Kunstgriffe

Was tun, wenn eine Projektplanung vielleicht nicht ganz den Vorgaben des Gesetzgebers entspricht? Kreativ sein! Aber der Reihe nach…

Ein Investor will in Bickenbach rund 50 Wohneinheiten bauen, auf 6000 m². Aus diesem Grund (und aus keinem anderen) soll der Bebauungsplan geändert werden. Soweit bekannt.

Nun ist aber auch bekannt, dass rund 50 Wohneinheiten auf 6000 m² eine Dichte von über 80 Wohneinheiten pro Hektar ergibt. Das erlaubt der Gesetzgeber für einen Ort wie Bickenbach aber nicht, egal wie man Bickenbach auch einkategorisiert.

Was tut der Planer also in seiner Not? Einer der Möglichkeiten die Bebauungsdichte zu verringern ist die Fläche zu vergrößern. Gesagt getan, der Geltungsbereich des B-Plans wird fast verdoppelt und zwar um Flächen, die fix und fertig bebaut sind und keinerlei Änderung eines B-Plans erfordern. Bei dieser Gelegenheit werden diese, in der historischen Bachgasse gelegenen Grundstücke von Dorf- in Mischgebiet geändert (alle anderen bleiben wie sie sind). Die offizielle Begründung? Es könnte sich sonst wieder Landwirtschaft ansiedeln mit negativen Auswirkungen auf die Anwohner. Kein Scherz! Das steht so in der schriftlichen Begründung.

 

19055472_669663673222513_8042240705484924589_o

Hervorgehoben die für das Projekt neu zu bebauende Fläche, etwas blasser im Hintergrund der erweiterte Geltungsbereich, in dem Bestandsgebäude stehen (inklusive eines neuen Baufensters, jedoch unabhängig vom Projekt). In Summe ca. 11.000 m², davon fallen ca. 6000 m² auf das neue Projekt.

 

Wenn überhaupt wäre es stimmig gewesen, den Bebauungsplan von 1993 in Gänze zu ändern. Das hätte aber vermutlich einen Haken – zumindest für den Investor. Die Gesamtfläche würde zu groß und die Marke von 20.000 m² knacken – Eine Voraussetzung für das so genannte “beschleunigte Verfahren”.

 

18954669_669664186555795_4948761280300926359_o

Der noch rechtskräftige Bebauungsplan von 1993 mit der „Grünen Lunge“ Bickenbachs. Schön zu sehen sind die vielen existierenden Baufenster, die man vernünftig entwickeln könnte.

 

Nun muss man diese kreative Idee dem richtigen Netzwerk in Verwaltung und Politik noch passend erklären und schon hat man ein Problem weniger. Nun, auch die verbleibende Bebauungsdichte ist, je nach Blickwinkel, noch zu hoch und verstößt nach Ansicht der BI gegen den Regionalplan Südhessen. An der Sache ändert das nichts: Es sollen auf 6000 m² rund 50 neue Wohneinheiten im Ortskern von Bickenbach gebaut werden.

 

Ein Gedanke zu „Kunstgriffe

  1. Pingback: Bebauungsdichte? | BI Ortsmitte Bickenbach

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s