Offene Gärten, 3.9., 15-17 Uhr

Die Ortsmitte aus einer anderen Perspektive

Nutzen Sie am 3. September den Sonntagsspaziergang und schauen Sie in einige Gärten entlang der Steingasse, Bachgasse und August-Bebel-Straße hinein. Diskutieren Sie mit uns und sehen Sie sich die Ortsmitte aus einer anderen Perspektive an.

Die entsprechenden Gärten bzw. Einfahrten werden von 15- 17 Uhr mit GROSSEN LUFTBALLONS markiert sein.

Wir freuen uns auf Ihr kommen.

 

Veranstaltungen Information & Diskussion

Vielen lieben Dank!

Ein Dankeschön an alle Teilnehmer unserer gestrigen Veranstaltung rund um das Thema Ortsmitte Bickenbach! Trotz des heftigen Regengusses konnten wir 120 Besucher zu unserer Veranstaltung begrüßen und somit den CVJM Saal mehr als füllen.

Es war uns eine Freude, die Teilnehmer über das geplante und derzeit noch keineswegs rechtskräftig beschlossene Projekt zu informieren, Fragen fachlich und sachlich zu beantworten und auf viele offene Fragen aufmerksam zu machen, für welche die Gemeindeverwaltung eine Antwort an Ihre Bürger schuldig ist.

Die lebhafte und sehr sachliche Diskussion hat aufgezeigt, dass ein großer Teil der Bickenbacher Bevölkerung der aktuellen Planung sehr skeptisch gegenüber steht. Wir alle sind uns einig, dass etwas passieren muss. Was momentan zur Diskussion steht, ist allenfalls eine bisher mangelhaft ausgeführte Planung für eine Verschlimmbesserung! Ein Plan ohne Plan!

Um eine Frage aus dem Publikum aufzugreifen: Das Projekt ist – anders als suggeriert – im Entwurf und noch NICHT beschlossen. Die Bickenbacher haben es in der Hand! Zeigen Sie Flagge! Jetzt!

Erneutes Treffen mit der SPD

Auf Einladung der SPD konnten wir am vergangenen Wochenende nochmals viele Punkte des aktuellen B-Plan Entwurfs diskutieren sowie Verbesserungsvorschläge erörtern.

Ziel seitens der BI ist hierbei eine Überplanung des aktuellen Entwurfs hinsichtlich einer ortsangemessenen Bauweise und Bebauungsdichte, die eine zügige Entwicklung der Brachflächen erlaubt und gleichzeitig wichtige Grünflächen erhält und den Charakter Bickenbachs als Bergstraßengemeinde stärkt.

Wir danken der SPD für die Einladung und sehr konstruktiven Diskussionen.

Baustress

Vorweg: Die Entwicklung der Ortsmitte wird in jedem Fall eine Baustelle mit sich bringen, egal in welcher Form diese Entwicklung stattfinden wird. D.h. auch eine von der BI Ortsmitte Bickenbach angestrebte alternative Lösung zur jetzigen Planung wird nicht ohne Baustress auskommen. Wichtig ist, sich mit der Thematik im Vorfeld auseinanderzusetzen und nicht blind in ein Großprojekt hineinzustürzen!

Vermutlich ist den wenigsten Bickenbachern bewusst, was eine Großbaustelle mitten im Ort mit sich bringt und welche Auswirkungen das auf den ganzen Ort haben wird. Sicherlich, die direkten Anlieger wird es besonders hart treffen was Lärm, Schmutz und sonstige Auswirkungen angeht. Aber auch der restliche Ort wird keineswegs verschont bleiben.

An die Gemeinde an dieser Stelle ein Hinweis auf die AVV Baulärm sowie Planungshinweise des Umweltbundesamtes.

Viele von uns kennen die ortsüblichen Baustellen für kleinere und manchmal auch größere Häuser oder Wohngebiete am Ortsrand. Das ist jedoch nicht ansatzweise zu vergleichen mit dem geplanten Bauvorhaben in der Ortsmitte mitsamt der großflächigen Tiefgarage.

Wie also kann man sich eine solche Baustelle vorstellen?

Zunächst einmal wird die Baustelle eingerichtet werden. Die Darmstädter Straße wird gesichert, Halteverbote eingerichtet, Bauzäune und Verschläge errichtet und die Fahrbahn eingeengt. Das ist schon alleine für die Abrissarbeiten notwendig. Auch zu den rückwärtigen Anliegern werden Zäune und Verschläge errichtet. Eine Baustellen Ein- und Ausfahrt wird eingerichtet. Der Zugang zur Baustelle ist nur über die Darmstädter Straße machbar. D.h. jeder einzelne von den vielen tausend LKWs muss über die Darmstädter Straße zur Baustelle und auch wieder weg gelangen. Diese ist an der Stelle übrigens nicht gerade breit, was das Ein- und Ausfahren von schweren Baufahtzeugen nicht erleichtern dürfte.

Danach geht es an die flächige Rodung des Areals mit den Baumfällarbeiten der teils sehr großen Bäume. Das komplette Areal wird geräumt und abgefahren.

Es folgen die Abrissarbeiten (Rose, Schemel, sonstige Gebäude). Dazu wird die Fahrbahn der Darmstädter Straße eingeengt. Eine teilweise Sperrung für den Abriss ist wahrscheinlich, da sowohl Rose und Schemel kaum Abstand zur Fahrbahn haben. Für den Abriss ist mit sehr viel Staub und Lärm zu rechnen. Zum Abriss gehören auch die nicht sichtbaren Gebäudeteile wie Keller.

 

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Eine Situation sicherlich sehr ähnlich zur Darmstädter Straße in Bickenbach

 

 

Sobald das Areal komplett geräumt ist, beginnt vermutlich der Aushub der enormen Baugrube. Hierzu werden Radlader und Bagger fast rund um die Uhr Kipplaster befüllen, die den Aushub über die Darmstädter Straße abfahren werden. Das alleine wird einige tausend LKW Ladungen ergeben, die alle durch den Ort rumpeln werden, Straßen und Gehwege beschädigen und den Baustellendreck im Ort verteilen.

 

Die BI wurde mit der Frage konfrontiert, weshalb man von tausenden LKW ausginge und dass dies irreführend wäre. Ein klassischer 3-Achs-Kipper hat ein Ladevolumen von ca. 10m³. Ein Kippsattel kann ca. 25m³ Ladevolumen fassen. Das Aushubvolumen kann bei den jetzigen B-Plan-Vorgaben mit bis zu 30.000m³ angesetzt werden. Der Rest ist Mathematik. Welche Fahrzeuge zum Einsatz kommen, hängt sicherlich von der Zugänglichkeit der Baustelle ab (d.h. ob ein Kippsattel in die Baustelle einfahren kann) sowie den Nutzlasten, welche unsere Bestandsinfrastruktur überhaupt verträgt.

 

Noch während des Aushubs rückt schweres Gerät an. Die Baugrube muss gesichert werden. Wir gehen momentan davon aus, dass dies aufgrund der Tiefe der Baugrube mit Spund- oder Trägerbohlenwänden passieren wird. Das Material dazu muss mit dutzenden Sattelschleppern angeliefert werden. Das Einbringen einer solchen Baugrubensicherung erfolgt in der Regel durch Einvibrieren durch schweres Gerät. Lärm und heftige Erschütterungen sind die Folge. Erstere werden sicherlich durch die Nähe zur Steingasse Schäden an den historischen Gebäuden verursachen.

Dies hat übrigens auch der Landkreis Darmstadt-Dieburg in seiner Stellungnahme zum B-Plan entsprechend kommentiert:

„Die Tiefgaragenplanung würde die denkmalgeschützte Gesamtanlage in nachhaltiger und nicht hinnehmbarer Weise beeinträchtigen und stören“
Die vollständige Stellungnahme kann hier eingesehen werden.

 

Es ist nicht auszuschließen, dass Wasserhaltungsmaßnahmen vorgesehen werden müssen, um eindringendes Grund- und Oberflächenwasser abzupumpen. Das würde bedeuten, dass ggf. Tag und Nacht Pumpen laufen (je nach Stromversorgung auch Aggregate). Wohin das Wasser in so einem Fall soll, ist uns unklar, darf es doch eigentlich nicht in die Kanalisation.

In Bickenbach klafft nun ein mehrere tausend Quadratmeter großes Loch. Eine Baustelle dieser Größe wird vermutlich 2, eher 3 große Turmdrehkräne benötigen. Diese werden angeliefert und aufgebaut. Dazu muss die Darmstädter Straße erneut zumindest halbseitig gesperrt werden. Parallel dazu wird weiteres schweres Gerät und Material angeliefert.

 

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Ein im Vergleich zur Planung in Bickenbach noch vergleichsweise kleines Loch mit Kran und Bewehrungseisen für die Bodenplatte.

 

 

Als nächstes werden unzählige Tonnen an Bewehrungseisen sowie Schalungsmaterial für das Betonieren der Bodenplatte mit Sattelschleppern angeliefert. Liegt die Bewehrung, muss betoniert werden! Viele hundert Kubikmeter Beton sind notwendig – alleine dafür. Es werden sich pro Abschnitt mehrere dutzend Betonmischer stauen, da das betonieren schnell gehen muss. Betonpumpen hämmern laut den Beton in die Baugrube während das Brummen der Betonverdichter diese Geräuschkulisse unterlegt.

 

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Bodenplatte einer Tiefgarage mit 54 Stellplätzen. Für diese Tiefgarage wurden ca. 500m³ Beton in einem Guss betoniert. Dazu kamen ca. 70 Tonnen Baustahl.

 

 

Auch diesbezüglich wurden wir mit Fragen konfrontiert, wie man auf solche Zahlen käme: Die Bodenplatte wird bei den bekannten Ausmaßen der Tiefgarage vermutlich zwischen 1800m³ und 2200m³ Beton benötigen. Ein Betonmischer fasst in der Regel ca. 8-9m³ Beton. Der Rest ist wieder Mathematik.
Aber lesen Sie selbst ein Beispiel aus Münster.

 

Dieser Anblick wird sich einige Zeit ziehen: Bodenplatte, Seitenwände, Stützen, Decke etc… Dann steht irgendwann einmal die Tiefgarage.

 

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Betonmischer stehen in einer Schlange. 50-60 LKW werden in diesem Beispiel für jeden der 3 Abschnitte der Bodenplatte 400m³ Beton anliefern. Es entstehen in diesem Beispiel 35 Wohneinheiten.

 

Eventuell wurde bereits mit den Vorbereitungen der ersten Gebäuden begonnen, die jetzt der Reihe nach errichtet werden müssen. In dieser Zeit wird es wieder sehr viele Anlieferungen geben, es wird betoniert, große Kräne sind ständig am Laufen. Für den Gebäuderiegel entlang der Darmstädter Straße muss selbige sicherlich einseitig eingeengt oder stellenweise sogar gesperrt werden.

Dies und vieles mehr wird sich über mindestens 2 Jahre, vermutlich eher über 3 Jahre hinziehen. Am Ende der Baustelle werden tausende von LKWs durch Bickenbach gefahren sein, mit ungeahnten Auswirkungen auf unsere bestehende Infrastruktur. Bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde es nicht versäumt, ein Beweissicherungsverfahren anzustreben und den Investor dazu zu verpflichten, den Ursprungszustand auf seine Kosten wieder herzustellen.

Anlieger sollten Vorfeld selbst einen Gutachter einschalten, um Schäden später geltend machen zu können.

Es bleibt zu hoffen, dass durch den enormen Baustellenverkehr niemand ernsthaft zu Schaden kommt. Immerhin durchkreuzt der Baustellenverkehr Bickenbach genau in dessen Mitte, egal von wo der Verkehr anrollt. Schulwege sind betroffen, ebenso die täglichen Lauf- und Radwege der Bevölkerung. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sich der Baustellenverkehr seine Wege auch durch August-Bebel-Straße & Co. suchen wird – ob nun erlaubt oder nicht.

Die Baustelle wird aus unserer Sicht die Bestandsgeschäfte in der Darmstädter Straße belasten. Lärm und Schmutz, Erschütterungen, Halteverbote und keinerlei Parkmöglichkeiten für 2-3 Jahre. Der Gewerbeverein in Bickenbach sieht diese Gefahr offenbar nicht. Die Zukunft wird es zeigen.

Während der Bauzeit wird es natürlich auch Ausweichverkehr geben. In Gesprächen mit der Gemeinde wurde das Thema „Verkehrskonzept“ als Schlagwort in die Runde geworfen mit dem Hinweis, dass ein solches her muss. Wer stellt dieses Konzept auf und wann? Werden die Bürgerinnen und Bürger daran beteiligt?

Fakt ist, dass neben dem Baustellenverkehr definitiv viel Ausweichverkehr erzeugt wird. Wer glaubt, dass die Darmstädter Straße während der Bauzeit weiterhin in vollem Umfang nutzbar sein wird, irrt! Der Ausweichverkehr wird sich die bekannten Routen suchen. In erster Linie durch die Waldstraße wie schon früher. Auch die Schulstraße und Bachgasse könnten betroffen sein. Weiterhin natürlich August-Bebel-Straße, Hügelstraße und Jugenheimer Straße.

Wie es auch kommen mag, ein solches Großprojekt wird ganz Bickenbach über einen langen Zeitraum stark belasten.

Eine Alterantive Planung mit weniger Wohneinheiten und weitaus weniger Tiefgarage würde zwar auch Baustress verursachen, aber in weitaus geringerem Maße und über eine deutlich kürzere Zeit. Aus unserer Sicht müssen auch solche Überlegungen im Vorfeld in die Abwägung eines Projektes eingehen. Nicht jedes Projekt ist überall realisierbar, ob man es nun gut findet oder nicht!