Die widersprüchlichen Äußerungen des Bürgermeisters

Kommentar zum ECHO Artikel „Streit um Bickenbachs Mitte“ vom 14. Februar 2020

Bürgermeister Markus Hennemann wird in dem Artikel zitiert, dass der Bauherr frühzeitig vor dem formellen Verfahren über seine konzeptionellen Vorstellungen informiert. Diese Aussage ist fragwürdig, wenn nicht falsch. Die Öffentlichkeit hat über die Presse am 7.02.2020 erstmalig erfahren, dass es neue, bereits wieder fertige Pläne gibt. Planungsausschuss, Fraktionsvorsitzende und Gemeindevorstand wurden vorab in einer einzigen, nichtöffentlichen Sitzung unter Geheimhaltungspflicht informiert. Es ist nicht bekannt, dass die Fraktionen oder der Planungsausschuss über diese einzige Sitzung hinaus offiziell eingebunden oder informiert wurden.

Nicht richtig ist die Aussage von Bürgermeister Markus Hennemann, dass der Stillstand durch die Klage eines direkten Anwohners verursacht wurde. Richtig ist, dass ein direkter Anwohner als natürliche Person stellvertretend für die Bürgerinitiative und viele Bürger als Kläger auftrat, da eine Bürgerinitiative als solche nicht klagen kann. Der abermalige Versuch, Gegner dieses absurden Vorhabens zu isolieren und klein zureden, scheitert.

Vielmehr richtig ist, dass der Stillstand durch grob fahrlässige Planung und handwerkliche Fehler der Gemeinde verursacht wurde, welche die Bürgerinitiative aufgezeigte und der Hessische Verwaltungsgerichtshof bestätigt hat.

Bürgermeister Markus Hennemann und das Parlament sollten sich vor Augen führen, dass man Anfang 2019 ein Projekt durchgewunken hat, von dessen Konzept man Anfang 2020 selbst schon nicht mehr überzeugt ist. Wie sonst sind die jetzigen inhaltlichen Änderungen zu erklären? Der Bau von Luxuswohnungen und Gewerbeflächen wäre bereits in vollem Gange, hätte der Hessische Verwaltungsgerichtshof auf Betreiben der Bürgerinitiative die Sache nicht gestoppt. Beides will man jetzt selbst nicht mehr. Diese Unschlüssigkeit ist direkte Konsequenz der Planlosigkeit der Gemeinde, da man selbst weder Ziele definiert noch eigene Entwicklungskonzepte ausgearbeitet hat.

Es bleibt dabei, die Gemeinde Bickenbach weigert sich seit nunmehr über 5 Jahren strickt, die Bürgerschaft in die Entwicklung der wichtigen Ortsmitte einzubeziehen. Im Januar 2015 wurde das Projekt immerhin erstmalig, jedoch nichtöffentlich im Planungsausschuss vorgestellt. Stattdessen betreibt man seitdem Machtpolitik, um sich vehement zu Gunsten eines Investorenprojektes einzusetzen.

Bis heute beruft man sich in Sachen Öffentlichkeitsbeteiligung auf zwei Bürgerversammlungen aus dem Jahr 2016, in denen noch nicht ausgearbeitete Konzepte bereits als alternativlos vorgestellt wurden. Im Jahr 2020 ist der damalige Architekt schon lange nicht mehr beteiligt, der Investor ist neu zusammengesetzt, es gibt einen neuen Bürgermeister und das Konzept hat sich gemäß der aktuellen Berichterstattung inhaltlich verändert. Nach Ansicht des Bürgermeisters und der Parlamentsmehrheit haben die Bürger*innen Bickenbachs diese Entwicklung so zu akzeptieren und müssen nicht weiter informiert oder gar beteiligt werden. Diese Einstellung und dieses Vorgehen können nicht gut gehen. Es wird wieder scheitern, in der ein oder anderen Art und Weise.

Marc-Andre Lyachenko


 

Wir empfehlen, zum obigen Kommentar das Lesen der Komm,A Pressemitteilung, die sich zu diesen Aussagen ebenfalls geäußert hat um widersprüchlichen Darstellungen zu korrigieren.

20200217 Presseerklärung zur ‚Neuen Mitte‘, Äußerungen BGM zur Bauleitplanung

Auf der entsprechenden Webseite ist auch der referenzierte Artikel mit den Aussagen von BM Markus Hennemann zu finden.

 

 

Presseerklärung der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach

 

Zu dem Artikel im Darmstädter Echo MEHR WOHNUNGEN, WENIGER GEWERBE am 7.02.2020

Es ist schon fast typisch für Bickenbach, dass die Bürgerschaft nur über die Presse Informationen zur Bebauung der großen Brache in der Ortsmitte erhält. Wie aus dem Artikel hervorgeht, erfolgte die weiterführende Planung in enger Abstimmung mit der Gemeinde. Der Investor erklärt, die Planung sei fertig. Der Bürgermeister hält es nicht für angebracht, die Öffentlichkeit über die Details der neuen Planung zu informieren.

Wir als Bürger*innen und Bürgerinitiative fragen uns, was den Bürgermeister legitimiert, hinter verschlossenen Türen und geheim zu einem der wichtigsten Entwicklungspotenziale von Bickenbach Festlegungen mit einem Investor zu treffen, ohne Partizipation der Bürgerschaft und ohne jegliche von den Gremien verabschiedete Grundlage zur zukünftigen Entwicklung des Ortes. Es wird auch nicht damit demokratisch, indem Fraktionsvorsitzenden Informationen zugänglich gemacht werden. Man muss dazu wissen, dass das mit strenger Geheimhaltungspflicht verbunden wurde, die sich natürlich gerade gegen die Fraktion Komm,A richtete, welche die bisher bekannten Planungen ablehnt.

Was sind das für Sitten und welches Verständnis von Demokratie herrscht bei Bickenbachs Bürgermeister? Er schließt die Bürgerschaft aus. Es scheint, dass eine als kleine Gruppe aus Bürgermeister und einzelnen Vertretern der befürwortenden Parteien der Ansicht ist legitimiert zu sein, für alle Bürger*innen und über deren Köpfe hinweg das Baukonzept für die Ortsmitte festlegen zu können.

Wir als Bürgerinitiative fragen uns auch, auf welcher fachlichen Basis das geschieht. Es gibt keine Daten zum Bedarf, nicht mal Leitlinien zur städtebaulichen Entwicklung oder sonstiger Analysen zu Defiziten und einem resultierenden Handlungsbedarf. Wenn das Konzept des Investors so gut ist, wieso zeigt es der Bürgermeister der Bürgerschaft nicht? Es scheint so, dass dem Investor blind gefolgt wird. Gleichzeitig wird regelmäßig schon vorgebaut, sollte die Katastrophe bei dem Bauvorhaben sich einstellen. Man sei schließlich als Gemeindevertreter nur ehrenamtlich tätig. Einspruchsrechte in einem Bebauungsplanverfahren ersetzen auch keine öffentliche Debatte über das richtige bauliche Konzept für die Ortsmitte.

Dass der Bürgermeister weder Interesse noch Bereitschaft zeigt, zunächst eine gemeinsame Grundlage zur zukünftigen Nutzung und Bebauung unter Beteiligung der Bürgerschaft zu entwickeln, ist aus Sicht der Bürgerinitiative ein großer Fehler und bezeichnend für Geringschätzung der Bürgerschaft. Nur scheinbar wird die Bürgerschaft als Prinzipal angesehen. Der Bürgermeister, CDU, SPD und FDP setzen erneut nur auf das Pferd Investor und verlassen sich auf ihn. Das wird auch dabei deutlich, dass der Investor den Planer für die Erstellung des neuen Bebauungsplans führt. Dass der Bebauungsplan damit erneut ein Spiegelbild der Planung des Investors sein wird, ist leider das logische Ergebnis. Der Bürgermeister gibt zwar vor, dass die Planung dem Willen der Gemeinde entspricht, aber wie soll das auch gelingen, wenn die Gemeinde nicht selbst Ziele für die Ortsmitte formuliert hat und die Wünsche der Bürger*innen nicht einbezogen werden, fragen wir uns als Bürgerinitiative und viele Bürger*innen. Es werden die Vorstellungen des Investors als die der Gemeinde ausgegeben.

Lt. Angaben des Investors bleibt die Baumasse in der neuen Planung gleich. Damit ist klar, dass weiter mit 4 Geschossen in einer Ausdehnung als Blockrand mit 90 Metern Länge, eng an der Darmstädter Straße, geplant wird. Das sind Baumassen, die wir in Städten vorfinden, jedoch nicht in eine dörflich geprägte Baustruktur gehören. Das gilt auch für die erwarteten Baukörper in den Innenbereichen des Baugeländes. Ein nach dem gültigen Bebauungsplan festgesetzter Grünzug wird komplett geopfert.

Die Größe der Tiefgarage soll noch einmal um 30 Stellplätze auf 190 erhöht werden. In dem Planungskonzept der Bürgerinitiative gab es als Nutzung den Schwerpunkt Wohnen, ein Café, einen Bäcker und eine Fläche für einen Nahversorger. Dass der Investor nun Gewerbe reduziert, macht sein Konzept in keiner Weise hochwertiger oder richtiger für die Ortsmitte, denn nur aus einem maßvoll richtigen Zusammen- und Einfügen von Nutzungen und Baumassen und der Schaffung von öffentlichen und privaten Außenräumen entstehen funktionierende idenditätsstiftende und lebenswerte Orte. Das wird auch nicht und durch eine Ausweitung der Anzahl der Wohnungen erreicht. Der Bürgermeister macht sich den Druck auf dem Wohnungsmarkt als Argument zu Eigen, um das Bauvorhaben des Investors zu preisen und übersieht dabei völlig, dass genau dieser Druck im Markt der ausschließliche Grund ist, dass Investoren in das Umland ausweichen, um Geschäfte zu machen. Investoren sind keine Wohltäter und erfüllen aus freien Stücken keine gemeindlichen Aspekte. Bei solchen Investoren geht es nur um Baumasse. Der Bürgermeister rechtfertigt nun noch einmal die von 55 auf 76 erhöhte Anzahl von Wohneinheiten mit der Schaffung von 10 preisgebundenen Wohnungen. Er sagt nicht, was der Mietpreis dieser Wohnungen sein soll und wir als Bürgerinitiative fragen uns natürlich, welche Gegenleistung dafür vom Bürgermeister dem Investor zugestanden wurde. Wir als Bürgerinitiative bezweifeln weiter, dass es für die Ortsmitte richtig ist, dass es ein Mietobjekt werden soll, wie etwa bei einer Wohnungsbaugesellschaft, und keine einzelnen Eigentümer.

In jedem Fall ist zu erwarten, dass sich bei der verfolgten Konzeption an der viel befahrenen B3 in der Ortsmitte, der hohen Dichte der Bebauung ohne ausreichende Besonnung der Wohnungen und keinem geeigneten Grün gegen das Aufheizen im Sommer bei erster Entspannung des Wohnungsmarktes eine hohe Fluktuation mit Leerstand einstellen wird. Der Bürgermeister würde spätestens dann erkennen müssen, dass eine solche massige Bebauung keine Identität mit dem Ort schaffen kann und die Bewohner verwurzelt.

Bickenbach, den 10.2.2020

gez. Helmut Erzgräber-Lamm                                        gez. Marc-Andre Lyachenko

 

Damaliges Ideenkonzept der Bürgerinitiative:

AnsichtVisualisierung BI Bickenbach

 

 

 

Der liebe Denkmalschutz

Wir haben mit Interesse verfolgt, dass in Alsbach-Hähnlein eine feurige Diskussion zum Thema Hejner Waage entbrannt ist. Die Denkmalschutzbehörde hat den Plänen, an der Stelle der Hejner Waage eine kleine Sparkassenfiliale zu errichten, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein kleines, nicht sonderlich gutaussehendes Häuschen jedoch mit großem kulturhistorischem Wert, wird in Hähne unter Denkmalschutz gestellt.

Und in Bickenbach?

Hier wird die kulturhistorisch bedeutsame ROSE in direkter Nachbarschaft zu einem geschützten Ensemble mit Zustimmung des Denkmalschutzes dem Erdboden gleich gemacht. Der nächste Streich ist schon geplant: Der Denkmalschutz hat dem Abbruch eines Anbaus in der Steingasse 2 bereits zugestimmt. Die Gebäudeensembles an der Darmstädter Straße 14, Steingasse 2 und in der Steingasse 4 in Bickenbach stehen unter Denkmalschutz und bilden als Ensemble ein Kulturdenkmal.

Das verstehe wer will!

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Der Anbau in der Steingasse 2 soll abgebrochen werden. Quelle: Privataufnahme

Hejner Waage

Die „Hejner Waage“ bleibt nach Intervention des Denkmalschutzes erhalten. Quelle: Facebook, Sebastian Bubenzer

Die Gemeinde Bickenbach bringt wieder mal keine Sensibilität auf, die noch wenige Kultur- und bauhistorisch wertvolle Bausubstanz zu schützen und zu erhalten, nur weil sich ein paar Risse zeigen. Schon wie bei der Rose wird der Wert für den Ort nicht erkannt oder die Gemeinde handelt im Interesse des Investors, wie bei dem Gasthaus Zur Rose geschehen.

Die Neue Mitte – Artikel im ECHO und BERGSTRÄSSER

Über die aktuelle Presseberichterstattung erfährt die Bevölkerung erstmals ansatzweise Details, wie die Neue Mitte „geheilt“ werden soll. Der ganz große Wurf scheint es nicht zu sein. Im Gegenteil! Bürgermeister Markus Hennemann und die in dieser Sache paktierenden Fraktionen von SPD, CDU und FDP haben es weiterhin nicht verstanden und setzen der alten Planung noch einen oben drauf.

Noch vor wenigen Monaten war die „alte“ Planung der Neuen Mitte der Weisheit letzter Schluss und genau das, was Bickenbach gemäß der Einschätzung der Gemeindevertretung braucht. Hätte die BI die Sache nicht gerichtlich gestoppt, es wäre wohl so gebaut worden. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es – anders als im BERGSTRÄSSER dargestellt – weder Komm,A noch die BI freut, dass es soweit kommen musste und es an keiner Stelle darum ging, dem Vorhaben Sand ins Getriebe zu streuen. Es ging und geht weiterhin darum, Schaden von der Gemeinde abzuwenden.

Wir erinnern uns: Die Gemeinde wollte 55 Luxuswohnungen, eine 2-stöckige Tiefgarage und Gewerbe inklusive Büros im Gebäuderiegel entlang der Darmstädter Straße. Das wollten BM Markus Hennemann, SPD, CDU und FDP genau in dieser Form! Sie haben es so mit ihrem ausdrücklichen Willen und Kraft ihrer Planungshoheit beschlossen und hatten sich zuvor eingehend mit der Sache auseinandergesetzt.

Jetzt, wenige Monate später, muss es anders sein, da der Markt es anders braucht. Was denn nun? Was braucht Bickenbach und wer entscheidet das? Wie kann man den Gemeindevertretern in dieser Sache noch glauben? Wie kann man BM Markus Hennemann in dieser Sache noch glauben? Deren Meinungen verhalten sich offensichtlich wie ein Fähnchen im Wind. Was wäre jetzt deren Meinung, wenn gemäß der alten Planung gebaut worden wäre?

Es wird behauptet, dass die „neue“ Planung mit den Fraktionen abgestimmt sei und weitestgehend Zustimmung der Vorsitzenden erfolgt ist. Gemeint ist vermutlich mehrheitlich. Die Frage ist hier, inwieweit die Vorsitzenden bzw. deren Fraktionen noch den Willen der Bevölkerung repräsentieren? Zumindest in Sachen Neue Mitte! Warum wird die Bevölkerung nicht eingebunden? Wer entscheidet über das Schicksal Bickenbachs und auf welcher Basis?

Wir wissen, dass mit der Komm,A Fraktion keine Abstimmung erfolgte. Auf Hinweis von BM Markus Hennemann im Rahmen der Bürgerversammlung wurde der Investor angeschrieben mit der Bitte um Darlegung der verfügbaren Planungsdetails für entsprechende Beratung. Dies wurde vom Investor abgelehnt. Haben die anderen Fraktionen etwa Informationen bekommen? Auf welcher Basis haben die Fraktionen und deren Vorsitzenden Ihre Zustimmung signalisiert?

Laut Investor möchte man sich Zeit nehmen und weitere Klagen vermeiden. Man gestalte die Abläufe mit allen Prozessbeteiligten. Gleichzeitig wird ausgesagt, dass die Pläne bereits fertig sind. An keiner Stelle wurde die Bürgerschaft beteiligt. Die Bürgerschaft ist also kein Prozessbeteiligter bei der Gestaltung und Bebauung der Ortsmitte.

Zurück zur „neuen“ Planung. Waren 55 Wohneinheiten schon nicht genug, sollen es jetzt 76 Wohneinheiten werden. Eine unglaubliche Bebauungsdichte von über 120 Wohneinheiten pro Hektar. Das ist schlicht absurd für eine Ortsmitte einer kleinen Gemeinde wie Bickenbach, ungeachtet der Wohnungsgrößen!

Die noch vor wenigen Monaten dringend benötigten und von der Gemeindevertretung beschlossenen Gewerbeflächen (Büros, Praxen etc.) entfallen. Ein Bionahversorger, ein Café bzw. Bistro sowie ein Bäcker sollen kommen. Wo ist denn der Metzger geblieben? War das bisher nicht das Verkaufsargument des Investors und der Gemeinde schlechthin? Ein Nahversorger ist gut und war auch Überlegung der Planung der BI. Ein Bionahversorger könnte aber mit so wichtigen Läden wie dem Sonnenhof und dem Bauernladen der Familie Bitsch konkurrieren. Wurde das in Betracht gezogen? Wird der gute Bäcker Liebig in die Neue Mitte ziehen oder soll ein zweiter Bäcker kommen?

Fast hätten man es übersehen, das Thema bezahlbarer Wohnraum. Es sollen 10 mietpreisgebundene Wohnungen zu unter 10€/m² kommen. Das ist gut, wenngleich selbst 10€/m² nicht sehr günstig sind. Man könnte diese Aussage auch als Indiz nehmen, dass die nicht mietpreisgebundenen Wohnungen deutlich teurer werden. Tim Schmöker (SPD) hatte seinerzeit als Reaktion auf unsere Warnung vor sehr hohen Mietpreisen ausgesagt, dass sich die Mietpreise bei der „alten“ Planung (mit Luxuswohnungen) um die 11-12 €/m² bewegen werden. Dies würde im Umkehrschluss bedeuten, dass die jetzt geplanten „normalen“ Wohnung deutlich darunter liegen müssten oder er in seiner damaligen Einschätzung falsch lag.

Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum wurde schon früh auch und gerade von Komm,A gestellt und sowohl in der Gemeindevertretung als auch damals in den Bürgerversammlungen debattiert. Erinnert sich wer? „Ist auf keinen Fall machbar“, so der Investor. Nicht rentabel, das Projekt wäre so nicht machbar. Gerade die SPD hatte das damals ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert! Jetzt ist es doch machbar? Wenn es nicht rentabel ist, ist es nicht rentabel. Es wird erst dann rentabel, wenn an anderer Stelle Kosten eingespart werden. Es wäre interessant zu erfahren, welche Zugeständnisse dem Investor dafür seitens der Gemeinde gemacht wurden.

Schließen wir unseren Kommentar zur Presseberichterstattung mit der Tiefgarage ab. Die „alte“ Planung sah eine doppelstöckige Tiefgarage vor. Das war notwendig geworden, um die Anzahl der 167 Stellplätze „unter Tage“ zu gewährleisten. Es ging technisch wohl nicht anders. Diese „alte“ Tiefgarage hatte in etwa 4.500m² versiegelte Fläche. Nun sollen 190 Stellplätze auf diese Fläche in eine einstöckige Tiefgarage passen. Oder etwa auf eine deutlich größere Fläche? D.h. die bisher geplanten unversiegelten Flächen werden nun auch versiegelt und die Tiefgarage wird aufgrund von Geländegefällen teils weit über einen Meter aus dem Boden ragen? Oder kommen nun doch Doppelparker?

Es gab noch ein Begleitthema zur Versiegelung. Das Thema Regenwasser und Entwässerung des Geländes, welches schon in der alten Planung aus unserer Sicht bis zum Schluss ungelöst war. Mehr Versiegelung bedeutet mehr Wasser, bedeutet größeres Rückhaltevolumen und mehr benötigter Platz. Wohin damit, wenn die Tiefgarage größer werden muss? Muss der historische Schuppen in der Steingasse 2 gar wegen der Tiefgarage und deren Begleiterscheinungen „vorausschauend“ weichen?

Fragen über Fragen und keine Antworten! Die Gemeindevertreter – Ihre Gemeindevertreter – können diese Fragen aber sicherlich beantworten. Sie haben sich eingehend damit befasst und ja bereits Zustimmung signalisiert. Sprechen Sie sie an.

 

 

Infostand am 15. Februar 2020

Die Bürgerinitiative Ortsmitte lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich an ihren Informationsstand am Samstag, den 15. Februar 2020, von 10 -12 Uhr vor dem Rathaus ein. Bei warmen Getränken und Kuchen möchten wir mit allen Interessierten über die Gestaltung der neuen Ortsmitte diskutieren, um ein Zeichen gegen die mangelnde Information durch den Bürgermeister und die Gemeindevertretung zu dem Projekt eines Investors zu setzen und für eine transparente Information der Bürgerschaft zu werben.

Die Bürgerinitiative freut sich auf interessante Gespräche! Die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach steht für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung der Ortsmitte im Sinne aller Bickenbacher.