Die Steinerücker der BI – Kommentar

Wir möchten mit diesem Beitrag auf die massive Kritik von Thorsten Schröder, Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Bickenbach, im Kommentarbereich von Facebook reagieren und wählen dieses Medium, um angemessen auf die einzelnen Punkte eingehen zu können. Für diejenigen Personen, die diese Kritik auf Facebook nicht einsehen können, kopieren wir den ursprünglichen Kommentar am Ende des Beitrages mit ein. Sollten Sie, Herr Schröder, damit nicht einverstanden sein, bitten wir Sie, sich bei uns zu melden.

Der Beitrag DIE STEINERÜCKER DER BÜRGERINITIATIVE übt durchaus scharfe Kritik an der SPD Bickenbach und stellt unsere aktuelle Wahrnehmung des politischen, aber auch außerpolitischen Geschehens in Bickenbach in Zusammenhang mit der SPD dar. Man mag an dem Beitrag den Ton kritisieren oder dass die SPD pauschal genannt wird, ohne zwischen den einzelne Akteuren und Einzelhaltungen zu differenzieren. Ebenso kann man feststellen, dass seitens der BI deutlich mehr Kritik an der SPD, als an den Fraktionen der CDU und FDP geübt wird. Diesbezüglich nehmen wir die Kritik zur Kenntnis, aber stehen weiterhin zu den von uns gewählten Worten.

Im Kern bestätigen uns jedoch wiederum die durch Herrn Schröder verfassten Ausführungen in unserer Einschätzung. Es werden uns unter anderem Lüge und Methodiken der AfD vorgeworfen. Zu den Vorwürfen möchten wir im Folgenden reagieren.

Es wird gefragt, wer genau wann und wo seitens der SPD aussprach, dass die BI Steine im Landbach verrückt habe. Ob die Aussage aus SPD Kreisen nun bedacht oder unbedacht getätigt wurde, wir wissen, wer sie getätigt hat. Aus gutem Grund geben wir aber keine Personendaten öffentlich Preis, um eben zu verhindern, dass einzelne Personen herausgepickt und entsprechend unter Druck gesetzt werden können. Die Erfahrung unsererseits hat gezeigt, dass dies durchaus ein Mittel ist, welches in der Vergangenheit angewandt wurde. Ein Beispiel dazu wurde bereits im Beitrag als solches erwähnt. Ein Vorgang, der seinerzeit öffentlich von Statten ging.

Den Versuch zur Personalisierung oder Isolierung von Einzelpersonen konnte man bereits in der Anrede feststellen. Die BI agiert als Gemeinschaft und stellt Artikel als solche online. Sofern es sich um persönliche Kommentare handelt, sind diese mit Namen versehen. Wir reagieren entsprechend auch als BI auf Kommentare beispielweise auf Facebook. Umso unverständlicher ist die Eröffnung des Kommentars mit „Sehr geehrte/r Frau/Herr Anonym“. Es ist nicht wichtig. Weder bei uns, noch bei der SPD.

Das gleiche Verhaltensmuster wurde übrigens bereits in der Debatte um die Grundstücksverkäufe angewandt. Anstatt sich inhaltlich mit dem von der BI beauftragten Sachverständigengutachten auseinanderzusetzen, wurde es als ausreichend empfunden, daran Kritik zu üben (von allen Fraktionen, außer KommA), dass der Name des Verfassers des Gutachtens entfernt wurde. Wir interpretieren das so, dass es nicht um die inhaltliche Auseinandersetzung geht, sondern darum, Kritiker angreifbar zu machen, um diese möglicherweise zu diskreditieren. Die Liste an Beispielen (unserer Wahrnehmungen) ließe sich fortführen.

Es erscheint uns zudem so, dass in der Kritik seitens Herrn Schröders mit zweierlei Maß gemessen wird. Wir können auf der Webseite der SPD in Bickenbach ebenso keine namentlich gekennzeichneten Beiträge finden. Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass von Andersdenkenden Belege, Nachweise und Namen gefordert werden, man seitens der Gemeindepolitik aber keinerlei Transparenz zeigt, vor allem und insbesondere in Sachen Neue Mitte.

Wir stehen zu unserer Aussage, dass wir die Verhaltensweise der SPD als solches, als Druck und Versuch der Einschüchterung empfinden.

Die Aussage zur Sitzhilfe ist keine Unterstellung, sondern eine aus unseren Erfahrungen resultierende Erwartungshaltung. Das ist etwas völlig anderes.

In unserem Beitrag haben wir die Rolle der SPD in Darmstadt mit der in Bickenbach verglichen. In Darmstadt wird von der SPD vehement eine Bürgerbeteiligung bei der Entwicklung von Grundstücksflächen gefordert. In Bickenbach wird das von der SPD gerade nicht gefordert und unterstützt. Wir erklären uns das damit, dass die SPD in Darmstadt sich in der Opposition befindet und die SPD in Bickenbach regiert. Das wurde von Herrn Schröder offensichtlich nicht verstanden. Auf die Widersprüchlichkeit der Forderungen ein und derselben Partei, die Kern sind in unserem Beitrag, wird gar nicht eingegangen.

Es ist nun mal eine Tatsache, dass der Bebauungsplan nichts anderes ist als eine Blaupause der Planung des Investors, mit allen Freiheiten, die man sich nur vorstellen kann. Wir bleiben dabei, dass insbesondere die SPD versucht, der Bürgerschaft weiß zu machen, dass sie die Planung im Sinne der Gemeinde und seiner Bürger beeinflusst habe. Das Gemeinwohl kommt bei einer gemeindlichen Planung zuerst! In Bickenbach kommt es unter ferner liefen.

Es ist keineswegs das Interesse der BI, ebenso einzelne Personen herauszupicken und ehrabschneidend zu behandeln. Wir haben bei aller inhaltlicher Diskrepanz Respekt vor der ehrenamtlichen Tätigkeit der Gemeindegremien und sind uns bewusst, mit welchem Aufwand und mit welcher Verantwortung das verbunden ist. Auch wir als BI engagieren uns mit enormem Zeit- und finanziellem Aufwand seit nunmehr einigen Jahren.

Wir nehmen uns jedoch das Recht, Aussagen und Handlungen von Personen in ihren offiziellen Rollen zu kritisieren. Was daran ehrabschneidend sein soll, wissen wir nicht. Wir beschreiben das, was wir erleben oder uns berichtet wurde.

Wir interpretieren den Kommentar von Herrn Schröder so, dass nach wie vor nicht verstanden wurde, was gefordert wird und der Bürgerschaft rechtlich zusteht. Wir erwarten und fordern die angemessene Beteiligung der Bürgerschaft für ein derart wichtiges, orts- und zukunftsgestaltendes Projekt wie die Ortsmitte! Nach der Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofes und damit verbundenen Rechtsunwirksamkeit des Bebauungsplans, sehen wir in einem angemessenen Beteiligungsverfahren die Chance, durch eine auf breiter Basis abgestimmten Planung die Bürgerschaft und Planer in einem Konsens, einem Kompromiss, wieder zusammenzuführen. Es wird im Kommentar auf 2 frühere Bürgerversammlungen verwiesen. Diese sind aus unserer Sicht schon deshalb ohne Bedeutung, weil sie der Vergangenheit angehören, unabhängig davon, dass sie nicht der Form entsprechen, die die BI einfordert und sich vorstellt. Wir wollen echte Bürgerbeteiligung. Das ist ein Erarbeiten der Ziele für die Ortsmitte unter der Beteiligung aller relevanten Akteure und vor allem der Bürgerschaft. Es ist nicht die bloße Präsentation von alternativlosen Plänen des Investors.

Der Vergleich zur AfD!

Wir als Bürgerinitiative vereinfachen eben gerade nicht und machen uns diese Methodik nicht zu Eigen. Im Gegenteil, wir erarbeiteten konkrete Planungen und Ideen zur Ortsmitte. Wir haben im Bebauungsplanverfahren viele substanzielle Einwendungen vorgebracht und sind nicht an der Oberfläche geblieben, wie es populistische Vorgehensweisen tun würden. Wir haben Fachleute wie Stadtplaner und Architekten eingeschaltet, Anwälte und Immobilienfachleute, deren Bearbeitungen und Bewertungen Grundlage wurden für eine fundierte Kritik an der Planung des Investors und der Haltung von Bürgermeister, SPD, CDU und FDP.

Alle wesentlichen Punkte der Kritik der Bürgerinitiative und der Einwender wurden u.a. auch von der Mehrheit der SPD in unqualifizierter, aus unserer Sicht geradezu respektloser und herablassender Form, abgetan. Man könnte im Umkehrschluss behaupten, dass eher diese Vorgehensweise, d.h. das Ignorieren von begründeten Einwendungen, Fakten und Forderungen, wiederum an eine populistische Programmatik erinnert. Sinngemäß dem Motto: Wenn einem der Klimawandel nicht passt, wird er abgewiegelt und bestritten. Analogien könnte man zur Ortsmitte ziehen. Es besteht leider keine Bereitschaft, den Dialog mit den Kritikern und der Bürgerschaft aufzunehmen und nach einer einvernehmlichen Kompromisslösung zu suchen. Als BI kritisieren wir offen und bei Angemessenheit auch scharf. Mit uns wird ebenso hart ins Gericht gegangen. Stellen Sie sich vor, Herr Schröder, wir als BI hätten eine der Fraktionen, bei aller inhaltlichen Kritik, in einem Atemzug mit der AfD genannt.

Wir würden uns wünschen, mit Kritik zukünftig direkt auf uns zuzugehen. Wir sind weder anonym noch unbekannt. Einen Kommentar wiederholt damit zu beenden, sich nicht weiter zu äußern, erscheint unüberlegt, insbesondere, wenn man sich dann doch wieder äußert. Man sollte sich dies überlegen, bevor man ins Gefecht stürmt. Gleiches gilt bezüglich des monierten Niveaus, das mit dem Eröffnungskommentar sicherlich nicht auf hohem Level begonnen hat und mit dem Abschlusssatz leider auch keinen Höhepunkt fand. Aber das sind die bekannten Platituden der sozialen Medien. Wir haben uns als BI auch für diese Medien entschieden und können damit umgehen.

Um es hiermit abzuschließen: Wir haben uns in diesem Kommentar wirklich bemüht, einen sachlichen Ton zu treffen um schlicht die Möglichkeit eines Diskurses offen zu halten. Sollten Sie, Herr Schröder, dies als ungenügend empfinden, so können wir es nicht ändern.

 

Kommentarverlauf zu unserem Beitrag auf Facebook:

(Die Kommentare anderer Personen haben wir weggelassen)

 

Thorsten Schröder Der Artikel strotzt vor Lügen, Falschdarstellungen und frei erfundenen Behauptungen 😫
Das sind Methoden von … kann sich jeder selber denken🤔.

 

BI Ortsmitte Bickenbach Lieber Herr Thorsten Schröder! Als Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Bickenbach strafen Sie unseren Beitrag als Lüge, falsche Darstellung und als frei erfundene Behauptung. Sie werfen uns unbekannte Methoden vor, die Sie offensichtlich nicht aussprechen wollen aber dennoch in den Raum stellen.
Wir sind als BI stehts bemüht, unsere Äußerungen auf Fakten zu basieren. Auch in diesem Fall! Definitiv nehmen wir uns das Recht, unsere Meinung zum politischen Geschehen zu äußern. Dass die erwähnten Fraktionen dem nicht zustimmen, nehmen wir in Kauf. Ebenso wie die Fraktionen in Kauf nehmen, Mehrheiten im Parlament für die Durchsetzung Ihrer Interessen zu nutzen.
Sofern wir tatsächlich Dinge falsch darstellen, so bitten wir Sie um konkrete Hinweise, damit die Chance gewahrt wird, dies ggf. richtig zu stellen.
Der Vorwurf der Lüge setzt Vorsatz voraus. Wir bitten Sie, als Ortsvereinsvorsitzenden der SPD, um Klarstellung, welche Aussage im Artikel diesen Vorwurf Ihrerseits rechtfertigt.

 

Thorsten Schröder BI Ortsmitte Bickenbach Sehr geehrte/r Frau/Herr Anonym,

zu „Aus SPD-Kreisen wird verbreitet, die Bürgerinitiative habe diese Wasserbausteine verrückt“: Wer, wann und wo? Zu „Der Bürger wurde eingeschüchtert und bedroht“: Wer, wann, wo und wie? Wenn diese offenen W-Fragen nicht konkret beantwortet werden, liegt es für mich sehr nahe, Ihre Ausführungen als Lüge zu bezeichnen.
„warten wir nur darauf, dass von der SPD auch behauptet wird, wir hätten die Sitzhilfe in der Bahnhofstraße zerstört“ ist eine ziemlich haltlose Unterstellung.
Zu „dass in Bickenbach die SPD an der Macht ist“: Das ist eine Falschdarstellung, die SPD hat lediglich 9 von 25 Sitzen in der Gemeindevertung. Ebenso ist es eine Falschdarstellung, dass es keine Bürgerbeteiligung gab. Es gab zwei Bürgerversammlungen.
Dass beim Planungsprozess zur Neuen Ortsmitte „gekungelt“ worden sei, ist eine nicht belegbare Unterstellung und hat nichts mehr mit Meinung zu tun. Dies, Ihre o. g. Unterstellung „Mehrheiten im Parlament für die Durchsetzung Ihrer Interessen zu nutzen“ sowie die Diskreditierung einzelner Mitglieder der GVG und des BM kann man schon als ehrabschneidend empfinden.
Erstaunlich ist, dass Komma und die BI hier versucht sich in die Opferrolle zu bringen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Das sind Methoden der AfD, wobei ich Komma oder BI sicherlich nicht inhaltlich damit in Verbindung bringe.
Bitte haben Sie Verständnis, dass ich mich an dieser Stelle nicht weiter äußern werde. Das Niveau ist mir zu niedrig.

p. s. „stets bemüht“ wird in Arbeitszeugnissen als ungenügend angesehen

Kulturhistorisch wertvoll & Ortsidentität

Bereits vor einiger Zeit sind wir in der Presse über ein Zitat unseres Bürgermeisters gestolpert, dass kulturhistorisches Engagement wichtig sei und dass Ortsidentität leider allzu oft verloren ginge. Worte, die wir jederzeit unterstreichen.

Viele Bürger hätten sich diese Einsicht deutlich früher gewünscht. Vor fast 2 Jahren wurden diese Attribute als wenig wichtig eingeschätzt, als es um den schnellen Abbruch der ehemaligen Gaststätte „zur Rose“ ging. Damals konnte es nicht schnell genug gehen, ein kulturhistorisch wertvolles Gebäude, das wie fast kein anderes die Ortsidentität der Gemeinde prägte, niederzulegen.

Ebenso scheinen beide Attribute keine Rolle zu spielen, wenn es darum geht, die Neue Mitte so zu gestalten, dass diese die Identität unserer Gemeinde widerspiegelt bzw. die kulturhistorisch bedeutsame Umgebung aufgreift. Bisher zumindest!

historische aufnahme

Quelle: Klaus Böhme und Geschichts- und Museumsverein Bickenbach e.V., ‚Bickenbach an der Bergstraße – Geschichte in Ansichten und Bildern‘, Wiesbaden 2002, Seite 38

Die Brache in der Ortsmitte von Bickenbach

  • Wie war das mit dem Schutz von Bienen und Insekten?
  • Sind Blumen und Gräser besser und schöner oder gemähte Brache?
  • Welche Rolle spielte der Bürgermeister?
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Brache in der Ortsmitte vor dem Mähen

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Brache nach dem Mähen

Die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach findet beide auf den Fotoaufnahmen zu sehenden Zustände beklagenswert. Die Bürgerinitiative setzt sich für eine bürgergerecht geplante Ortsmitte ein und lehnt die monströse, für Bickenbach völlig ungeeignete Planung eines Investors ab. Die Bürgerinitiative befindet sich damit auch in Opposition zu den Haltungen der politischen Parteien SPD, CDU und SPD, sowie dem Bürgermeister, der auch ein Verfechter des Projektes des Investors ist.

Einen Unterschied zwischen nicht gemähter und gemähter Brache gibt es aber doch. Eine nicht gemähte Brache könnte immerhin etwas Positives für die Natur bewirken, Lebensraum sein für Bienen, Insekten und anderes Getier. Aber, wie schon so oft in unserem Ort, Natur spielt keine Rolle. Weg damit. Abgemäht. Kein Gedanke wird darauf verschwendet, welche Funktion die Brache interimsweise erfüllen kann. Abgemäht! Wie das sofortige Fällen der 10-12 großen Bäume auf dem Baugrundstück. Die Bäume könnten noch heute wertvolle Dienste tun und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Es zeigt, wie perfide private Interessen verfolgt werden und die Befürworter der geplanten Investorenarchitektur in der Politik die Investoreninteressen versuchen der Bürgerschaft als der Gemeinde dienend zu verkaufen.

Wir können uns deshalb auch des Verdachts nicht erwehren, dass der Bürgermeister Hand anlegte und für ein Mähen sorgte. Er hätte sich ja umgekehrt dafür stark machen können, dass die Brache jetzt nicht gemäht wird. Dass der Investor die Fläche aus freien Stücken mähte, ist wenig wahrscheinlich. Wir erinnern uns, dass der Bürgermeister eine Maschine anschaffen wollte für 40.000 €, die Unkraut in Fugen zwischen den Steinen auf Bürgersteigen chemisch entfernen konnte. Es liegt nahe, dass ihm der Zustand der Brache mit seinem „Unkraut“ dann erst recht ein Dorn im Auge sein müsste.

Eine Blühwiese mehr, zumindest interimsweise, warum nicht! Es gilt, sich nicht nur an die sehr begrüßenswerte Initiative eines heimischen Bauern anzuhängen, sondern es braucht einen Bürgermeister, der sich proaktiv für die Natur und den Klimaschutz einsetzt und kümmert und nicht versucht, bei jeder Gelegenheit sich in Szene zu setzen.