Appell vor einem Jahr

Vor einem Jahr überreichte die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach der Gemeindevertretung einen Appell, die Beschlussfassung über eine Bebauungsplan-Änderung, mit der das Projekt des Schlossallee-Investors als ‚Neue Mitte‘ ermöglicht werden sollte, um ein Jahr zu verschieben.

Dazu ein lesenswerter Beitrag der Komm,A auf deren Webseite, den wir an dieser Stelle gerne verlinken.

Von unten? – von wegen!

 

 

 

ENDLICH MASSNAHMEN GEGEN DEN DURCHGANGSVERKEHR IN BICKENBACH

  • Bürgermeister wird endlich aktiv
  • Ampelanlagen sind Auslaufmodelle
  • Ein Kreisel oder eine abknickende Vorfahrt passen

 

Die Verkehrsbelastung für Bickenbach durch die Bundesstraße B3 ist gewaltig: Zwischen 14.000 und 18.000 Autos fahren täglich durch den Ort und machen den Aufenthalt entlang der B3 und in unserer Ortsmitte mehr als unangenehm.

Um in der Ortsmitte die Voraussetzungen für eine passable Aufenthaltsqualität zu schaffen, fordert die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach schon lange Verkehrsumlenkungsmaßnahmen über die Berta-Benz Straße zur Verringerung des Durchgangsverkehrs.

Bereits am 19.12.2018 stand im Darmstädter Echo (Artikel ist angefügt), dass eine Ampelanlage an der südlichen Einmündung in die Berta-Benz Straße realisiert werden könnte. Ein Verkehrskreisel scheide aus, da der Platz nicht zur Verfügung stünde, so der Bürgermeister.

Ampelanlagen werden aktuell vielerorts aus guten Gründen zurückgebaut und gerade durch Kreisel ersetzt. Man kann sicherlich behaupten, dass Ampelanlagen ein Auslaufmodell sind und (sofern es die Kapazität hergibt) deutliche Nachteile gegenüber modernen Lösungen wie Kreisverkehren haben. Was den Verkehrsfluss angeht, so liegt der Schwellenwert erst bei ca. 25.000 KFZ/Tag, ab dem eine Ampelanlage Sinn machen kann. Ansonsten bietet ein Kreisverkehr in jeglicher Hinsicht nur Vorteile.

„Der Mensch an sich ist wahrnehmungspsychologisch wie physiologisch und erst recht charakterlich für den schildergeregelten und den ampelgesteuerten Verkehrsknotenpunkt ungeeignet.“

Werner Brilon, Experte für Verkehrswesen und Emeritus der Ruhr-Uni Bochum

Bickenbach scheint hier wieder einmal einen anderen Weg einzuschlagen. Wie bei der geplanten Bebauung in der Ortsmitte, ist man irgendwie an die 80iger Jahre erinnert. Man setzt auf das Auslaufmodell! Wartezeiten werden durch Ampelanlagen nicht verringert, wie das der Bürgermeister behauptet, und haben gerade keine bessere Umlenkungsfunktion.

Die beste Lösung wäre sicherlich ein Kreisel, wie diese gerade landauf und ab gebaut werden und Ampelanlagen ersetzen. Eine zu untersuchende Alternative wäre auch eine abknickende Vorfahrt. Beides besser als Ampelanlagen. Die beste Lösung sollte erörtert werden und dann geschaut werden, wie man diese umsetzen kann. Aus unserer Sicht ist es durchaus machbar, einen Kreisverkehr an der entsprechenden Stelle unterzubringen.

kreisel skizze

Es ist ein Ammenmärchen, dass Kreisverkehre keine Umlenkungsfunktion erfüllen, da die Straßeneinmündungen gleichberechtigt sind. Das ist kein Hindernis, sogar ein Vorteil. Durch eine Beschilderung und entsprechende Gestaltung funktioniert das System, der Verkehrsfluss ist hoch, die Umgehung würde angenommen. Zusätzlich passt sich ein Kreisverkehr der Verkehrsbelastung an. Er funktioniert sonntagabends genauso gut wie montagmorgens im Berufsverkehr. Eine Ampelanlage ist ohne aufwändige Steuerung bzw. Verkehrsmesstechnik relativ dumm und erzeugt Behinderungen im Verkehrsfluss.

Es ist auch keineswegs so, wie vom Bürgermeister behauptet, dass sich eine geplante Bebauung des südwestlich gelegenen Baugrundstückes nicht verschieben ließe. Das geht durchaus. Ein Wegrücken von der vielbefahrenen Straße  könnte sogar einen gewissen Sinn ergeben. Der Bebauungsplan sieht entlang der B3 eine straßenbekleidende, eng stehende Bebauung vor. Dieses Konzept war schon 1997 falsch und  wegen des Verkehrs unverantwortlich. Nicht grundlos entwickelt sich an der Stelle seit Jahren nichts, trotz einer boomenden Wohnungsnachfrage. Der Bebauungsplan soll fortgeschrieben werden. Das verschafft der Gemeinde die Möglichkeit ihre Vorstellungen zu berücksichtigen. Die Gemeinde muss für das Wohlergehen seiner Bürgerinnen und Bürger sorgen. Dazu gehört eine Verringerung des Durchgangsverkehrs. Nur so werden Grundlagen geschaffen für eine lebenswerte und attraktive Ortsmitte.

Ein Kreisverkehr funktioniert und ist richtig. Eine lebenswerte Ortsmitte kann mit den richtigen Konzepten entstehen!

Der Bürgermeister muss richtig handeln. Er muss das beste Konzept verfolgen und keine drittbeste Lösung favorisieren.

Eine motivierte und hochkompetente Hochschule würde sich sicherlich freuen, ein solches Thema bearbeiten zu dürfen und z.B. im Rahmen einer Diplomarbeit entsprechende Lösungskonzepte zu erarbeiten.

Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 19.12.2018:

20181219de41

Weitere Quellen und Infos zum Thema:

Kreisverkehre – Die besseren Kreuzungen (ZeitOnline, 3.1.2018)

Die Ampel als Auslaufmodell (Spiegel Online, 9.3.2011)

ADAC – Der Kreisverkehr (PDF)

Ist die Ampel ein Auslaufmodell? (NDR, Xenius, YouTube, 6.3.2017, ab Minute 21)

 

 

 

 

 

NICHTS NEUES VOM BÜRGERMEISTER!

  • Darmstädter Echo zum Normenkontrollverfahren und Grundstücksverkäufen
  • Haushaltskasse von Bickenbach bleibt leer
  • Bürgermeister lehnt Verantwortung für Unterwertverkauf ab!

Das Darmstädter Echo hat am 27.12.2018 über die Fortsetzung des Normenkontrollverfahrens und die Veräußerung von gemeindeeigenen Grundstücken in der Ortsmitte berichtet.

Hier der lesenswerte Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 27. 12. 2018:

20181227de46

 

Quelle: Darmstädter Echo vom 27.12.2018

Nichts Neues von Herrn Hennemann.

Die Wertermittlung sei lt. Hennemann nicht „verifizierbar“, womit er die Überprüfung des Wahrheitsgehalts der Ermittlung der Grundstückspreise durch den von der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach beauftragten Sachverständigen wohl meint. Seine Begründung: Der Autor sei nicht benannt worden. Als ob die Richtigkeit einer Berechnung von einer Nennung des Autors abhängig ist. Ziemlicher Unsinn. Mehr fällt dem Bürgermeister nicht ein. Statt dafür zu sorgen, dass der Kaufpreis nachgebessert wird, ersatzweise dem Käufer die Annullierung des Vertrages angedroht wird.

Die Verantwortung für den Unterwertverkauf – immerhin € 500.000 – schiebt er der Gemeindevertretung zu. Da macht Hennemann sich etwas vor. Schon die Kommunalaufsicht des Kreises hat ihm verdeutlicht, dass er als Bürgermeister für rechtmäßige und gesetzeskonforme Abwicklungen, wozu auch Grundstücksverkäufe gehören, zu sorgen hat. Auch hier wieder das schon mehrfach festzustellende Verhalten. Fehler werden nicht eingestanden und behoben, stattdessen Verlagerung von Verantwortung, Ignoranz von Fakten mit fast gebetsmühlenhaftem Wiederholen von nicht belegbaren Positionen.

Das gilt auch für dem Investor gewährte Unterbau- und Überbaurechte. Die Druckleitung auf gemeindlichen Grundstücken stelle keine Wertminderung dar, so Hennemann. Jedes Recht für Andere auf einem Grundstück stellt grundsätzlich eine Belastung dar, ist demnach wertmindernd. Dafür wird üblicherweise ein Ausgleich vereinbart. Nicht so bei Hennemann. Es wurde keine Gegenleistung vereinbart.

Und wieder erklärt der Bürgermeister, dass die Kosten für den Abriss der Gaststätte ZUR ROSE nicht zu beanstanden seien. Die Abbruchkosten waren für die Bürgerinitiative Ortsmitte nie ein Thema. Wir wenden uns gegen die Gleichsetzung von Abbruchkosten = Wert eines Gebäudes. Das kritisieren wir und bleiben dabei, dass der Restwert des Gebäudes ein Mehrfaches der Abbruchkosten betrug. Ob der eilige Abbruch des ortsgeschichtlich bedeutsamen Gebäudes rechtens war, bleibt offen und ein nicht wieder gut zu machender Fehler!

abbruch 2018

Abbruch 2018

 

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Historische Aufnahme