Verkauft Gemeinde Grundstück zu günstig?

  • Gemeinde veräußert Grundstück Darmstädter Straße 12/Steingasse 4 an Schlossallee GmbH für 300 € /m²
  • Preis berücksichtigt nicht die Wertsteigerung durch die höhere Ausnutzung
  • Preis berücksichtigt nicht die Grundstückspreisentwicklung
  • Komm,A schaltet Kommunalaufsicht ein
  • Der Gemeinde war bekannt, dass es Interessenten für die Grundstücke in der Ortsmitte gab.
  • Update: Verkauf wurde am 23. Februar 2018 protokolliert!

 

Die Gemeinde Bickenbach plant das Grundstück Darmstädter Straße 12, auf dem sich die Gaststätte Zur Rose befand, mit Teilen des Grundstücks Steingasse 4 für 300,-/m², insgesamt 1.000m², an die Schlossallee GmbH ohne Angebotsverfahren zu veräußern.

Bereits 2015 wurden privaten Kauinteressen von Anliegern an dem Grundstück Steingasse 4 gegenüber der Gemeinde bekundet. Von der Gemeinde wurde nie um ein konkretes Angebot gebeten, es wurde von der Gemeinde lediglich erklärt, dass das Interesse registriert wurde.

Die Grundstücke in der Ortsmitte an der Darmstädter Straße sollen nun von der Schlossallee GmbH bebaut werden. Es handelt sich um eine hervorragende, wenn nicht sogar die beste Lage im Ort.

Ein Abschlag in Höhe von 50.000 € wurde für den Abbruch des ehemaligen Gasthauses angesetzt. Nicht berücksichtigt wurde die Werterhöhung, die das Grundstück  durch die sehr hohe Ausnutzung erfährt, die in dem gerade beschlossenen neuen Bebauungsplan enthalten ist.

Auch die Entwicklung der Grundstückspreise von 2016 bis 2018 wurde bei der Preisfindung nicht berücksichtigt. Die durchschnittliche Preissteigerung pro Jahr liegt zwischen 5% und 7%. Es gibt Aussagen, wonach in der Ortsmitte Preise von bis  zu 900 €/m² bezahlt wurden.

Die Fraktion Komm,A im Gemeindeparlament hat bereits die Kommunalaufsicht eingeschaltet und Anfrage an den Gemeindevorstand zu dem Zustandekommen des Preises gestellt. Der komplette Vorgang auf der Komm,A-Seite.

In der Bürgerinitiative wird gerade geprüft, ob eine Ermittlung des Gundstückspreises nach einschlägigen Wertermittlungsverfahren beauftragt werden soll. Eine Wertermittlung nach solchen Verfahren wäre eigentlich Aufgabe der Gemeinde, um einen marktgerechten Preis zu erzielen.

Im PLU-Ausschuss am 16.1.2018 wurde von einem Gemeindevertreter erklärt, dass bei einem Autokauf auch nicht der Listenpreis bezahlt wird. Er wollte verdeutlichen, dass die Gemeindevertretung das Beste für die Gemeinde bei der Bebauung der Ortsmitte erreicht hat. Den Worten hätten Taten folgen sollen. Stand heute, 23. Februar 2018, leider zu spät!

Nachruf und Danksagung

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Die Gaststätte ‚Zur Rose‘ ist am 8. Dezember 2017 nach 160 Jahren Freud und Leid von uns gegangen worden!

‚Es ist überaus traurig, dass es so weit gekommen ist. Ein wichtiges Stück Heimat und Erinnerung (Geschichte) ist für viele vernichtet worden. Für mich als Architekt hat es auch eine architektonische Qualität besessen. Es war so klar und einfach und damit in gewisser Weise auch schön und in Verbindung mit den Geschichten und den alten Bildern, entstand eine Vorstellung, unter welchen Bedingungen dieses Haus wohl gebaut wurde und wie es über die Zeit genutzt wurde und welche guten und schweren Zeiten es überlebt hatte.‘ Nachruf eines Mitglieds der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach

 

Am vorzeitigen Ende haben Viele aktiv mitgewirkt. Wir wollen nicht, dass diese konzertierte Aktion dem Vergessen anheim fällt.

 

Unser besonderer Dank gilt

unserem langjährigen Bürgermeister Günter Martini für seinen unermüdlichen Einsatz

  • zum Verkauf der ‚Rose‘ zu einem Spottpreis,
  • zur Herstellung des gemeindlichen Einvernehmens zum vorzeitigen Abbruch und
  • zur großzügigen Auslegung des Zeitfensters für die Niederlegung,

 

unserem Gemeindevorstand dafür,

dass er dem Bürgermeister nicht in den Arm gefallen ist,

 

unserer Gemeindevertretung dafür,

dass sie keinen Versuch unternommen hat, der ‚Rose‘ dieses Schicksal zu ersparen,

 

dem Investor dafür,

dass er uns den weiteren Anbilck der ‚Bruchbude‘ erspart – so eine ‚Rose‘ passt halt in keine Schlossallee,

 

dem Denkmalschutz dafür,

dass die Überprüfung der Schutzwürdigkeit so geräuchlos und zu Gunsten der Investorinteressen von statten ging,

 

der Bauaufsicht,

die dem Ganzen scheinbar tatenlos zugesehen hat,

und

dem Landrat

für seine vornehme Zurückhaltung!

 

Abbrucharbeiten an der Rose

am 18.11.2017

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am 05.12.2017

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am 06.12.2017

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am 07.12.2017

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am 08.12.2017

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Wir zornigen Hinterbliebenen danken für alle Zeichen der Liebe und Verbundenheit, Wertschätzung und Freundschaft und für die Begleitung der ‚Rose‘ auf ihrem letzten Weg.

(Dank an Komm,A für diesen Beitrag)

 

 

Röslein brillant!

Tschüss Rose!

Allen Bemühungen zum Trotz liegt sie nun danieder. Schade, wieder eine Chance verpasst liebe Gemeinde.

Zur Rose

Immerhin bekommen wir nun nochmals einen Blick auf das tolle, teils beachtenswert massive Bruchsteinmauerwerk. Sieht fast so aus, als ob da ein noch viel älteres Haus verborgen war!

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Eine beachtliche, schätzungsweise 70cm breite Giebelwand aus altem Bruchstein. Sicherlich noch deutlich älter als die Rose…

 

Die ehemalige Gaststätte „Zur Rose“ spielt(e) eine wichtige Rolle in der aktuellen Planung der „Neuen Mitte“.

im September 2016 wurden Beschlüsse zum Verkauf der Rose an den Investor von der Gemeinde gefasst und somit die Planung in der jetzigen Form erst final ermöglicht (obgleich das Grundstück der Rose schon in Plänen aus dem Sommer 2015 im Entwurf beplant war).

Ehrenvoll wäre es in jedem Fall gewesen, wenn sich die Gemeinde für die Erhaltung der Rose als wirklich typisches Bickenbacher Gebäude mit einer über 150 Jahre alten Geschichte stark gemacht hätte.

Sicher, die Rose hatte schon besser Zeiten erlebt und stand seit einiger Zeit verlassen da. Es gibt viele gelungene Beispiele in der Region, wo alte Häuser mit Geschichte und Seele liebevoll und zugleich modern restauriert wurden und in neuem Glanz einer neuen Nutzung zugeführt wurden.

Moderne Konzepte, die z.B. individuelle, gehobene Gastronomie in die Gemeinde locken, wurden außen vor gelassen und somit ist wieder eine Chance verpasst. Stattdessen wurde ein Stück Bickenbacher Geschichte dem Erdboden gleichgemacht. Andernorts, ja sogar in Städten, dessen Vorbild man ja nacheifern möchte, baut man heutzutage für viel Geld historische Gebäude wieder auf oder nach.

In jedem Fall trug die Rose seit nunmehr 150 Jahren zum Ortsbild, dem Charakter und zur Identität Bickenbachs bei. Ein Jammer, dass dieses ehrwürdige Gebäude nun zugunsten eines Projektes eines externen Investors fiel und die denkmalgeschützte Nachbarbebauung somit letztendlich auch, wenngleich auch nur optisch, aus dem Ortsbild verschwindet.

Thema Abriss Eternitdach

 

Wir hatten ja vergangene Woche über den fragwürdigen Abriss eines Eternitdaches geschrieben. Das Thema wurde entsprechend an die Bauaufsicht und an die Gemeinde herangetragen.

Seitens des Bürgermeisters wurde sehr schnell klargestellt, dass der Abbruch nicht durch den Vorhabenträger sondern privat beauftragt bzw. durchgeführt wurde. Vermutlich bestünde auch kein Bedarf für eine Abbruchgenehmigung. Man könne ja privat Strafanzeige stellen, wenn man der Meinung wäre, es wurde eine Straftat begangen.

Schöne Voraussetzungen für den Rest des Vorhabens….

Der Anbau liegt übrigens im Geltungsbereich des B-Plans und somit findet bzw. fand der Abriss des Daches (und später des Schuppens) sehr wohl in Zusammenhang mit der „Neuen Mitte“ statt, unabhängig davon, wer das offiziell beauftragt hat. Warum sollte ein Privatmann einem Investor einen Gefallen tun, und ein Dach auf eigene Kosten abreisen?

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Einige Bilder noch von den Dacharbeiten vom letzten Wochenende…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abriss – Mal eben samstags Eternitplatten entsorgt…

Die Gemeinde vertraut voll und ganz auf einen Investor! Wie vertrauenswürdig das ist hat mal wieder eine kleines aber feines Detail am heutigen Tag gezeigt!

Ihnen sagt Eternit etwas? Asbest? Sie legen wert darauf, dass mit Gefahrenstoffen sorgsam umgegangen wird? Das vernünftig gearbeitet wird?

Heute, Samstag den 2.12.2017, konnten sehr viele Leute beobachten und dokumentieren, wie die Abrissarbeiten für die Neue Mitte von Statten gehen. Wohlgemerkt Arbeiten, vergeben von einem Investor, der das vollste Vertrauen des alten und neuen Bürgermeisters samt Großteil der Gemeindevertretung hat.

Gegen 10 Uhr konnte beobachtet werden, wie private PKW mit rumänischen Kennzeichen vor dem mittlerweile geschlossenen Dönerladen hielten. Der Infostand der BI befand sich ja gerade einmal 5m entfernt!

Kurz darauf konnten Abrissarbeiten am Hinterhaus beobachtet und dokumentiert werden. Personen, völlig ohne Arbeitsschutz und ungesichert, standen auf einem Dach und haben freihändig Eternitplatten aus 5m Höhe auf das Grundstück geworfen! Ganz großes Kino!

Darauf angesprochen wurde verlautet, dass dies vorbereitende Maßnahmen für den Abrissbagger seien, der ab kommenden Montag dort tätig wird. Einen Wimpernschlag später waren alle „Arbeiter“ weg!

Nun, es gibt gesetzliche Vorschriften, wie mit Eternit und Gefahrenstoffen grundsätzlich umzugehen ist. Es gibt Vorschriften, wie Abrissarbeiten grundsätzlich von Statten zu gehen haben. Es gibt Vorschriften des Arbeitsschutzes. Sicher ist, dass mit Abrissarbeiten qualifizierte Unternehmen betraut werden müssen, die entsprechendes Fachpersonal anstellen.

Bauaufsicht ist bereits informiert. Ggf. werden wir auf Basis der von uns dokumentierten Kennzeichen und Arbeiten den Zoll einschalten und Anzeige erstatten!

Liebe Gemeindevertretung! Wacht endlich auf! Schaut hin und kümmert euch! Lieber Herr Hennemann, das ist jetzt Ihr Projekt!

 

 

 

 

 

 

 

Die Abbrucharbeiten sind im vollem Gange

Etwas verwunderlich und gefährlich finden wir, dass die Arbeiter keine Sicherheitsausrüstung wie zumindest einmal einen Helm tragen, obwohl der Bagger Schutt, Balken und sonstiges über deren Köpfe hinweg hebt.

Ebenso verwunderlich finden wir, dass ein Zugang zum Gelände unbeaufsichtigt offen steht, direkt neben einer Mauer, an der gerade abgebrochen wird…

…Wollte der Investor nicht alles für ein sicheres Bauvorhaben tun?