Diskussionsforum Verkehr am 23. Mai 2019

Am 23. 5. 2019 hatten wir eine feine Veranstaltung zum Verkehr in Bickenbach mit interessanten Beiträgen und einer ausgezeichneten Debatte.  Es ist nicht damit getan, ein paar Verbotsschilder aufzustellen, einige Poller zu setzen oder Straßenmarkierungen aufmalen zu lassen. Das Problem des Verkehrs in Bickenbach hat eine viel grundlegendere Dimension. Die Kernprobleme wurden erstmals in einem größeren Kreis ausführlich von Bürgerinnen und Bürgern debattiert. Der von der Gemeinde eingeschlagene Weg, den Autoverkehr am Fließen zu halten, geht in die falsche Richtung.

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  • Soll das Auto weiterhin das bevorrechtigte Verkehrsmittel sein?
  • Autos sind wichtig, haben aber haben kein absolutes Vorrecht!
  • Gegen ein autogerechtes Dorf!
  • Gemeinde macht falsche Verkehrspolitik!
  • Gemeinde muss Bedingungen verbessern, die ein Umsteigen vom Auto auf andere Verkehrsmittel fördern!
  • Der Durchgangsverkehr muss reduziert werden!
  • Mehr sichere Fuß- und Radwege!
  • Für einen besseren öffentlichen Personennahverkehr!
  • Lärmschutz jetzt!
  • Umwelt- und Klimaschutz vor Autoschutz!
  • Schützen wir unser Bickenbach vor dem Ausverkauf an wildgewordene Immobilieninvestoren mit ihren Auswirkungen auf die Umgebung, verursachende Staus und Schleichverkehre!

 

Lenken wir den Verkehr um! Eine Forderung, die von der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach von Anbeginn gestellt wurde!

Projektname

Ohne Verkehrsberuhigung keine funktionierende Ortsmitte! Schallschutz an der Bahnstrecke schafft zusätzlich mehr Ruhe.

Projektname

Debattenbeiträge:

  • Die Berta-Benz-Straße müsse attraktiver werden!
  • Die „Umgehungsstraße“ habe zu wenige Anbindungen an den Ort!
  • Autofahrer haben eine Verantwortung, wenn sie unterwegs sind! Das gilt nicht nur am Wohnort! Das Bewusstsein zur Rücksichtnahme müsse bei Autofahrern geschärft werden!

 

Kreisverkehre erfüllen erwiesenermaßen sehr gut Verkehrsumlenkungsfunktionen. Die Behauptung des Bürgermeisters ist falsch, das könne nur mit einer Ampelanlage erreicht werden.  Außerdem ist seine Aussage falsch, es fehle an der südlichen Einfahrt der Berta-Benz-Straße an Platz für einen  Kreisverkehr. Ampelanlagen werden landauf und -ab durch Kreisel ersetzt. Der Bürgermeister sollte seine Aussagen auf Sachgerechtigkeit überprüfen.

Durch das vorgeschlagene Bebauungskonzept an der Zwingenberger Straße erhält die Gemeinde ein Baugrundstück, womit sich die Kosten für einen Kreisverkehr finanzieren lassen. B3 und Berta-Benz- Straße haben an der Stelle ein Verkehrsaufkommen von bis zu 20.000 Fahrzeugen pro Tag. Ein Konzept zum Schutz der Bewohner gegen Lärm hat die Gemeinde in dem neuen Bebauungsplan nicht vorgelegt. Als ob es das Problem nicht gäbe. Es lässt tief blicken in die Sicht der Gemeinde zum Thema Verkehr und seinen Auswirkungen. Die Gemeinde verfolgt überholte rückwärtsgewandte, ja vielleicht als naiv und rückständig zu bezeichnende Konzepte.

Projektname

Debattenbeiträge:

  • Ampelanlangen sind  überholt und deshalb seien sie nicht zu bevorzugendes Instrument zur Lösung einer Verkehrsumlenkung!

 

Die Lärmkartierung des Kreises zeigt ein erschreckendes Bild. Bickenbach ist hochbelastet durch Autobahnen, Schienenverkehr, aber auch durch die durch den Ort führende B3. Lärmpegel  von über 75 db wurden festgestellt. Das ist vergleichbar mit dem Lärm von Rasenmähern und Presslufthämmern. Die Gemeinde tut nichts und ignoriert das Problem.

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Debattenbeiträge:

  • Der Lärm sei doch sehr groß in Bickenbach!
  • Es fehle an Lärmschutzmaßnahmen an Bahn und lauten Straßen!

 

Der Ortskern muss verkehrsberuhigt werden. Nur so werden die Grundlagen geschaffen für eine attraktive Ortsmitte, für die Ansiedlung von einigen Geschäften, die auch genutzt werden, da Fußgänger, Frauen mit kleinen Kindern, Senioren und Radfahrer sich sicher dahin begeben können.

Es benötigt bauliche Veränderungen von Straßen, die Schaffung von Fuß- und Radwegen und eine Schaffung von öffentlichen Räumen zum aufhalten. Fahrten mit dem Auto werden nicht notwendig. Viele Menschen würden sich gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad mit dem täglichen Bedarf im Ortskern versorgen können. Das Planungskonzept der Bürgerinitiative, das in den Plan eingeblendet wurde, enthält die erwähnten konzeptionellen Ansätze.

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Debattenbeiträge:

  • Gemeinde erstelle kein zukunftsgerechtes Verkehrskonzept!
  • Gemeinde entwickele kein Gesamtkonzept mit intensiver Beteiligung der Bürgerschaft!
  • Gemeinde habe keine zukunftsgerichtete Lösung  für die Waldstraße!

 

Die Mobilität der Zukunft ist nicht nur das Auto, sondern auch E-Bikes, E-Roller, Carsharingsysteme, ein verbesserter öffentlicher Nahverkehr, über Apps gesteuerte Verkehrsmittel, Rufbusse usw. Auch und gerade im Umfeld von großen Städten wird das in den Kommunen sich entwickeln und es ist wichtig, darauf zukunftsgerichtet zu reagieren. Nur so kann der Verkehrskollaps vermieden werden, die Kosten für die Instandhaltung für Straßen in Grenzen gehalten werden, die Wohnqualität erhalten und verbessert und ein wichtiger örtlicher Beitrag zum Umwelt-/Natur- und Klimaschutz geleistet werden. Das sind Kernthemen, die die Zukunft bestimmen. Nichts zu den Kernthemen ist bisher von der Gemeinde zu vernehmen. Nur ein Kratzen an der Oberfläche mit dem Zweck , das Autofahren weiterhin bequem und störungsfrei zu ermöglichen. Es muss sich ändern. Das Auto hat nicht mehr die absolute Vorzugsberechtigung vor anderen Verkehrsmitteln und -teilnehmern!

Projektname

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Debattenbeiträge:

  • Bickenbach sei für Fußgänger und Radfahrer unattraktiv und sehr gefährlich!
  • Gemeinde habe zu dem Radwegekonzept des Kreises keinen einzigen Vorschlag gemacht!
  • Der Bahnhof sei ein Glück und großer Vorteil für Bickenbach, das könne mehr genutzt werden!
  • Busse des Verkehrsbetriebs seien zu groß, müssten besser dem Bedarf angepasst sein, wäre effizienter und umweltfreundlicher!

 

So  stellen wir uns eine attraktive Ortsmitte vor als öffentlicher Raum für alle gut nutzbar und attraktiv, lebendig, verkehrsberuhigt, lebendig für Fußgänger und Radfahrer.

2018-01-17_Bickenbach_001_mehr Menschen plus Bikeund Sonne

 

Wer sich informieren möchte, wie man analoge Problemstellungen prinzipiell lösen kann, sollte sich etwas Zeit nehmen und die Lösung der Gemeinde Rudersberg studieren. Dies Umgestaltung der Ortsdurchfahrt wurde 2016 mit dem Deutschen Verkehrsplanungspreis ausgezeichnet und hat viele Ansätze erfolgreich umgesetzt, die auch im Verkehrsforum diskutiert wurden. Man muss das Rad nicht neu erfinden.

 

3 Gedanken zu „Diskussionsforum Verkehr am 23. Mai 2019

  1. Wer mal einen realistischen Kreisel (Zwingenberg: Durchmesser 37m) mit dem Vorschlag der BI (Durchmesser 26m) vergleicht und die dargestellte tangentiale Anbindung der B3 betrachtet, wird die Sinnhaftigkeit eines solchen Kreisels durchaus in Frage stellen. Ein ähnlicher Kreisel in Jugenheim erfüllt seinen Zweck jedenfalls nicht! Dies nur mal so als Beispiel zu den Vorschlägen der BI.
    Dieser Satz entspricht übrigens ganz und gar nicht den Tatsachen: „Die Kernprobleme wurden erstmals in einem größeren Kreis ausführlich von Bürgerinnen und Bürgern debattiert.“
    Unser Bürgermeister Markus Hennemann hat drei umfangreiche Verkehrsforen durchgeführt, VOR der Veranstaltung der BI. Die für die Planung und Umsetzung der daraus resultierenden Maßnahmen angedachte Haushaltsansatz wurde allerdings mit den Stimmen von CDU, FDP und erstaunlicherweise auch Komm,A (so viel zur Umsetzung von Bürgerinteressen) aus dem Haushalt heraus gestrichen!

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  2. Wer sich mal einen realistischen Kreisel anschaut (Zwingenberg, Durchmesser 37m), diesen mit dem Vorschlag der BI vergleicht (Durchmesser 26m) und die dargestellte tangentiale Anbindung der B3 betrachtet, darf durchaus die Sinnhaftigkeit eines solchen Kreisels in Frage stellen. Der vergleichbare Kreisel in Jugenheim zeigt, dass falsch dimensionierte Kreisel quasi keinen positiven Effekt haben. Dies nur als Besipiel zu den Vorschlägen der BI.

    Außerdem bedarf es einer Richtigstellung bei dem Satz „Die Kernprobleme wurden erstmals in einem größeren Kreis ausführlich von Bürgerinnen und Bürgern debattiert.“
    Unser Bürgermeister Markus Hennemann hatte schon lange VOR dieser Veranstaltung drei Verkehrsforen mit sehr hoher Bürgerbeteiligung ins Leben gerufen. Zur weiteren Planung und Umsetzung der daraus abgeleiteten Maßnahmen waren im vom Bürgermeister vorgelegten Haushaltsentwurf 80.000€ für 2019 vorgesehen. Leider wurde dieser Ansatz mit den Stimmen von CDU, FDP und erstaunlicherweise auch Komma,A (soviel zur Umsetzung von Bürgerwillen) heraus gestrichen.

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    • Sehr geehrter Herr Schröder,

      für die Unannehmlichkeiten bei der Erstellung Ihres Kommentars bitten wir nochmals um Entschuldigung. Die BI veröffentlicht alle Kommentare unzensiert sofern es sich nicht um Spam oder strafbare bzw. ersichtlich hetzerische oder rassistische Kommentare handelt. Die Probleme bei Ihrem Kommentar waren rein technischer Natur, da die Freigabefunktion nicht richtig funktionierte.

      Zum Thema Kreisel…
      Ein Kreisverkehr an dieser Stelle ist eine Option, die untersucht werden muss. Nicht gesetzt ist, dass es die einzige oder gar richtige Option ist. Es wurde jedoch seitens der Gemeinde zunächst dargestellt, dass ein Kreisverkehr nicht machbar ist und eine Ampel in Betracht käme. Ob und wie ein Kreisverkehr an dieser Stelle eine gute Option ist, muss von Experten rechnerisch und planerisch untersucht werden. Das betrifft auch die von Ihnen nach heutigem Stand tangentiale Anbindung, die mit entsprechender Planung entsprechend gestaltet werden kann.
      Die von Ihnen aufgeführten Beispiele aus den Nachbargemeinden stehen dort und nicht in Bickenbach. Dort gibt es andere Verkehrsströme und Verhältnisse. Daraus Schlüsse zu ziehen ist einfach aber falsch.

      Das ganze Thema krankt an einer ganz anderen Stelle. Es mangelt der Gemeinde an einem ausgesprochenen Ziel nebst Begründung für diesen Knotenpunkt. Ein Ziel, welches man beispielsweise in einem Ortsentwicklungsplan hätte definieren können.

      Es soll neben her, weil man gerade konzeptlos einen B-Plan aufstellt, ein wichtiger Knotenpunkt mit umgestaltet werden. Sinn würde es vielmehr machen

      1. die bei weitem wichtigere Zielsetzung für den Verkehrsknotenpunkt festzulegen
      2. eine verkehrstechnische Untersuchung für die definierte Zielerreichung zu beauftragen
      3. die notwendige öffentliche Debatte dazu zu führen
      4. danach die Umsetzung zu starten, Vorrangig Knotenpunkt (öffentliches Interesse), Nachrangig B-Plan (privates Interesse)

      Ich persönlich bin mir sicher, dass seitens Gemeindevertretung Mittel freigegeben werden würden für ein klar definiertes Ziel. Vor allem dieses Ziel, als Schlüsselelement für die Entwicklung Bickenbachs.

      Zum Thema Verkehrsforum…
      Das von BM Markus Hennemann ins Leben gerufene Verkehrsforum war ein guter und richtiger Ansatz. Ich selbst habe daran teilgenommen. Viele der in diesem Forum diskutierten und erarbeiteten Themen waren jedoch sehr Kleinteilig, wenngleich wichtig. Der Ansatz der BI ist, an anderer Stelle anzusetzen und das Thema der grundsätzlichen Verkehrsbelastung Bickenbachs als Ursache für viele der im Verkehrsforum von BM Markus Hennemann festgestellten Probleme herauszustellen. Dieser Ansatz, d.h. diese Kernprobleme, wurde tatsächlich das erste mal in einem größeren Kreis mit diesem Fokus diskutiert. Von daher bedarf es keiner Richtigstellung. Hätten Sie an unserem Diskussionsforum teilgenommen, wüssten Sie, dass wir unsere Aktion nicht gegen die Aktion von BM Markus Hennemann gestellt haben, sondern parallel dazu.

      Zum Thema Haushaltsmittel…
      Ich persönlich finde es richtig, dass diese Mittel nicht freigegeben wurden. Anstatt sich darüber zu monieren, sollte man ggf. überlegen, warum dies in einem ungewöhnlichen Mehrheitsverhältnis geschah, d.h. ob es inhaltliche Probleme gab.
      Auch hier bin ich der Meinung, dass es einer klaren Zielstellung bedarf, um Mittel dafür verwenden zu können. Eine solche Zielsetzung kann ich nicht erkennen. Deshalb unterstütze ich persönlich den Beschluss, die Haushaltsmittel zu streichen. Ich bin Bürger. Mein Interesse wurde in diesem Fall von CDU, FDP und auch Komm,A wahrgenommen.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Marc-Andre Lyachenko

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