Muss unser Dorf hässlicher werden?

  • Wieder muss ein altes Gebäude weichen
  • Ohne Not wird denkmalgeschützter Anbau von der Gemeinde abgerissen

Am alten denkmalgeschützten Schulhaus Ecke Darmstädter Straße / Steingasse stand ein kleiner unscheinbar wirkender Anbau, der als Schuppen und Abstellraum diente.

So sah der Anbau einmal aus

Sicher ist das Gebäude nicht sonderlich bedeutsam. Aber es war alt, hat sicher eine Geschichte und es stand unter Denkmalschutz. Es wurde am 20.11.2020 von der Gemeinde durch ein Abbruchunternehmen niederlegen lassen. Ein Riss in der Außenwand soll der Grund gewesen sein, dass das Gebäude abgerissen werden musste.

Dass das Gebäude einen Denkmalwert hat, spielte keine Rolle. Aber vor allem wurde das Gebäude ohne Not abgebrochen, denn man weiß nicht mal wofür. Die Gemeinde hat mal wieder kein Konzept, was nun mit der Fläche passieren soll. Alles mal wieder völlig undurchdacht. Der Abriss nutzt zum jetzigen Zeitpunkt also niemanden. Ganz im Gegenteil, der Abbruch ist sogar von Nachteil, denn sollte dort etwas Neues errichtet werden, müsste die Gemeinde auf ihrem Grundstück Grenzabstände einhalten. Eine Sicherung des Gebäudes wäre immer möglich gewesen. Soll niemand kommen, dass das teuer gewesen wäre. Eine typische Behauptung, die aus dem Rathaus kommt. Isoliert betrachtet, ist immer alles teuer. Es kommt aber darauf an zu wissen, was man will und nicht einfach historische Substanz zu vernichten. Dann sieht die Welt anders aus.

Dafür, dass das Gebäude „einsturzgefährdet“ war, hatte der Bagger ordentlich was zu tun

Ein Bürger sagte am Freitag: „In Bickenbach würde die Politik auch die durch einen Brand schwer beschädigte Kathedrale Notre Dame in abreißen lassen“. Nicht falsch, wie der Bickenbacher die nicht vorhandene Sensibilität in Sachen Ortsentwicklung und Natur bewertete. 

Es ist der bekannte praktizierte Dilettantismus von Bürgermeister, Gemeindevorständen und Gemeindevertretern. Sie meinen in allen Feldern kompetent zu sein und merken nicht, was sie anrichten. Wie bei der geplanten Ortsmitte, wo auch mit fadenscheinigen Argumenten und rücksichtslos die zumindest kulturhistorisch bedeutsame Gaststätte ZUR ROSE einfach niedergelegt wurde, um die Voraussetzungen zu schaffen, dass ein Investor eine riesige Baumasse errichten kann. Die Gemeinde hat das Grundstück, auf dem das Gasthaus ZUR ROSE stand, regelrecht verschleudert. Sie will dem Investor nun eine viel höhere Baumasse genehmigen und bekommt nichts für die Wertsteigerung des Grundstücks.

Alles erfolgte mit Zustimmung des Bürgermeisters!

Die untere Denkmalbehörde im Kreis Darmstadt-Dieburg macht keine gute Figur. Die Behörde untersteht einem SPD-Landrat. Bei der Gaststätte versuchte das Landesamt noch zu retten, was zu retten ist. Es war aber zu spät.   

9 Gedanken zu „Muss unser Dorf hässlicher werden?

  1. Ihr Fahrt auch noch in Pferdekutschen durch die Gegend oder? Vorschlag: Stellt euch doch zur Wahl auf, vielleicht gibt es dann endlich Kompetenz in der Regierung. Immerhin sitzen da ja seit Jahren nur gewählte (von wem eigentlich?) Dilettanten.

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    • Das wäre in der Tat eine Idee. Vorschlag angenommen 😉

      Der Zusammenhang mit den Pferdekutschen ist etwas unklar. Bei klammer Kasse einen denkmalgeschützten Schuppen teuer abzureißen, ohne dass man weiß, was da hin soll und sich somit ggf. noch Probleme mit Grenzabständen einzuhandeln, ist relativ eindeutig fragwürdig. Aber nun gut, so scheiden sich die Geister.

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      • Denkmalgeschütze Bauten haben hohe Langzeitkosten bei der Instandhaltung. Nur weil das jetzt kurzfristig Geld kostet, heißt es nicht das es nicht langfristig Sinn ergibt. Zur Veranschaulichung: der typische Gebrauchtwagen bei dem man bei aufkommenden Reparaturen überlegt was nun als nächstes noch auf einen zu kommt und dann stattdessen den im ersten Moment teureren Neuwagen kauft. Zugegeben, der Vergleich hinkt ein bisschen. Wobei nein, eigentlich doch nicht. Die Oberschicht der Ortsmitte fährt sicher keine alten Autos 😉 somit wird die Entscheidung der Regierung vielleicht doch noch nachvollziehbar.

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      • Auf der Basis kann man doch ganz gut diskutieren.

        Grundsätzlich kann der Vergleich mit einem alten Auto sicherlich herangezogen werden. Je älter ein Gebäude, desto höher der Reinvestitionsbedarf und Unterhalt. Deswegen reißt man aber nicht alle gleich ab.

        In diesem konkreten Fall dürfte der Vergleich etwas hinken bzw. müsste hinterfragt werden. Man kann annehmen, dass der Anbau über Jahre keine Instandhaltung erfahren hat. Es gibt auch keine Installationen oder sonstig aufwändig zu unterhaltende Technik. Dagegen stand ein konkreter Nutzen als Schuppen für Vereine und die KiTa.

        Bedenklich ist aber vor allem die Herangehensweise. Es gibt keine (bekannte) Kosten-Nutzen-Analyse, auf deren Basis der Abriss hätte begründet werden können. Die Kosten für einen Erhalt wurden unseres Erachtens nie untersucht. Es scheint ferner so, dass es zum Zustand des Schuppens (zum Zeitpunkt der Entscheidung) keine schriftliche Aussagen gab. Mögliche Nebenwirkungen wurden nicht beleuchtet.

        Alles in allem stellt es sich (uns) so dar, dass nicht zu Ende gedacht wurde und demnach unüberlegt gehandelt wurde.

        Sei es drum, der Anbau ist weg. Mal sehen, welches Gebäude als nächstes fällt. Unter den von Ihnen beschrieben Aspekten müsste als nächstes das „Burgerhaus“ sowie die Scheune dahinter abgerissen werden. Ein Neubau des Rathauses wäre aus energetischen Aspekten wohl auch dringend angebracht. Immerhin ist das Gebäude uralt. Weg damit, dann passt auch die Neue Mitte wieder ins Ortsbild 😉

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  2. Das ist doch weit weg von euren teuren Reihenhäusern in der Bachgasse. Da dürftet ihr doch kaum Beeinträchtigungen durch Baulärm haben. Warum dann unbedingt auch dort Empörung mimen?

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  3. Das Niveau der BI und die Interessen beschränken sich leider darauf. Wenn so viele nicht Anlieger keinerlei Eigeninteressen verfolgen, dann legt doch mal offen wer alles der BI angehört und warum er sich persönlich beteiligt. Vielleicht gibts es ja tatsächlich Mitläufer die aus Solidarität zur Quantität beitragen um eine grösseren Anteil an der Gesamtbürgerschaft zu suggerieren. Die federführenden Hauptdarsteller dieser Seifenoper sind aber mit Sicherheit die genannten Bachgassengrundbesitzer der Bickenbacher Oberschicht.

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    • Puh, Sie machen es einem nicht leicht, sachlich zu bleiben, lieber Herr Martin! Versuchen wir es dennoch…

      Wir legen schon alleine zum Schutz vor Anfeindungen keine Namen offen. Der Datenschutz ließe dies auch gar nicht zu. Sie möchten ein paar Zahlen? Hätten Sie bei genauem Lesen auch selbst erkennen können, aber bitte schön:

      Ca. 800 Bürger*innen Bickenbachs haben einen Appell gegen die geplante Bebauung unterzeichnet. Dieser Appell liegt der Gemeinde vor. Diese Menschen hatten wir in ca. 4 Wochen erreichen können. Das entspricht in etwa der Stimmenanzahl von SPD oder CDU bei der Kommunalwahl 2016.

      Die Liste der eingetragenen Unterstützer*innen der BI beläuft sich auf etwas mehr als100 Personen. Ca. 150 Menschen bekommen regelmäßig unseren internen Newsletter.

      Aktiv in regelmäßigen Treffen (derzeit online) kommt eine Gruppe von ca. 15 Personen zusammen, die sich intensiv mit Sach- und Fachfragen auseinandersetzt und diese aufbereitet. Davon wohnen 2 (zwei) in der Bachgasse, 2 weitere in näherer Umgebung zur Neuen Mitte und der Rest weit davon entfernt. Wir nehmen an, Prozentzahlen können Sie selbst ausrechnen.

      Wir hoffen, das beantwortet Ihre Neugier. Wo wohnen Sie eigentlich, lieber Herr Hans Martin?

      Übrigens:
      Wie kommen Sie eigentlich dazu, Bickenbacher Bürger*innen in Klassen zu unterteilen? Sie faseln von Oberschicht, was wiederum Impliziert, dass es eine Mittel- und Unterschicht gäbe. Wenn das Ihrer Denkweise entspricht, haben Sie ein Problem. Bei uns hat dies nichts zu suchen.

      Wenn Ihr einzige Argumentation der pauschale Vorwurf von Partikularinteressen der BI ist, dann haben Sie die Auseinandersetzung nicht ansatzweise verfolgt und – das wäre zu vermuten – sehr wenig bis keinen Überblick über den Bebauungsplan, die Planung und die damit verbundenen Probleme für ganz Bickenbach.

      Aber nun gut, ein bisschen trollen sei Ihnen gegönnt. Wenn’s hilft 😉

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