Der liebe Denkmalschutz

Wir haben mit Interesse verfolgt, dass in Alsbach-Hähnlein eine feurige Diskussion zum Thema Hejner Waage entbrannt ist. Die Denkmalschutzbehörde hat den Plänen, an der Stelle der Hejner Waage eine kleine Sparkassenfiliale zu errichten, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ein kleines, nicht sonderlich gutaussehendes Häuschen jedoch mit großem kulturhistorischem Wert, wird in Hähne unter Denkmalschutz gestellt.

Und in Bickenbach?

Hier wird die kulturhistorisch bedeutsame ROSE in direkter Nachbarschaft zu einem geschützten Ensemble mit Zustimmung des Denkmalschutzes dem Erdboden gleich gemacht. Der nächste Streich ist schon geplant: Der Denkmalschutz hat dem Abbruch eines Anbaus in der Steingasse 2 bereits zugestimmt. Die Gebäudeensembles an der Darmstädter Straße 14, Steingasse 2 und in der Steingasse 4 in Bickenbach stehen unter Denkmalschutz und bilden als Ensemble ein Kulturdenkmal.

Das verstehe wer will!

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Der Anbau in der Steingasse 2 soll abgebrochen werden. Quelle: Privataufnahme

Hejner Waage

Die „Hejner Waage“ bleibt nach Intervention des Denkmalschutzes erhalten. Quelle: Facebook, Sebastian Bubenzer

Die Gemeinde Bickenbach bringt wieder mal keine Sensibilität auf, die noch wenige Kultur- und bauhistorisch wertvolle Bausubstanz zu schützen und zu erhalten, nur weil sich ein paar Risse zeigen. Schon wie bei der Rose wird der Wert für den Ort nicht erkannt oder die Gemeinde handelt im Interesse des Investors, wie bei dem Gasthaus Zur Rose geschehen.

Kulturhistorisch wertvoll & Ortsidentität

Bereits vor einiger Zeit sind wir in der Presse über ein Zitat unseres Bürgermeisters gestolpert, dass kulturhistorisches Engagement wichtig sei und dass Ortsidentität leider allzu oft verloren ginge. Worte, die wir jederzeit unterstreichen.

Viele Bürger hätten sich diese Einsicht deutlich früher gewünscht. Vor fast 2 Jahren wurden diese Attribute als wenig wichtig eingeschätzt, als es um den schnellen Abbruch der ehemaligen Gaststätte „zur Rose“ ging. Damals konnte es nicht schnell genug gehen, ein kulturhistorisch wertvolles Gebäude, das wie fast kein anderes die Ortsidentität der Gemeinde prägte, niederzulegen.

Ebenso scheinen beide Attribute keine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die Neue Mitte so zu gestalten, dass diese die Identität unserer Gemeinde widerspiegelt bzw. die kulturhistorisch bedeutsame Umgebung aufgreift. Bisher zumindest!

historische aufnahme

Quelle: Klaus Böhme und Geschichts- und Museumsverein Bickenbach e.V., ‚Bickenbach an der Bergstraße – Geschichte in Ansichten und Bildern‘, Wiesbaden 2002, Seite 38

Respektloser Umgang mit Gemeindeeigentum und den Bürgern

  • Hennemann-Behauptung zu den Grundstücksverkäufen ohne Beleg
  • Fehler bei der Ermittlung des Grundstückspreises werden nicht zugegeben
  • Es bleibt dabei, € 500.000 wurden dem Investor geschenkt
  • Die Brache in der Ortsmitte geht in das 2. Jahr
  • Wo bleibt das Einzelhandelskonzept?

 

Bürgermeister Markus Hennemann hat in der letzten Gemeindevertretung erneut erklärt, dass der Vorwurf des Unterwertverkaufs von gemeindlichen Grundstücken jeglicher Grundlage entbehre. Wie er darauf kommt, erklärt er nicht.

Die Bürgerinitiative hat durch einen ausgewiesenen Fachmann für die Bewertung von Grundstücken und Immobilien den Wert der beiden Grundstücke ermitteln lassen. Das erfolgte nach einschlägigen Wertermittlungsverfahren.

Nachfolgend nochmals die damalige Berechnung des Sachverständigen. Diese berücksichtigt noch keine Preissteigerungen. Diese mit einbezogen, ergeben den anzunehmenden Fehlbetrag von € 500.000,-.

 

Wertermittlung

Offensichtlich hält man es seitens der Gemeinde nicht für nötig, sich gegenüber der Bürgerschaft zu erklären. Es geht hier immerhin um ca. € 500.000, die der Gemeinde entgangen sind. Was ist das für eine Haltung? Was ist das für ein Demokratieverständnis? Die Bürgerschaft hat ein Recht auf Information und Erklärung.

Es zeugt von wenig Respekt gegenüber den Bürger*innen von Bickenbach und steigert das Misstrauen gegenüber der Kommunalpolitik und deren Handeln. Wenn doch alles mit rechten Dingen zugegangen ist, müsste der Bürgermeister problemlos erklären können, wieso sein Preis richtig ist.

Den tatsächlichen Vorgang in dieser Sache können wir nur erahnen. Fakt ist jedoch, dass es keine städtebaulichen oder sonstigen Gründe, die eine Reduktion des Preises zugelassen hätten, gibt oder jemals gab. Auf der Grundlage der Bewertung des Gutachterausschusses des Kreises und durch Abzug von Abbruchkosten wurde ein Preis von 300,-/m² ermittelt und beschlossen. Nicht beachtet wurde, bewusst oder aus Unwissenheit, dass eine viel höhere bauliche Ausnutzung geplant ist, die den Wert der Grundstücke erhöht und der Wert des Gasthauses ZUR ROSE nicht die Abbruchkosten sind. Außerdem wurde vernachlässigt, die Preisentwicklung bei Grundstücken von 2016 bis zum Verkauf im Jahr 2018 zu berücksichtigen. Die Bodenpreise sind in dem Zeitraum erheblich gestiegen. Auch in Bickenbach.

Man muss kein Fachmann sein um zu wissen, dass eine höhere bauliche Ausnutzung den Wert eines Grundstücks steigert.

Nach gesetzlicher Regelung darf eine Kommune nicht unter Verkehrswert veräußern, es sei denn, es gibt besondere Gründe, die eine Ausnahme rechtfertigen. Diese sind weder erkennbar noch benannt. Der Investor hat keinerlei Verpflichtungen übernommen, im Gegenteil. Die Gemeinde hat einem laut dem früheren Bürgermeister Martini „sehr finanzstarken millionenschweren Investor“ einfach € 500.000,- aus dem Gemeindevermögen geschenkt. Das hat der heutige Bürgermeister nicht verhindert.

Die damalige Beschlussvorlage zum Verkauf ist inhaltlich bereits fragwürdig. Das zweite, nicht bebaute Grundstück wurde ebenfalls für den Preis von 300,-/m², also dem gleichen Preis wie für das bebaute Grundstück, das um die Abbruchkosten gemindert wurde, veräußert.

Der Fehler wird nicht zugegeben, keine Verantwortung übernommen.

Eine repräsentative Demokratie erschöpft sich nicht in einem Urnengang alle paar Jahre, in deren Zwischenzeit der Bürgermeister und Gemeindevertretung beliebig schalten und walten kann. Bürger sind Bürger und keine Untergebenen. Der heutige Bürgermeister hat Dialogbereitschaft und Bürgerbeteiligung im Bürgermeisterwahlkampf proklamiert und versprochen. Davon ist nichts zu spüren. Tritt er diesbezüglich doch in die Fußstapfen seines Vorgängers? 

Dass der neue Fraktionsvorsitzende der SPD in der Gemeindevertretung erklärt, der Abriss des Gasthauses ZUR ROSE sei (gute) Dorfentwicklung, ist nicht nur in hohem Maße arrogant, es ist Ausdruck bewusster Ignoranz von Geschichte, der Bürgerschaft und zeugt von Unkenntnis, wie Dorfentwicklung erfolgreich initiiert wird. Der Abbruch des kulturhistorisch bedeutsamen Gasthause ZUR ROSE war ein Fehler und wird von vielen Bürgern beklagt.

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Im Übrigen gibt es keinerlei Informationen zum Fortgang der Planung zur Ortsmitte aus dem Rathaus. Was soll denn nun konkret an Stelle des Gasthauses kommen? Nichts zu dem vom Bürgermeister erwähntem Einzelhandelskonzept. Nur so viel in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung, dass Besitzer Ladenflächen nicht mehr vermieten wollten. Das ist doch naheliegend, wenn jeder Geschäftsversuch nach wenigen Monaten scheitert. Es ist nicht einfach, in einer unattraktiven und für Fußgänger und Radfahrer gefährlichen Ortsmitte an der Darmstädter Straße ein neues Geschäft zu betreiben.Was ist mit dem Ladenkonzept unter den Kolonnaden?

Keine Presse zur Planung der Ortsmitte, keine Bürgerversammlung zum Fortgang der Planung in der Ortsmitte. Kein Wort in dem Bericht des Bürgermeisters auf der letzten Bürgerversammlung. Als gäbe es das Thema nicht.

Wir sehen eine Brache, die in das 2. Jahr geht.  

 

NICHTS NEUES VOM BÜRGERMEISTER!

  • Darmstädter Echo zum Normenkontrollverfahren und Grundstücksverkäufen
  • Haushaltskasse von Bickenbach bleibt leer
  • Bürgermeister lehnt Verantwortung für Unterwertverkauf ab!

Das Darmstädter Echo hat am 27.12.2018 über die Fortsetzung des Normenkontrollverfahrens und die Veräußerung von gemeindeeigenen Grundstücken in der Ortsmitte berichtet.

Hier der lesenswerte Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 27. 12. 2018:

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Quelle: Darmstädter Echo vom 27.12.2018

Nichts Neues von Herrn Hennemann.

Die Wertermittlung sei lt. Hennemann nicht „verifizierbar“, womit er die Überprüfung des Wahrheitsgehalts der Ermittlung der Grundstückspreise durch den von der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach beauftragten Sachverständigen wohl meint. Seine Begründung: Der Autor sei nicht benannt worden. Als ob die Richtigkeit einer Berechnung von einer Nennung des Autors abhängig ist. Ziemlicher Unsinn. Mehr fällt dem Bürgermeister nicht ein. Statt dafür zu sorgen, dass der Kaufpreis nachgebessert wird, ersatzweise dem Käufer die Annullierung des Vertrages angedroht wird.

Die Verantwortung für den Unterwertverkauf – immerhin € 500.000 – schiebt er der Gemeindevertretung zu. Da macht Hennemann sich etwas vor. Schon die Kommunalaufsicht des Kreises hat ihm verdeutlicht, dass er als Bürgermeister für rechtmäßige und gesetzeskonforme Abwicklungen, wozu auch Grundstücksverkäufe gehören, zu sorgen hat. Auch hier wieder das schon mehrfach festzustellende Verhalten. Fehler werden nicht eingestanden und behoben, stattdessen Verlagerung von Verantwortung, Ignoranz von Fakten mit fast gebetsmühlenhaftem Wiederholen von nicht belegbaren Positionen.

Das gilt auch für dem Investor gewährte Unterbau- und Überbaurechte. Die Druckleitung auf gemeindlichen Grundstücken stelle keine Wertminderung dar, so Hennemann. Jedes Recht für Andere auf einem Grundstück stellt grundsätzlich eine Belastung dar, ist demnach wertmindernd. Dafür wird üblicherweise ein Ausgleich vereinbart. Nicht so bei Hennemann. Es wurde keine Gegenleistung vereinbart.

Und wieder erklärt der Bürgermeister, dass die Kosten für den Abriss der Gaststätte ZUR ROSE nicht zu beanstanden seien. Die Abbruchkosten waren für die Bürgerinitiative Ortsmitte nie ein Thema. Wir wenden uns gegen die Gleichsetzung von Abbruchkosten = Wert eines Gebäudes. Das kritisieren wir und bleiben dabei, dass der Restwert des Gebäudes ein Mehrfaches der Abbruchkosten betrug. Ob der eilige Abbruch des ortsgeschichtlich bedeutsamen Gebäudes rechtens war, bleibt offen und ein nicht wieder gut zu machender Fehler!

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Abbruch 2018

 

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Historische Aufnahme

Die Mahd

Man staunte nicht schlecht, als gestern überraschend ein Trecker anfuhr und in kürzester Zeit die neu entstandene Wiese in der Bickenbacher Ortsmitte niedermähte.

Der Grund dafür bleibt gemäß der bisherigen Informationspolitik unbekannt. „Endlich geht’s los“ wird vermutlich an der ein oder anderen Stelle jetzt zu hören sein. Dem ist aber nicht so. Stünde der Spatenstich bevor, man könnte den Grund für das Mähen nachvollziehen. Dazu müssten aber erst einmal die Bauanträge gestellt und genehmigt sein….

Unserer Natur hat die Wiese gut getan! Die Insekten, Bienen, Vögel und allerlei Kleingetier hatten sicherlich eine wahre Freude an den vielen Blumen und auch der ein oder andere Bickenbacher wird sich an den Sommer- und Sonnenblumen erfreut haben.

Passt zur aktuellen Debatte um das Insektensterben. Ein interessanter Beitrag dazu aus 3Sat.

Passt aber vermutlich nicht ins Konzept der Gemeinde und des Investors. Beton muss her, eine Wiese braucht kein Mensch – auch nicht vorübergehend!

 

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BauBlog #3 – Abbruch erledigt

Heute morgen hat der uns über einige Monate liebgewonnene Bagger verlassen, nachdem er sich in den letzten Tagen nochmals so richtig ins Zeug gelegt hat und die alte Neue Mitte umgegraben und für den Frühling schön hergerichtet hat.

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Aufräumen der Baggerschaufeln…

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Man hat jetzt einen wunderbaren Blick auf dieses Areal mitten in Bickenbach, welches ja schon bald – sofern es nach dem Willen der Gemeinde und des Investors geht – mit Beton zugegossen und bebaut werden soll.

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Also liebe Bickenbacher*innen, genießen Sie dieses Anblick noch eine Weile. In Zukunft wird man das Areal nicht mehr sehen, versteckt hinter einem 90m langen und fast 14m hohem Betonriegel. Für die Bickenbacher*innen wird eine viel zu enge, viel befahrene, mit Tiefgaragenein und -ausfahrten gespickte, zugige, dunkle Darmstädter Straße bleiben, unabhängig davon, ob man die „Architektur“ nun als gelungen oder nicht betrachtet. Dafür dürfen sich die meisten der neuen Bewohner der Neuen Mitte sommers wie winters über konstanten Schatten von ihren eigenen Häusern und dem „Riegel“ freuen.

Und weil es so schön ist, scheint das nächste Projekt an der Darmstädter Straße bereits in den Startlöchern zu stehen. Etwas „stromaufwärts“ sollen weitere Wohnungen entstehen. Dem Flurfunk zu folge etwa 30 Wohnungen…

Der Normenkontrollantrag ist jedenfalls am Laufen und wir bleiben als BI auch eng am Thema des Verkaufs von gemeindlichen Grundstücken weit unter Wert!

 

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VERSCHLEUDERTE Gemeinde Grundstück in der Ortsmitte?

Ein Beitrag von Helmut Erzgräber-Lamm

Am 23. Februar 2018 wurde der Kaufvertrag für das Grundstück Darmstädter Straße 12 mit dem Teilgrundstück Steingasse 4 an die Investorengesellschaft Schlossallee GmbH & Co.KG abgeschlossen. Die Gemeinde verkaufte damit 1000 m² für 300 €/qm, oder sollte man sagen verschleuderte das Grundstück?

Die beiden Grundstücke haben zum Zeitpunkt des Verkaufs einen Wert von mindestens 500-550 €/qm. Weiß die Gemeinde nicht, dass goldene Zeiten für Eigentümer bestehen, die Grundstücke veräußern? Ich habe den Eindruck, wie ich das auch schon bisher feststellen musste, dass kein Argument gut genug sein kann, um die Gemeinde und die etablierten Parteien von SPD, CDU und FDP davon abzuhalten, weiter und mit allen Mitteln, selbst wenn auch zum Schaden der Gemeinde und ihrer Bürger, das private Investorenprojekt der Schlossallee GmbH & Co. KG voranzutreiben.

Durch den Verkauf entsteht ein Schaden von mindestens 200.000 €-250.000 €. Er könnte sogar noch höher ausfallen. Berechnungen zum Bodenwert werden es zeigen. Eine Ermittlung des Bodenwertes wäre Aufgabe der Gemeindeverwaltung und ihres Bürgermeisters und wird üblicherweise im Vorfeld von Verkaufsverhandlungen von Kommunen etc. vorgenommen.

Auch das Gebäude Gasthaus zur Rose wurde falsch bewertet. Nicht jedes Gebäude, das einen Sanierungsstau aufweist, ist deshalb abzureißen und wertlos. In der Gemeindeverwaltung Bickenbach und bei den etablierten Parteien SPD, CDU und FDP scheint das noch nicht angekommen zu sein. Dreiviertel aller Bauinvestitionen in Deutschland gehen in den Bestand. Aus gutem Grund. Der immaterielle und ökonomische Wert von Bestandsgebäuden wird erkannt und verstanden. Bestandsgebäude prägen unser Lebensumfeld und dessen gewachsenen Charakter, sind identitätsstiftend und sparen Ressourcen. Nicht in Bickenbach. Ein altes sanierungsbedürftiges Gebäude, dann nur weg damit! Wasser des Landbachs abstellen, ja klar, auch wenn Fische verenden. Bäume fällen, noch und noch, nicht nur in der Ortsmitte, sind doch unwichtig, haben doch genug davon und machen doch nur Dreck. Die Besonderheit z.B. der großen und für den Bickenbacher Sand sehr charakteristischen Kiefern, wird nicht verstanden oder schlicht als unbedeutsam abgetan.

Und so geht es weiter. 3 Beispiele:

  1. Im Bürgermeisterwahlkampf erklärte Herr Hennemann, es werden keine Verpflichtungen aus dem Schlossallee-Projekt von der Gemeinde übernommen. Was geschieht? Vom Artenschutz geforderte Ausgleichsmassnahmen für die Investorenplanung in Form von Gebäudebegrünung, werden klaglos auf Gebäude der Gemeinde übernommen. Weiterhin die Einrichtung der dauerhaften Unterbringung von Fledermäusen in einem Gebäude der Gemeinde. Kein Wort über einen Kostenausgleich.
  2. Für eine Druckleitung zur Entwässerung, die der Investor in der Steingasse plant, wies der Vorsitzende des PLU – Ausschusses, Herr Schmöker, in einer Sitzung darauf hin, dass der Investor eine Grunddienstbarkeit bekommen müsse. Auch hier kein Wort, dass der Investor für ein solches Recht etwas bezahlen müsse.
  3. Noch schlimmer wiegen die seit Jahren leerstehenden Gebäude in der Steingasse 4. Bis heute weiß die Gemeinde nicht, was sie mit dem Grundstück anfangen will. Ich habe in einem Gespräch mit der SPD Anfang Januar 2018 gefragt, was die SPD von dem Konzept der Bürgerinitiative zu Steingasse 4 hält. Deutlich wurde, dass SPD auch zu diesem Teilaspekt nicht gesprächsbereit ist. Konfrontiert damit, wie man denn die Festlegung im Bebauungsplan gutheißen könne, wenn man doch noch keine Konzeption zur baulichen Entwicklung habe, erklärte Herr Schmöker, (Zitat): „dann ändern wir den Bebauungsplan eben noch einmal.“ So ist die Haltung, die Sichtweise und die Vorgehensweise, die alle durch unsere Steuergelder finanziert werden müssen. Jeder andere Eigentümer hätte das Grundstück schon lange einer Nutzung zugeführt, um einen Ertrag zu erzielen.

 

Für die Ortsmitte hat die Gemeinde es seit über 20 Jahren versäumt ein eigenes städtebauliches Konzept zu entwickeln. Nun soll es ein privater Investor richten. Dafür nimmt die Gemeinde viel in Kauf. Viele Bürger lehnen dieses Geschachere ab, wie zum Beispiel die Unterschriftenaktion der Bürgerinitiative zeigte, dessen prominentester Unterzeichner der 1.Kreisbeigeordnete Herr Fleischmann ist.

In Bickenbach geht es langsam zu. Wo es notwendig wäre, schneller zu handeln, ist die Gemeinde langsam. An Stellen, wo es angebracht wäre mit Ruhe und Gelassenheit voranzugehen, wie beim Bebauungsplan zur Ortsmitte oder dem Verkauf des Gemeindegrundstücks wird, trotz umfangreicher Hinweise, Appellen, einem intelligenten zukunftsweisenden und städtebaulich sehr gutem Bebauungsvorschlag der Bürgerinitiative, dem kein Raum gegeben und ausschließlich den Interessen der Investoren des Schlossallee-Projektes Rechnung getragen.

 

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BauBlog #2

Diese Woche ist auf den ersten Blick nicht viel passiert, von der Darmstädter Straße gesehen.

Noch ein paar (große) Bäume weniger, Bauschutt abgeräumt, dieses Mal auch die asbesthaltigen Dachplatten ordentlich verpackt und gekennzeichnet.

Nach wie vor verwunderlich ist, dass das Abbruchpersonal sich nicht sonderlich um das Thema Arbeitssicherheit kümmert. Steht direkt neben den Bagger beim Abbruch eines Nebengebäudes ohne Helm, Weste etc… wird schon nichts passieren!

Erschreckend ist manchmal, wie nah der Bagger an den Nachbargrundstücken entlang rumpelt. Das kann man nicht nur sehen und hören sondern auch deutlich spüren!

Vorschlag an die Gemeinde (ganz ohne Kritik):

Installiert eine Baumkamera am Rathaus, um das Projekt zu dokumentieren und daraus ein Zeitraffervideo zu machen. Gibt es als fertige Lösung ab ca. 250 Euro.

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Einige Bilder der letzten Tage:

Verkauft Gemeinde Grundstück zu günstig?

  • Gemeinde veräußert Grundstück Darmstädter Straße 12/Steingasse 4 an Schlossallee GmbH für 300 € /m²
  • Preis berücksichtigt nicht die Wertsteigerung durch die höhere Ausnutzung
  • Preis berücksichtigt nicht die Grundstückspreisentwicklung
  • Komm,A schaltet Kommunalaufsicht ein
  • Der Gemeinde war bekannt, dass es Interessenten für die Grundstücke in der Ortsmitte gab.
  • Update: Verkauf wurde am 23. Februar 2018 protokolliert!

 

Die Gemeinde Bickenbach plant das Grundstück Darmstädter Straße 12, auf dem sich die Gaststätte Zur Rose befand, mit Teilen des Grundstücks Steingasse 4 für 300,-/m², insgesamt 1.000m², an die Schlossallee GmbH ohne Angebotsverfahren zu veräußern.

Bereits 2015 wurden privaten Kauinteressen von Anliegern an dem Grundstück Steingasse 4 gegenüber der Gemeinde bekundet. Von der Gemeinde wurde nie um ein konkretes Angebot gebeten, es wurde von der Gemeinde lediglich erklärt, dass das Interesse registriert wurde.

Die Grundstücke in der Ortsmitte an der Darmstädter Straße sollen nun von der Schlossallee GmbH bebaut werden. Es handelt sich um eine hervorragende, wenn nicht sogar die beste Lage im Ort.

Ein Abschlag in Höhe von 50.000 € wurde für den Abbruch des ehemaligen Gasthauses angesetzt. Nicht berücksichtigt wurde die Werterhöhung, die das Grundstück  durch die sehr hohe Ausnutzung erfährt, die in dem gerade beschlossenen neuen Bebauungsplan enthalten ist.

Auch die Entwicklung der Grundstückspreise von 2016 bis 2018 wurde bei der Preisfindung nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche Preissteigerung pro Jahr liegt zwischen 5% und 7%. Es gibt Aussagen, wonach in der Ortsmitte Preise von bis  zu 900 €/m² bezahlt wurden.

Die Fraktion Komm,A im Gemeindeparlament hat bereits die Kommunalaufsicht eingeschaltet und Anfrage an den Gemeindevorstand zu dem Zustandekommen des Preises gestellt. Der komplette Vorgang auf der Komm,A-Seite.

In der Bürgerinitiative wird gerade geprüft, ob eine Ermittlung des Gundstückspreises nach einschlägigen Wertermittlungsverfahren beauftragt werden soll. Eine Wertermittlung nach solchen Verfahren wäre eigentlich Aufgabe der Gemeinde, um einen marktgerechten Preis zu erzielen.

Im PLU-Ausschuss am 16.1.2018 wurde von einem Gemeindevertreter erklärt, dass bei einem Autokauf auch nicht der Listenpreis bezahlt wird. Er wollte verdeutlichen, dass die Gemeindevertretung das Beste für die Gemeinde bei der Bebauung der Ortsmitte erreicht hat. Den Worten hätten Taten folgen sollen. Stand heute, 23. Februar 2018, leider zu spät!

Nachruf und Danksagung

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Die Gaststätte ‚Zur Rose‘ ist am 8. Dezember 2017 nach 160 Jahren Freud und Leid von uns gegangen worden!

‚Es ist überaus traurig, dass es so weit gekommen ist. Ein wichtiges Stück Heimat und Erinnerung (Geschichte) ist für viele vernichtet worden. Für mich als Architekt hat es auch eine architektonische Qualität besessen. Es war so klar und einfach und damit in gewisser Weise auch schön und in Verbindung mit den Geschichten und den alten Bildern, entstand eine Vorstellung, unter welchen Bedingungen dieses Haus wohl gebaut wurde und wie es über die Zeit genutzt wurde und welche guten und schweren Zeiten es überlebt hatte.‘ Nachruf eines Mitglieds der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach

 

Am vorzeitigen Ende haben Viele aktiv mitgewirkt. Wir wollen nicht, dass diese konzertierte Aktion dem Vergessen anheim fällt.

 

Unser besonderer Dank gilt

unserem langjährigen Bürgermeister Günter Martini für seinen unermüdlichen Einsatz

  • zum Verkauf der ‚Rose‘ zu einem Spottpreis,
  • zur Herstellung des gemeindlichen Einvernehmens zum vorzeitigen Abbruch und
  • zur großzügigen Auslegung des Zeitfensters für die Niederlegung,

 

unserem Gemeindevorstand dafür,

dass er dem Bürgermeister nicht in den Arm gefallen ist,

 

unserer Gemeindevertretung dafür,

dass sie keinen Versuch unternommen hat, der ‚Rose‘ dieses Schicksal zu ersparen,

 

dem Investor dafür,

dass er uns den weiteren Anbilck der ‚Bruchbude‘ erspart – so eine ‚Rose‘ passt halt in keine Schlossallee,

 

dem Denkmalschutz dafür,

dass die Überprüfung der Schutzwürdigkeit so geräuchlos und zu Gunsten der Investorinteressen von statten ging,

 

der Bauaufsicht,

die dem Ganzen scheinbar tatenlos zugesehen hat,

und

dem Landrat

für seine vornehme Zurückhaltung!

 

Abbrucharbeiten an der Rose

am 18.11.2017

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am 05.12.2017

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am 06.12.2017

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am 07.12.2017

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am 08.12.2017

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Wir zornigen Hinterbliebenen danken für alle Zeichen der Liebe und Verbundenheit, Wertschätzung und Freundschaft und für die Begleitung der ‚Rose‘ auf ihrem letzten Weg.

(Dank an Komm,A für diesen Beitrag)