DIE BRACHE

  • Nichts passiert in der Ortsmitte!
  • Gemeinde informiert nicht über weitere Entwicklung!

Die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach möchte gleich am Anfang mit dem gestreuten Gerücht aufräumen, sie hätte etwas damit zu tun oder sei gar dafür verantwortlich, dass in der Ortsmitte mit dem Bau nicht begonnen wurde. Wir freuen uns natürlich, dass mit dem Monsterbauwerk noch nicht begonnen wurde. Die Bürgerinitiative hat  aber nichts mit dem Stillstand zu tun. Es sind andere verantwortlich, dass sich nichts tut.

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Im August wurden rücksichtlos das bisschen Grün und die wenigen Sonnenblumen gemäht. Natur ist unwichtig, könnte man meinen. Bienen, Insekten, Vögel und anderes Kleingetier hätten zumindest noch übergangsweise ein bisschen Lebensraum gehabt. Nur weg. Als ob es hinterher besser ausgesehen hätte. Wir haben gehört, dass das Mähen von der Gemeinde verlangt wurde.

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Es gibt auch keinerlei Information über die aktuelle Planung für die Ortsmitte. Ob der Investor mit seiner Informationspolitik richtig liegt, interessiert uns nicht, zumindest im Moment. Es ist aber unglaublich, dass der Bürgermeister keinen Wert darauf  legt, dass die Bürgerschaft erfährt, was in der Ortsmitte gebaut werden soll. Einer so wichtigen Örtlichkeit für Bickenbach und seine Bürgerschaft. Die regelmäßigen Informationen über die der Bürgermeister zumeist via Darmstädter Echo berichten lässt, sind im Verhältnis dagegen völlig nebensächlich. Es reicht nicht aus, dass der Bürgermeister erklärt, sich für die Ansiedlung eines Metzgers einsetzen zu wollen. Bei der Gestaltung der Ortsmitte entscheidet sich, ob Bickenbach seine Zukunftsfähigkeit und Attraktivität entscheidend verschlechtert.

Wir erinnern daran, dass einer der Hauptgründe gegen eine geforderte Denkpause zur Beratung über das richtige Baukonzept für die Ortsmitte das Argument war, es müsse nun endlich gebaut werden. Es überzeugte bei sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern schon damals nicht und hat weiteren zwischenzeitlich die Augen geöffnet. Es passiert nichts auf den Baugrundstücken. Es war entweder politisch naiv zu glauben, mit dem Bau könnte nun gleich begonnen werden oder es war eine populistische Aktion. Jedenfalls hat es uns gezeigt, wie wenig der Ort wertgeschätzt wird.

Es wird auch noch länger nicht mit dem Bau begonnen werden. Was für ein Glück, könnte man meinen, wenn wir an das Monsterbauwerk denken. Wir wissen aus gut unterrichteten Kreisen, dass der Bauantrag zwar eingereicht wurde, jedoch nicht groß in die Bearbeitung ging, da der Antrag unvollständig war.

Viele Bürgerinnen und Bürger und auch die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach haben den Eindruck, dass der Bürgermeister das Thema Bebauung der Ortsmitte aus der Öffentlichkeit heraushalten und schon gar keine Debatte mehr darüber führen möchte. Das gilt auch für SPD, CDU und FDP.

Wir fordern den Bürgermeister auf, für eine Information zu der aktuell geplanten Bebauung der Ortsmitte zu sorgen.

Es ist unser Bickenbach!

Wir leben hier!

Wir haben ein Recht zu erfahren, was an der bedeutsamsten Stelle in Bickenbach geschehen soll.

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BauBlog #3 – Abbruch erledigt

Heute morgen hat der uns über einige Monate liebgewonnene Bagger verlassen, nachdem er sich in den letzten Tagen nochmals so richtig ins Zeug gelegt hat und die alte Neue Mitte umgegraben und für den Frühling schön hergerichtet hat.

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Aufräumen der Baggerschaufeln…

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Man hat jetzt einen wunderbaren Blick auf dieses Areal mitten in Bickenbach, welches ja schon bald – sofern es nach dem Willen der Gemeinde und des Investors geht – mit Beton zugegossen und bebaut werden soll.

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Also liebe Bickenbacher*innen, genießen Sie dieses Anblick noch eine Weile. In Zukunft wird man das Areal nicht mehr sehen, versteckt hinter einem 90m langen und fast 14m hohem Betonriegel. Für die Bickenbacher*innen wird eine viel zu enge, viel befahrene, mit Tiefgaragenein und -ausfahrten gespickte, zugige, dunkle Darmstädter Straße bleiben, unabhängig davon, ob man die „Architektur“ nun als gelungen oder nicht betrachtet. Dafür dürfen sich die meisten der neuen Bewohner der Neuen Mitte sommers wie winters über konstanten Schatten von ihren eigenen Häusern und dem „Riegel“ freuen.

Und weil es so schön ist, scheint das nächste Projekt an der Darmstädter Straße bereits in den Startlöchern zu stehen. Etwas „stromaufwärts“ sollen weitere Wohnungen entstehen. Dem Flurfunk zu folge etwa 30 Wohnungen…

Der Normenkontrollantrag ist jedenfalls am Laufen und wir bleiben als BI auch eng am Thema des Verkaufs von gemeindlichen Grundstücken weit unter Wert!

 

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BauBlog #2

Diese Woche ist auf den ersten Blick nicht viel passiert, von der Darmstädter Straße gesehen.

Noch ein paar (große) Bäume weniger, Bauschutt abgeräumt, dieses Mal auch die asbesthaltigen Dachplatten ordentlich verpackt und gekennzeichnet.

Nach wie vor verwunderlich ist, dass das Abbruchpersonal sich nicht sonderlich um das Thema Arbeitssicherheit kümmert. Steht direkt neben den Bagger beim Abbruch eines Nebengebäudes ohne Helm, Weste etc… wird schon nichts passieren!

Erschreckend ist manchmal, wie nah der Bagger an den Nachbargrundstücken entlang rumpelt. Das kann man nicht nur sehen und hören sondern auch deutlich spüren!

Vorschlag an die Gemeinde (ganz ohne Kritik):

Installiert eine Baumkamera am Rathaus, um das Projekt zu dokumentieren und daraus ein Zeitraffervideo zu machen. Gibt es als fertige Lösung ab ca. 250 Euro.

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Einige Bilder der letzten Tage:

Abriss – Mal eben samstags Eternitplatten entsorgt…

Die Gemeinde vertraut voll und ganz auf einen Investor! Wie vertrauenswürdig das ist hat mal wieder eine kleines aber feines Detail am heutigen Tag gezeigt!

Ihnen sagt Eternit etwas? Asbest? Sie legen wert darauf, dass mit Gefahrenstoffen sorgsam umgegangen wird? Das vernünftig gearbeitet wird?

Heute, Samstag den 2.12.2017, konnten sehr viele Leute beobachten und dokumentieren, wie die Abrissarbeiten für die Neue Mitte von Statten gehen. Wohlgemerkt Arbeiten, vergeben von einem Investor, der das vollste Vertrauen des alten und neuen Bürgermeisters samt Großteil der Gemeindevertretung hat.

Gegen 10 Uhr konnte beobachtet werden, wie private PKW mit rumänischen Kennzeichen vor dem mittlerweile geschlossenen Dönerladen hielten. Der Infostand der BI befand sich ja gerade einmal 5m entfernt!

Kurz darauf konnten Abrissarbeiten am Hinterhaus beobachtet und dokumentiert werden. Personen, völlig ohne Arbeitsschutz und ungesichert, standen auf einem Dach und haben freihändig Eternitplatten aus 5m Höhe auf das Grundstück geworfen! Ganz großes Kino!

Darauf angesprochen wurde verlautet, dass dies vorbereitende Maßnahmen für den Abrissbagger seien, der ab kommenden Montag dort tätig wird. Einen Wimpernschlag später waren alle „Arbeiter“ weg!

Nun, es gibt gesetzliche Vorschriften, wie mit Eternit und Gefahrenstoffen grundsätzlich umzugehen ist. Es gibt Vorschriften, wie Abrissarbeiten grundsätzlich von Statten zu gehen haben. Es gibt Vorschriften des Arbeitsschutzes. Sicher ist, dass mit Abrissarbeiten qualifizierte Unternehmen betraut werden müssen, die entsprechendes Fachpersonal anstellen.

Bauaufsicht ist bereits informiert. Ggf. werden wir auf Basis der von uns dokumentierten Kennzeichen und Arbeiten den Zoll einschalten und Anzeige erstatten!

Liebe Gemeindevertretung! Wacht endlich auf! Schaut hin und kümmert euch! Lieber Herr Hennemann, das ist jetzt Ihr Projekt!

 

 

 

 

 

 

 

Die Abbrucharbeiten sind im vollem Gange

Etwas verwunderlich und gefährlich finden wir, dass die Arbeiter keine Sicherheitsausrüstung wie zumindest einmal einen Helm tragen, obwohl der Bagger Schutt, Balken und sonstiges über deren Köpfe hinweg hebt.

Ebenso verwunderlich finden wir, dass ein Zugang zum Gelände unbeaufsichtigt offen steht, direkt neben einer Mauer, an der gerade abgebrochen wird…

…Wollte der Investor nicht alles für ein sicheres Bauvorhaben tun?

Die Abbrucharbeiten beginnen…

Nun, hoffen wir einmal, dass die Vorgaben des Naturschutzes eingehalten werden!

Abrißmaßnahmen an Häusern sind auf Basis der gesetzl. Brut-/Aufzuchtzeiten-Ausschlußfristennorm [BNatSchG § 39 (5) Nr. 2] zwischen Oktober und November vor Einsetzen der Frostperiode durchzuführen;

Abrißmaßnahmen an Häusern, Maßnahmen der Baufeldvorbereitung und -freimachung speziell am Altbaumbestand mit Höhlen, Schwimmbecken, Folientümpel und der Steinhalde sind unter artenschutzfachl. Begleitung durchzuführen um ggf. weitere geschützte Arten zu bergen und umzusiedeln;

 

Trau! schau! wem?

„Die Winde sprach zur Fliege:

 O komm zu mir ins Haus!

 Es ist bei mir gut wohnen,

 Komm, schlaf und ruh dich aus“

(August Heinrich Hoffmann von Fallersleben)

 

Die Überraschung war doch einigermaßen da, als vorgestern eine „Wichtige Bürgerinformation“ aus dem Bergsträßer Anzeiger herausfiel. Die „Neue Mitte Bickenbach“ mit „Wohnen und Leben für Alt und Jung“, klargestellt durch den Vorhabenträger. Ob diese Flyeraktion mit dem aktuell laufenden Bürgermeisterwahlkampf zu tun hat? Gar abgestimmt ist? Nun, spielt eigentlich keine Rolle…

Wir haben uns seitens der BI überlegt, ob wir das Thema überhaupt aufgreifen – immerhin haben wir den Flyer wirklich nur zufällig bemerkt. Da wir aber offensichtlich als BI mit dem Flyer auch angesprochen sind, wollen wir das tun. Eigentlich dreht sich die Debatte ja um den B-Plan der Gemeinde. Aber schauen wir uns den Flyer einmal an:

 

Titel

Den Titel „Wohnen und Leben für Alt und Jung“ haben wir schon länger nicht mehr gehört. So wurde das Projekt damals beworben und bei der Gemeinde vorgestellt. Momentan haben wir eher die Vermarktung von „Exklusiven Etagenwohnungen“ auf der Webseite des Maklers im Hinterkopf. Mit Verkaufspreisen ab 3.000 €/m² dürfte das für Alt und Jung zumindest nicht einfach werden, sowohl was Kauf und Miete angeht. Kommen ja immerhin auch noch TG-Stellplatz und Verwaltungskosten für Freiflächen, Fahrstühle usw. dazu.

Warum

Es ist ein leichtes zu behaupten, es gäbe Gerüchte, Fehlinformationen, Falschinterpretationen und keine neutrale Presse. Was genau ist damit gemeint? Gibt es Beispiele?

Es dürfte nachvollziehbar sein, dass interessierte Bürgerinnen und Bürger versuchen, das Projekt zu verstehen und zu hinterfragen. Viele der daraus entstandenen Fragen sind bis heute schlicht nicht beantwortet. Die BI hat es sich zur Aufgabe gemacht, auf wichtige, bisher nicht betrachtete Fragestellungen oder Probleme aufmerksam zu machen.

Gemeinde und Investoren haben es selbst in der Hand, für Klarheit zu Sorgen. Das geschieht aber nicht. Stattdessen wird versucht, das Projekt auf Biegen und Brechen durchzusetzen, ungeachtet der vielen damit verbundenen Problemen.

 

Runde 1

Die Idee zu dem Projekt ist spätestens seit dem Sommer 2014 bekannt. Es ist anzunehmen, dass zu diesem Zeitpunkt diese Idee auch an einen Teil der Gemeinde herangetragen wurde. Die jetzige Art und Weise der Planung ist im Juli 2015 in einer Präsentation einem Teil der Gemeinde vorgestellt worden. Wem genau, wissen wir nicht. Im Januar 2016 wurde nach unserem Kenntnisstand die Gemeindevertretung informiert. Im September 2016 fand die erste Bürgerversammlung statt. Der Rest ist bekannt.

Erste Ideen und Entwürfe wurden den Bürgerinnen und Bürgern also erst zu einem Zeitpunkt präsentiert, als das Konzept schon mehr oder weniger fast 2 Jahre stand. Trotz sehr vieler Fragen, Sorgen und Anregungen steht das Konzept im Prinzip in der damaligen Form da – unverändert. Schon in den Bürgerversammlungen hieß es von Investorenseite, auf die Massivität und hohe Dichte angesprochen, „die Planung sei wasserdicht“. Eine Bürgerbeteiligung sieht anders aus.

 

Runde 2

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Der aktuelle B-Plan wird aufgestellt, um dem Vorhabenträger dessen Projekt zu ermöglichen. Dafür wird der aktuell rechtskräftige B-Plan in seinen Grundzügen geändert und den Wünschen des Vorhabenträger angepasst. Sämtliche für die umliegenden Gebiete gültigen Vorgaben werden komplett über den Haufen geworfen.

Nahezu alle Einwände, Beschwerden und Fragen seitens der Bürgerinnen und Bürger wurden mit teils fragwürdigen Begründungen beiseitegeschoben. Es stimmt, eine Mehrheit der Gemeindevertretung hat dem zugestimmt.

Die angesprochenen Gutachten hat der Vorhabenträger nicht freiwillig erstellt. In der ersten Begründung zum B-Plan wurden genau diese Gutachten als nicht notwendig erachtet. Einwände der Bürgerinnen und Bürger und letztendlich Hinweise der Träger öffentlicher Belange haben zu der Erstellung eines artenschutzrechtlichen Gutachtens sowie Untersuchungen zur Versickerung geführt. Das ist momentan ein noch laufender Prozess.

Das Verkehrsgutachten wurde bereits seinerzeit durch Einwände kritisiert. Interessanterweise kommt der Landesentwicklungsplan Darmstadt-Dieburg zu dem Schluss, dass die Verkehrsbelastung der B3 in Bickenbach genau an dieser Stelle unerträglich sei und Handlungsbedarf bestehe. Überraschend ist, dass das Planungsbüro, welches damals zu diesem Schluss kam, im Gutachten für den Investor keinerlei Probleme sieht.

Bezüglich der 3D-Bilder usw. verweisen wir auf frühere Beiträge auf unserer Webseite. Auf die Farce der Verschattungsdarstellung möchten wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Runde 3

Wir gehen davon aus, dass ein Vorhabenträger in jedem Fall hauptsächlich an die Rendite denkt. Er wäre sonst ein schlechter Investor.

Dubios sind weder die Gesellschaftsform noch sind es die handelnden Personen. Die BI hatte am 7. Juni bereits den Vorhabenträger beleuchtet und festgestellt, dass eine solche Konstellation an sich nicht Verwerflich ist. Wer genau hinhört und hinschaut erkennt auch, dass sich die Kritik nicht gegen einen Investor bezieht sondern gegen die Massivität und Art der derzeit geplanten Bebauung.

Runde 4

Den zweiten Satz der Überschrift könnte man tatsächlich so als Aussage stehen lassen.

Die Aussage, dass das Regierungspräsidium diese innerörtliche, allen Regeln entsprechende Planung lobt, ist mehr als grenzwertig, zieht sich aber bereits durch das gesamte Verfahren und wird vielen kritischen Fragen vorangestellt.

Das Regierungspräsidium ist weder für die Prüfung der Planung noch für Lob zuständig – schon gar nicht für die Planung eines Vorhabenträgers. Das Regierungspräsidium begrüßt den Bebauungsplan der Gemeinde im Sinne der Raumordnung, da dieser den Vorgaben entspricht, Innenentwicklung vor Außenentwicklung zu stellen. Jedoch ist die Gemeinde allein und vollumfänglich für die korrekte Aufstellung des B-Plans verantwortlich!

Es wird interessant zu sehen, wie das Regierungspräsidium dessen eigene Stellungnahme im Kontext dieses Flyers sieht.

Die Höhen der Architektur… Was auch immer das bedeuten soll, vermutlich sind die Gebäudehöhen gemeint! Maßgeblich für das Erscheinungsbild in diesem Fall sind die Traufhöhen bzw. Attiken. Also das, was an vertikaler Wand im Straßenraum wirkt. Durch die Flachdachbebauung sind die neuen Gebäude in dieser Hinsicht höher als die gegenüberliegenden Gebäude, deren Traufhöhe eben niedriger ist und deren Firste im Straßenraum nicht sichtbar sind. Die Aussage, dass die Gebäude niedriger als in der Nachbarschaft seien, finden wir etwas dreist. Die Nachbarschaft besteht nicht nur aus Rathaus und dem gegenüberliegenden Geschäftshaus, liebe Investoren.

Auch wenn es Rücksprünge geben wird, im Gesamtbild werden die Rücksprünge nicht auffallen. Es wird subjektiv eine durchgehende und sehr lange Wand geben.

Die Art und Weise der Bebauung passt aus unserer Sicht nicht in den Ortskern von Bickenbach. Das ist in der Überschrift schon sehr richtig dargestellt. Eine Bebauung des Areals sowie auch eine Nachverdichtung im Innenbereich können aber sehr wohl zu Bickenbach passen.

Das Thema Verstädterung ist nicht weit hergeholt sondern von Anfang an mit dem Projekt verbunden und gar vom Investor selbst mit geprägt. Wir dürfen hier auf früher Diskussionen und Vorstellung von „urbanen“ Quartieren usw. verweisen. Dem Planer selbst schwebt für dieses Projekt eine Bebauungsdichte vor, die für verstädterte Siedlungstypen mit S- und U-Bahn Anschluss vorgesehen sind. Die Planung geht sogar weit darüber hinaus und sieht sage und schreibe eine Dichte von über 90 Wohneinheiten pro Hektar für das Neubauprojekt vor. Das sind Werte, welche für Großstadtbereiche vorgesehen sind.

Runde 5

Es wäre erschreckend, wenn die Baustelle auch die nachbarschaftlichen Grundstücke / Häuser zur Abwicklung benötigen würde. Ebenso erschreckend wäre es, wenn Vorschriften wie z.B. zum Lärm nicht eingehalten würden. Sollen die Bürgerinnen und Bürger Bickenbachs dankbar dafür sein?

Temporäre Fahrbahnverengungen werden gering gehalten – das klingt gut. Baut man aber nun mal hohe Häuser mit Arkaden und neuen Parkplätzen dicht an eine vielbefahrene Straße, wird es diese Verengungen vermutlich über einen längeren Zeitraum geben müssen.

Die BI hat Beispiele aus der Region gezeigt, inklusive Bilder. Diese Bilder zeigen von der Größe und Art ähnliche Baustellen. Diese sind sachlich und entsprechen der Baurealität. Sicherlich werden hunderte Kubikmeter Beton nicht mit Elektroautos angefahren. Betonpumpen, Verbau, Stahl, LKWs, Baustellendreck, Lärm, Kompressoren, Wasserpumpen entspringen nicht der Fantasie sondern sind Realität.

Wir denken, dass man mit Zeitangaben für Bauvorhaben sehr vorsichtig sein sollte. 18-20 Monate für die Realisierung eines solchen Großprojektes halten wir – gelinde gesagt – für sehr ambitioniert. Wenn es eine solche Aussage gibt, steht dahinter vermutlich ein bereits vorhandener Bauzeitenplan mit entsprechenden Berechnungen, welcher dem PLU-Ausschuss in der nächsten Sitzung vorgestellt werden kann?

Reale Zahlen

Die realen Zahlen! Gibt es Zahlen, die nicht real sind oder worauf bezieht sich diese Aussage? Wenn schon Zahlen präsentiert werden, warum nicht alle Kennzahlen?

Die beworbenen 7.000m² an entstehender Wohn- und Gewerbefläche geben nicht das Bauvolumen und somit den „Fußabdruck“ dieses Projektes inmitten unseres Ortskerns wieder.

 

Im Eingangssatz des Flyers steht, dass es ein Anliegen des Investors ist, Informationen zum Projekt aus erster Hand zu Verfügung zu stellen. Welche Informationen zum Projekt wurden jetzt genau zu Verfügung gestellt?

Alles in allem kommen wir zu dem Schluss: „Wie das Projekt, so auch der Flyer!“

Abbrucharbeiten

Die Zeichen verdichten sich, dass in Kürze mit den Abbrucharbeiten begonnen werden soll! Entsprechende Anträge sind wohl seitens des Investors an die Genehmigungsbehörde gestellt!

Es scheint so, als wolle man hier Fakten schaffen und den Abbruch trotz Veränderungssperre beginnen, um noch rechtzeitig vor Ende November damit durch zu sein. Die Naturschutzbehörde hat hier entsprechende Auflagen erteilt und Abbrucharbeiten dürfen nur unter strengen Auflagen während der Monate Oktober und November erfolgen.

Man muss dazu sagen, dass das Planungsverfahren für die „Neue Mitte“ weder abgeschlossen noch beschlussreif ist sowie eine weitere Offenlegung ausstehend ist.

Wir sind gespannt, ob die entsprechenden Behörden eine Abbruchgenehmigung erteilen und gleichzeitig die Gemeinde trotz laufenden Verfahrens und Veränderungssperre im Einvernehmen mit der Behörde zustimmen wird.

Bisher ist uns nicht bekannt, dass die nun geplanten Abbrucharbeiten in den entsprechenden Gemeindegremien diskutiert wurden – geschweige denn bekannt sind…

Die Gemeinde sollte Bickenbach im Blick haben, nicht einen etwaigen Zeitdruck des Investors!