Monsterbauten

In Darmstadt-Arheilgen wird aktuell von einem Monsterneubau gesprochen. Luftballonaktionen sind geplant. Die Bürger gehen auf die Barrikaden. Kommt einem bekannt vor?

Auch in Darmstadt-Arheilgen soll im Ortskern in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem geschützten Ensemble innenverdichtet werden. Ein ALDI soll gebaut werden nebst 15 Wohnungen.

Im Vergleich zu dem, was in Bickenbach geplant ist, wirkt dieses Vorhaben fast schon niedlich: „Nur“ etwa 40m lang und 3-geschossig. Im Vergleich Bickenbach: 90m lang, 4-geschossig (nur der Vorderbau). Dabei ist die Frankfurter Straße in Darmstadt-Arheilgen (einem Ortsteil mit ca. 18.000 Einwohnern) am Ort des Vorhabens noch etwa doppelt so breit wie die B3 in Bickenbach.

Artikeln im ECHO zu Folge wurden in Darmstadt-Arheilgen sogar einige Eingaben der Bürger berücksichtigt. So erhalten die Gebäude teilweise Satteldächer und wurden in ihrer Höhe der umgebenden Bebauung angepasst. Mit einer Grünfläche soll Abstand zum geschützten Ensemble gehalten werden. Bemerkenswert: Bei 15 Wohnungen (Vergleich Bickenbach: mindestens 55 Wohnungen) sind lediglich 9 TG-Plätze (von insgesamt 41) für Anwohner vorgesehen. Im Vergleich: Bickenbach will mehr als 160 TG-Stellplätze insgesamt für die Neue Mitte. Dennoch und trotz einiger berücksichtigter Bürgereingaben ist der Protest in Darmstadt-Arheilgen enorm.

Interessanterweise erfolgt der Konflikt in Darmstadt unter umgekehrten politischen Vorzeichen. So spricht sich die SPD in Darmstadt gegen diesen „Monsterbau“ aus – mit Argumenten, die der BI nicht fremd sind. Verkehrte Welt…

Es sollte unseren Gemeindepolitikern Stoff zum Nachdenken geben, was sie da in Bickenbach vorhaben – zu was jeder einzelne Gemeindevertreter als Person seine Zustimmung gibt. Was in Bickenbach in unseren Ortskern gepflanzt werden soll, dagegen ist das Vorhaben in Darmstadt-Arheilgen geradezu ein Witz!

Einige Zitate aus dem ECHO Artikel zu Darmstadt-Arheilgen:

„Es wird lauter, wärmer und Grünflächen werden zerstört.“; Gerhard Schäfer, Regionalplaner

„Projekt völlig überdimensioniert für den Ortskern“; Ute Dupper, IGAB

„Das Konzept des Bebauungsplans A 43 ist unhistorisch, unschlüssig und unappetitlich kommerziell.“; Architekt und Stadtplaner Karsten Bliesner

„Grundflächen- und Geschossflächenzahl gegenüber dem bestehenden Bebauungsplan sei viel zu groß“; Architekten Burkard Gaugler und Rainer Kossack

 

All diese und viele weitere Aussagen von ausgewiesenen Fachleuten, beispielsweise zu Bauproblematik, Verkehr usw., treffen uneingeschränkt auch für die Neue Mitte Bickenbach zu. Die Gemeinde jedoch will das nicht hören, will oder kann es nicht verstehen. Getreu dem Spruch von Johann Wolfgang von Goethe: „Es hört doch jeder nur, was er versteht.“ Gerichtet an die Gemeinde möchten wir mit einem weiteren Zitat von Goethe abschließen: „Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsre nicht achten.“

 

Links:

Die meisten referenzierten Artikel aus dem Darmstädter ECHO sind so genannte PLUS-Inhalte, d.h. online käuflich zu erwerben. Der Hauptbezugsartikel stammt aus der Printausgabe Am Wochenende vom Samstag, den 18. Januar 2020.

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/burgerproteste-in-arheilgen-zu-aldi-planen_20988632

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/kommentar-zum-aldi-bau-in-arheilgen-vorbeigeplant_20989262

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/arheilger-interessengemeinschaft-nicht-gegen-aldi_21047697

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/koalition-lobt-kombination-von-wohnen-und-aldi-in-arheilgen_21083896

 

 

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