Der liebe Denkmalschutz

Wir haben mit Interesse verfolgt, dass in Alsbach-Hähnlein eine feurige Diskussion zum Thema Hejner Waage entbrannt ist. Die Denkmalschutzbehörde hat den Plänen, an der Stelle der Hejner Waage eine kleine Sparkassenfiliale zu errichten, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein kleines, nicht sonderlich gutaussehendes Häuschen jedoch mit großem kulturhistorischem Wert, wird in Hähne unter Denkmalschutz gestellt.

Und in Bickenbach?

Hier wird die kulturhistorisch bedeutsame ROSE in direkter Nachbarschaft zu einem geschützten Ensemble mit Zustimmung des Denkmalschutzes dem Erdboden gleich gemacht. Der nächste Streich ist schon geplant: Der Denkmalschutz hat dem Abbruch eines Anbaus in der Steingasse 2 bereits zugestimmt. Die Gebäudeensembles an der Darmstädter Straße 14, Steingasse 2 und in der Steingasse 4 in Bickenbach stehen unter Denkmalschutz und bilden als Ensemble ein Kulturdenkmal.

Das verstehe wer will!

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Der Anbau in der Steingasse 2 soll abgebrochen werden. Quelle: Privataufnahme

Hejner Waage

Die „Hejner Waage“ bleibt nach Intervention des Denkmalschutzes erhalten. Quelle: Facebook, Sebastian Bubenzer

Die Gemeinde Bickenbach bringt wieder mal keine Sensibilität auf, die noch wenige Kultur- und bauhistorisch wertvolle Bausubstanz zu schützen und zu erhalten, nur weil sich ein paar Risse zeigen. Schon wie bei der Rose wird der Wert für den Ort nicht erkannt oder die Gemeinde handelt im Interesse des Investors, wie bei dem Gasthaus Zur Rose geschehen.

Ein Gedanke zu „Der liebe Denkmalschutz

  1. Weg mit dem alten Zeug. Das scheint die Devise. Selbst hat man kein Konzept, was dann passieren soll. Auf der anderen Seite sollen Eigentümer, die in der Ortsmitte wohnen historisierend bauen. Bis hin zur Fenstersprosse wurden in dem Bebauungsplan zur Ortsmitte Regelungen für das Umfeld um das Investorengrundstück getroffen. Natürlich nicht für den Investor. Und wie unlogisch Und im Widerspruch dazu steht dann einen Anbau, der aus der Zeit wie das alte Schulgebäude stammt, nieder zu legen? Konzeptionslos, wie vieles im Ort. Es ist ein Fehler zu glauben, alles selbst machen und beurteilen zu können. Bürgermeister, Gemeindeausschüsse und Gemeindevertretung sollten das erkennen, den Mut haben umzusteuern und die Bürgerschaft an Entscheidungen zur Entwicklung des Ortes zu beteiligen, den Dialog und die Debatten zu führen. Die Bevölkerung wünscht diese Beteiligung und zeigt damit ihre Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. Das führt zu gerechtem Ausgleich und schafft Zusammengehörigkeit und Identifikation.

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