Nachbarn

Ein Gastbeitrag zweier Bickenbacher Bürger

Was soll man da sagen, liebe Nachbarn?
Ein Nebensatz Ihrer Ausführungen ist korrekt und ausnahmsweise mal nicht polemisch: „Wir kennen nur wenige Details der Planung,……“
Daher erübrigt sich ein Kommentar zu allen weiteren Ausführungen.

Hartmut Petersmann per Kommentar zum Beitrag Übertreibungen und Emotionen

Lieber „Nachbar“ Petersmann,

dass wir nur wenige Details der Planung kennen – an wem liegt das wohl? Mit großer Geheimhaltung vor der Öffentlichkeit wurde das Projekt „Schlossallee“, Ortsmitte Bickenbach, bisher durch die Gremien gebracht.

Bisher wurden von Ihnen weder die komplette Planung der Öffentlichkeit vorgestellt, noch die Veränderungen erklärt. Und mit Rückmeldungen und Kritik muss man in einer Position wie der Ihren doch wohl rechnen. Diesen Vorgang nennt man „Demokratie“.

Für uns ist der Bebauungsplanentwurf maßgeblich. Er bildet die rechtliche Grundlage für die Bebauung. Der Öffentlichkeit wurde bis heute nicht erklärt, wieso der Bebauungsplan in Teilen über Ihre Planung hinausgeht und andererseits wesentliche Festlegungen fehlen, die in den Gremien der Gemeinde angeführt wurden als Argument und Qualitätsmerkmal Ihrer Planung.

Wir kennen die Teile Ihrer Planung, die die Gemeinde veröffentlicht hat. Sie genügt nicht dem Qualitätsanspruch für eine lebendige Ortsmitte in einer kleinen Gemeinde wie Bickenbach.

Als Beispiele seien genannt: Lichte Raumhöhen von 2,40m in Wohnungen sind nicht ausreichend für ein anspruchsvolles Wohnen. Die lichten Höhen von gerade einmal 3,5m für die gewerblichen Flächen im Erdgeschoss genügen nicht für einen Nahversorger. Insofern glauben wir Ihrer Darstellung nicht, sondern der Darstellung der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach, die auf den Festsetzungen des Bebauungsplanes beruht.

Sie planen Balkone über einer Tiefgaragenausfahrt, Kinderzimmer mit einer Breite von nur 2m, reihenhausähnliche Wohnungen mit Grundrissbreiten von 4,3 m, Fenster unter der Südwestecke des Baukörpers an der Darmstädter Straße, die Wohnungen belichten sollen.
Das sind nur einige wenige Punkte, die Ihre Planung betreffen. Viele weitere finden Sie in den Einwendungen zu dem Bebauungsplan.

Das führt dazu, dass wir das städtebauliche Konzept nicht nachvollziehen können und nicht für richtig halten. Auch die technische Durchdachtheit Ihres gesamten Vorhabens und eine Vermietbarkeit wie von Ihnen gewünscht im geplanten Segment zweifeln wir an.

Sie könnten sich die Anregungen der Bürgerinitiative zunutze machen, statt sie abzuwerten. „Alles auf den Tisch, alle an einen Tisch“ – dieses Motto von Heiner Geißler (für Stuttgart 21) könnte Ihr Motto werden – wenn Sie es wollen!

Abschließend möchten wir betonen, dass wir von der Planung nicht unmittelbar und nachbarschaftlich betroffen sind – wir wohnen mehrere 100 Meter von der Ortsmitte entfernt.

Mit freundlichen Grüßen
Zwei Bickenbacher Bürger


(Der Bürgerinitiative sind die Personen bekannt. Aus Gründen des Schutzes veröffentlichen wir das Schreiben anonym).

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