlucht

  • Die Mogeleien des Investors
  • Die fehlende Hinterfragung der geplanten Bebauung durch Bürgermeister, SPD, CDU und FDP

Die Bürgerinitiative fragt sich, wieso Bürgermeister, SPD, CDU und FDP die Darstellungen des Investors unkommentiert hinnehmen und nicht in Frage stellen, obwohl diese beschönigend sind und nicht zutreffen.

Die Bürgerinitiative hat deshalb eine weitere Fotomontage herstellen lassen, um deutlich zu machen, wie das Gebäudevolumen tatsächlich ist und wie das Straßenprofil aussehen würde. Für das erst vor kurzem erstellte Foto wurde die vordere Gebäudeecke vor Ort genau eingemessen und eine 5m lange Messlatte eines Vermessers genutzt, die an der eingemessenen Gebäudeecke platziert wurde. Die Stelle für die gemessene Gebäudeecke stammt aus dem Bebauungsplanentwurf. Das Foto wurde mit einem Normalobjektiv mit einer Brennweite von 50mm gemacht.

Damit wurde eine objektive Grundlage geschaffen für die Abbildung des geplanten bzw. zulässigen Bauvolumens des entlang an der Straße vorgesehenen Baukörpers.

Mit den zulässigen Höhen und dem am Ende des Grundstücks vorhandenen Versatz, wie er nach dem Bebauungsplanentwurf zulässig wäre, konnten die Konturen des Baukörpers in das Foto montiert werden.

Erneut zeigte sich, dass in der Simulation des Investors Höhen nicht stimmen und der Eindruck einer breiten Darmstädter Straße mit der Realität wenig zu tun hat. Auf dem Foto ist klar und deutlich zu erkennen, wie eng die Situation tatsächlich sein würde und dass durchaus von einer schluchtenähnlichen Straßensituation durch die geplante hohe Bebauung direkt an der Darmstädter Straße gesprochen werden kann.

Das Foto kann und darf als objektiv und wahr bezeichnet werden, da alle Maße auf gemessene Eckpunkte und aus der exakt an der Ecke aufgestellten 5m hohen Messlatte proportionsgenau in das Foto übertragen wurden.

Es gehört nicht zur Aufgabe der Bürgerinitiative den Entscheidern im Gemeindevorstand und der Gemeindevertretung aufzuzeigen, wie sich die Bebauung tatsächlich darstellen würde. Es wäre vielmehr Aufgabe der Gemeindevertretung und des Bürgermeisters, dafür zu sorgen, dass nicht nur schöne Bildchen vom Investor beigebracht werden, sondern ein maßstabgerechtes Massenmodell der geplanten Bebauung und Umgebung, damit insgesamt die Baumassen nachvollzogen werden können.

Die von der Bürgerinitiative  erstellten Fotomontagen stellen die geplante und zulässige Bebauung dar. Keiner der Entscheidungsträger in der Gemeinde kann sich spätestens nach dieser Darstellung zukünftig herausreden und behaupten, er habe nicht einschätzen können, was da errichtet werden soll bzw. kann. Um die Verantwortung für eine derart voluminöse, viel zu dicht an der Darmstädter Straße angeordnete hohe Bebauung kommt kein Entscheidungsträger herum, sollte die Bebauung tatsächlich realisiert werden.

Was nach derzeitigem Planungsstand gebaut werden kann, beruht auf Haltungen von Bürgermeister, SPD, CDU und FDP.  

Geheimniskrämerei des Bürgermeisters

Was kann so delikat sein, dass man es vor der Öffentlichkeit verstecken muss?

Unsere Gemeindeparlament muss sich mit dem Bebauungsplan zur Neuen Mitte auseinandersetzen. Ein Projekt, das den gesamten Ort schon sehr lange beschäftigt. Ein Projekt, was wie kein anderes bei uns in der Gemeinde zukunftsweisend ist.

Die KOMM,A Fraktion hat in der Verwaltung mündlich wie schriftlich um Einsichtnahme in die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zur erneuten Offenlage im Sommer 2020 gebeten. Dies hat Bürgermeister Markus Hennemann verweigert.

Die Frage ist: Warum? Was gibt es zu verstecken?

Träger öffentlicher Belange, das sind in erster Linie Behörden, die eine gewichtige Meinung auch und gerade in Sachen der Bauleitplanung haben. Basierend auf unseren Gesetzen und Verordnungen. Letztendlich muss aber in fast allen Fällen die Gemeinde abwägen, was auf Basis der Stellungnahmen zu tun ist. Dies geschieht im Parlament und den Ausschüssen.

Wie aber sollen Gemeindevertreter*innen sich ein Bild machen, wenn sie diese Stellungnahmen nicht zu Gesicht bekommen? Auf welcher Basis soll denn abgewogen werden?

Dem Parlament wird zur Beschlussfassung eine stark gekürzte, bereits bewertete Zusammenfassung des Stadtplaners vorgelegt. Dieser Planer wird, gemäß städtebaulichem Vertragsentwurf, vom Investor letztendlich bezahlt.

Es mag Gemeindevertreter*innen geben, für die das ausreichend ist. Es gibt aber auch Gemeindevertreter*innen, für die das nicht ausreichend ist, die sich ein genaues, ungetrübtes Bild machen möchten. Verständlich, gerade beim Thema Neue Mitte.

Bisher war es üblich, dass den Gemeindevertreter*innen auf Anfrage mindestens Einsicht in die Originale gewährt wurde. Nicht so bei Bürgermeister Markus Hennemann. Er persönlich verweigert das.

Die Hessische Gemeindeordnung (HGO) verbietet die Einsichtnahme nicht. Sie ist kein Hinderungsgrund. Es liegt alleine am Bürgermeister, die Einsicht zu gewähren oder diese zu verweigern.

Andere Kommunen machen es besser, auch in Hessen. Sie legen sogar den kompletten Vorgang offen, für alle Bürger*innen.

Was also gibt es Brisantes zu verstecken?

Es darf gerätselt werden.

Als Bürgerinitiative sehen wir das einigermaßen entspannt. Im Zuge einer neuerlichen Normenkontrolle werden wir früher oder später Einsicht in die Akten erhalten. Sollte es also etwas zu verstecken geben, kommt es spätestens dann ans Tageslicht.

Sollte es nichts zu verstecken geben, sollte sich Bürgermeister Markus Hennemann jetzt erklären, warum er aktiv die Einsicht verweigert.

Der Datenschutz kann es nicht sein. Zumindest nicht in Bezug auf Stellungnahmen von Behörden. Ein Akteneinsichtsausschuss wird der Gemeinde nicht helfen. Dieser würde praktisch rückwirkend nach Beschluss Einsicht haben. Beides sind Ausreden! Nochmals: Der Bürgermeister kann jederzeit entscheiden, ob Einsicht gewährt wird oder nicht.

Um einen großen Sozialdemokraten zu zitieren:

„Wer Kritik übel nimmt, hat etwas zu verbergen“

Helmut Heinrich Waldemar Schmidt, SPD, Deutscher Staatsmann

Muss unser Dorf hässlicher werden?

  • Wieder muss ein altes Gebäude weichen
  • Ohne Not wird denkmalgeschützter Anbau von der Gemeinde abgerissen

Am alten denkmalgeschützten Schulhaus Ecke Darmstädter Straße / Steingasse stand ein kleiner unscheinbar wirkender Anbau, der als Schuppen und Abstellraum diente.

So sah der Anbau einmal aus

Sicher ist das Gebäude nicht sonderlich bedeutsam. Aber es war alt, hat sicher eine Geschichte und es stand unter Denkmalschutz. Es wurde am 20.11.2020 von der Gemeinde durch ein Abbruchunternehmen niederlegen lassen. Ein Riss in der Außenwand soll der Grund gewesen sein, dass das Gebäude abgerissen werden musste.

Dass das Gebäude einen Denkmalwert hat, spielte keine Rolle. Aber vor allem wurde das Gebäude ohne Not abgebrochen, denn man weiß nicht mal wofür. Die Gemeinde hat mal wieder kein Konzept, was nun mit der Fläche passieren soll. Alles mal wieder völlig undurchdacht. Der Abriss nutzt zum jetzigen Zeitpunkt also niemanden. Ganz im Gegenteil, der Abbruch ist sogar von Nachteil, denn sollte dort etwas Neues errichtet werden, müsste die Gemeinde auf ihrem Grundstück Grenzabstände einhalten. Eine Sicherung des Gebäudes wäre immer möglich gewesen. Soll niemand kommen, dass das teuer gewesen wäre. Eine typische Behauptung, die aus dem Rathaus kommt. Isoliert betrachtet, ist immer alles teuer. Es kommt aber darauf an zu wissen, was man will und nicht einfach historische Substanz zu vernichten. Dann sieht die Welt anders aus.

Dafür, dass das Gebäude „einsturzgefährdet“ war, hatte der Bagger ordentlich was zu tun

Ein Bürger sagte am Freitag: „In Bickenbach würde die Politik auch die durch einen Brand schwer beschädigte Kathedrale Notre Dame in abreißen lassen“. Nicht falsch, wie der Bickenbacher die nicht vorhandene Sensibilität in Sachen Ortsentwicklung und Natur bewertete. 

Es ist der bekannte praktizierte Dilettantismus von Bürgermeister, Gemeindevorständen und Gemeindevertretern. Sie meinen in allen Feldern kompetent zu sein und merken nicht, was sie anrichten. Wie bei der geplanten Ortsmitte, wo auch mit fadenscheinigen Argumenten und rücksichtslos die zumindest kulturhistorisch bedeutsame Gaststätte ZUR ROSE einfach niedergelegt wurde, um die Voraussetzungen zu schaffen, dass ein Investor eine riesige Baumasse errichten kann. Die Gemeinde hat das Grundstück, auf dem das Gasthaus ZUR ROSE stand, regelrecht verschleudert. Sie will dem Investor nun eine viel höhere Baumasse genehmigen und bekommt nichts für die Wertsteigerung des Grundstücks.

Alles erfolgte mit Zustimmung des Bürgermeisters!

Die untere Denkmalbehörde im Kreis Darmstadt-Dieburg macht keine gute Figur. Die Behörde untersteht einem SPD-Landrat. Bei der Gaststätte versuchte das Landesamt noch zu retten, was zu retten ist. Es war aber zu spät.