Eine Frage des Geschmacks – oder des Sachverstands!

V1

Beim Anblick der Fotomontage kann man sich nur schwer vorstellen, dass die monströse geplante Bebauung und deren Anschluss an die vorhandene historische Bebauung an der Darmstädter Straße als eine Frage des Geschmacks abgetan werden könnte.

Der geplante großvolumige, mit 4 Geschossen fast 14.00m hohe Baukörper stößt brachial und rücksichtslos gegen die niedrigen denkmalgeschützten Gebäude.

Damit kein Mensch glaubt, es sei eine Geschmacksfrage, erläutern wir, was geplant ist.

Das bestehende kleine Gebäude ist alt, liebevoll renoviert und wird von heimischen Vereinen genutzt.

Daneben der 4-geschossige Bauklotz in typischer Bauträgerarchitektur. Viel Masse mit einer Tiefgaragenzufahrt, ohne Respekt und Rücksicht auf die angrenzende kleinformatige Bebauung. Und wie üblich, neben der Tiefgaragenzufahrt auch noch eine LKW-Anlieferzone. Man weiß, wie verschmutzt und ungepflegt Tiefgaragenzufahrten nach einigen Jahren aussehen.

Zwischen Ladezone und dem monströsen Baukörper wird noch der Fußweg eingezwängt.

V3

Alles nur Masse, unüberlegt konzipiert und ohne jeglichen architektonischen Anspruch. Da helfen auch keine beschönigenden Visulisierungen des Investors und Wortschöpfungen („Schlossallee“).

Es wird kein Boulevard entstehen. 2 oder 3 in Asphalt eingezwängte Bäumchen auf einer Seite erzeugen keine Allee!

An der auf der Fotomontage dargestellten Stelle ist die Darmstädter Straße, zwischen dem geplanten Gebäudekomplex und der anderen Straßenseite einschließlich der Bürgersteige, gerade mal noch 11m breit.

Es gibt keine angemessene und harmonische Einfügung in das bauliche Umfeld oder einen guten Übergang zur vorhandenen Bebauung.

Der Bauklotz überragt erheblich die kleinen Gebäude, auch von der bildabgewandten Seite wird er die kleinen Gebäude mit fensterlosen Wänden hoch überragen. Wie solche gestaltlosen Wände nach ein paar Jahren verschmutzt und grau ausschauen, ist Vielen geläufig.

Nicht nur das Getöse des Verkehrs in der Darmstädter Straße wird sich erhöhen durch die Befahrung der Tiefgarage und den Lieferverkehr mit seinen quietschenden Ladebrücken und rumpelnden Palettenwagen. Es wird zu Staus kommen. Dazwischen Fußgänger, die sich weiterhin auf schmalem Bürgersteig zwischen Autos und Gebäudeklotz bewegen müssen. Viele Bürgerinnen und Bürger werden sich dann fragen, wer das so zugelassen hat.

Die Entscheidungsträger werden sich dafür verantworten müssen. Der gesunde Menschenverstand erkennt, dass es um mehr geht und es mehr ist als eine Geschmacksfrage.

Das führt natürlich unweigerlich zu der Frage, welcher Sachverstand die Politik geritten hat, eine solche Bebauung zulassen zu wollen.

Der Konzeptansatz der Bürgerinitiative ist besser, zukunftsgerichteter und nachhaltiger, verträglicher für den Ort und attraktiver für Bewohner und Nutzer.

Visualisierung BI Bickenbach

 

 

Innenentwicklung – mit Augenmaß

Unser Gemeindeparlament weiß es besser. Jegliche Hinweise, dass Grundsätze der Raumordnung und der Landesentwicklung mit der Neuen Mitte über Bord geworfen werden, wurden und werden bisher schlicht ignoriert.

Dabei ist die Erwartungshaltung an das Gemeindeparlament und den PLU Ausschuss nicht, dass jeder gleich zum Fachexperten wird. Es sollte aber tatsächlich für jeden erkennbar sein, dass hier weit über das Ziel hinausgeschossen wird, was das Maß der Verdichtung und die konsequente Versiegelung angeht.

Selbst das Umweltbundesamt schreibt auf seinem Internetportal www.aktion-flaeche.de dazu, dass Qualitäten bei der Innenentwicklung im Vordergrund stehen und dass eine zu starke und den örtlichen Bedingungen nicht angemessene Verdichtung kontraproduktiv ist.

Das sind Aussagen, die wir als BI nur immer wieder wiederholen können, auch wenn derlei Hinweise bei fast allen Parlamentariern von SPD, CDU und FDP bisher ungehört abprallen.

Ein weiterer Auszug:

Allerdings kann eine unkontrollierte Nachverdichtung von Bestandsgebieten genauso zu negativen Konsequenzen führen wie der ausufernde Flächenverbrauch auf der ‚grünen Wiese‘. Deshalb ist es bei der Innenentwicklung wichtig,

  • die örtlichen Bedingungen zu berücksichtigen,
  • genügend innerörtliche Freiflächen zu erhalten und
  • eine qualitativ angepasste Bauweise vorzuschreiben.

Quelle: Aktion Fläche, Internetportal des Umweltbundesamtes

Masse statt Klasse!

  • Was soll daran gut sein?
  • Man kann nachvollziehen, dass keine öffentliche Debatte gewollt ist

 

Bereits für die „alte Planung“ haben wir als BI der Öffentlichkeit sehr schnell aufgezeigt, was der B-Plan eigentlich für die Bebauung bedeutet, welch krasse Betonmasse mitten in Bickenbach entstehen soll, welche Höhen vorgesehen sind und wie sich das alles im Rahmen der Umgebung zeigt. Die Gemeinde hatte sich da schon komplett im Projekt verrannt, ohne diese Aspekte jemals in Betracht gezogen zu haben.

Bis heute ist der Investor der Gemeinde derlei Planungs- und Entscheidungsgrundlage, d.h. ein Massenmodell, schuldig (die Gemeinde fordert diese auch nicht ein!). Stattdessen werden der Gemeindevertretung und den Bürgern Verkaufsfotos präsentiert. Also gehen wir nochmals in Vorlage und zeigen, was der aktuelle B-Plan-Entwurf erlaubt.

Der Investor versucht selbstverständlich, die Gemeindevertreter mit schöngemalten Fotomontagen zu beeindrucken. Das ist sein gutes Recht. Diese Montagen verzerren aber die Realität in mehrerer Hinsicht. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Gemeindevertretung nicht entscheidet, wie der Investor letztendlich bauen wird und ob das Projekt „schön“ wird. Sie setzt lediglich die Grenzen fest, in welchen sich der Investor bewegen muss. Das ist ein gravierender Unterschied!

Die Festsetzungen des B-Plans, einmal festgesetzt, bleiben, auch wenn der Investor sich auflöst, ein neuer Investor kommt oder der Investor aus Kostengründen plötzlich anders als versprochen bauen möchte. Da hilft auch kein städtebaulicher Vertrag, wenn Regelungen, womit die Baumasse gegenüber dem B-Plan rechtssicher begrenzt werden und auch für einen etwaigen Rechtsnachfolger gelten, fehlen.

Neben einigen Details, legt die Gemeinde im B-Plan – vereinfacht dargestellt – fest, wieviel Fläche pro Grundstück bebaut werden darf (GRZ), wie hoch gebaut werden darf (GFZ), wie weit gebaut werden muss (Baulinie) und wo und wie weit gebaut werden darf (Baugrenze). Was innerhalb diesen Festlegungen passiert, obliegt alleinig dem Investor. Da hilft später auch kein Schimpfen mehr.

Das Bild des Investors aus dem ECHO ist solch eine schöngemalte Darstellung. Hier verdecken Bäume, die es so nicht gibt, die wichtigen Anschlussstellen und Höhenbezugspunkte. Ein Eindruck wie sich das Projekt in die Umgebungsbebauung einfügt, gibt es nicht. Die dargestellte Perspektive gibt es so nicht und malt ein sehr breites Straßenbild, einen einladenden Boulevard. Wie schon damals angemerkt, werden große Flächen unter dem „Tisch“ als Feuerwehrzufahrt freigehalten werden müssen. Etc etc…

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Quelle: Printversion des Darmstädter ECHOs vom 18. Juni 2020

 

Die nüchterne Realität des B-Plans sieht anders aus. Wir haben unter Zeitdruck mit Architekten den „Riegel“ entlang der Darmstädter Straße in 3D modelliert und diesen perspektivisch korrekt in ein aktuelles Foto der Darmstädter Straße gesetzt. Diese Darstellung zeigt ohne Fotorendering die Masse und die Grenzen, die der aktuelle B-Plan Entwurf erlaubt. D.h. die maximal mögliche Ausnutzung des Investors innerhalb der Baulinie und Baugrenze sowie unter Ausnutzung der vorgesehenen GRZ und GFZ.

Fotomontage Kopfhöhe Arkade ohne Text

 

Es wird an der Zeit, dass die Entscheidungsträger innerhalb der Gemeinde endlich Unterlagen einfordern, auf deren Basis überhaupt Entscheidungen vernünftig getroffen werden können. Dazu gehören detaillierte Modelle (nicht nur virtuell), die das Projekt innerhalb der Umgebungsbebauung zeigen! Diese Unterlagen müssen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Wenn behauptet wird, die Kubatur bleibt gleich, so bezieht sich das auf den Good-Will des Investors, auf das, was er aktuell vor hat zu bauen. Man gibt die eigene Einflussmöglichkeit quasi aus der Hand. In Wirklichkeit erhöht die Gemeinde den Grad der baulichen Ausnutzung (GFZ) gerade im Innenbereich deutlich.

Die Gemeinde vergoldet dem Investor die Grundstücke, die er bereits im Portfolio hat. Allen voran die Grundstücke, die die Gemeinde dem Investor weit unter Wert hinterhergeworfen hat. Die GFZ ist ein maßgeblicher Faktor zur Wertbestimmung eines Grundstückes.

Die Neue Mitte – Artikel im ECHO und BERGSTRÄSSER

Über die aktuelle Presseberichterstattung erfährt die Bevölkerung erstmals ansatzweise Details, wie die Neue Mitte „geheilt“ werden soll. Der ganz große Wurf scheint es nicht zu sein. Im Gegenteil! Bürgermeister Markus Hennemann und die in dieser Sache paktierenden Fraktionen von SPD, CDU und FDP haben es weiterhin nicht verstanden und setzen der alten Planung noch einen oben drauf.

Noch vor wenigen Monaten war die „alte“ Planung der Neuen Mitte der Weisheit letzter Schluss und genau das, was Bickenbach gemäß der Einschätzung der Gemeindevertretung braucht. Hätte die BI die Sache nicht gerichtlich gestoppt, es wäre wohl so gebaut worden. Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass es – anders als im BERGSTRÄSSER dargestellt – weder Komm,A noch die BI freut, dass es soweit kommen musste und es an keiner Stelle darum ging, dem Vorhaben Sand ins Getriebe zu streuen. Es ging und geht weiterhin darum, Schaden von der Gemeinde abzuwenden.

Wir erinnern uns: Die Gemeinde wollte 55 Luxuswohnungen, eine 2-stöckige Tiefgarage und Gewerbe inklusive Büros im Gebäuderiegel entlang der Darmstädter Straße. Das wollten BM Markus Hennemann, SPD, CDU und FDP genau in dieser Form! Sie haben es so mit ihrem ausdrücklichen Willen und Kraft ihrer Planungshoheit beschlossen und hatten sich zuvor eingehend mit der Sache auseinandergesetzt.

Jetzt, wenige Monate später, muss es anders sein, da der Markt es anders braucht. Was denn nun? Was braucht Bickenbach und wer entscheidet das? Wie kann man den Gemeindevertretern in dieser Sache noch glauben? Wie kann man BM Markus Hennemann in dieser Sache noch glauben? Deren Meinungen verhalten sich offensichtlich wie ein Fähnchen im Wind. Was wäre jetzt deren Meinung, wenn gemäß der alten Planung gebaut worden wäre?

Es wird behauptet, dass die „neue“ Planung mit den Fraktionen abgestimmt sei und weitestgehend Zustimmung der Vorsitzenden erfolgt ist. Gemeint ist vermutlich mehrheitlich. Die Frage ist hier, inwieweit die Vorsitzenden bzw. deren Fraktionen noch den Willen der Bevölkerung repräsentieren? Zumindest in Sachen Neue Mitte! Warum wird die Bevölkerung nicht eingebunden? Wer entscheidet über das Schicksal Bickenbachs und auf welcher Basis?

Wir wissen, dass mit der Komm,A Fraktion keine Abstimmung erfolgte. Auf Hinweis von BM Markus Hennemann im Rahmen der Bürgerversammlung wurde der Investor angeschrieben mit der Bitte um Darlegung der verfügbaren Planungsdetails für entsprechende Beratung. Dies wurde vom Investor abgelehnt. Haben die anderen Fraktionen etwa Informationen bekommen? Auf welcher Basis haben die Fraktionen und deren Vorsitzenden Ihre Zustimmung signalisiert?

Laut Investor möchte man sich Zeit nehmen und weitere Klagen vermeiden. Man gestalte die Abläufe mit allen Prozessbeteiligten. Gleichzeitig wird ausgesagt, dass die Pläne bereits fertig sind. An keiner Stelle wurde die Bürgerschaft beteiligt. Die Bürgerschaft ist also kein Prozessbeteiligter bei der Gestaltung und Bebauung der Ortsmitte.

Zurück zur „neuen“ Planung. Waren 55 Wohneinheiten schon nicht genug, sollen es jetzt 76 Wohneinheiten werden. Eine unglaubliche Bebauungsdichte von über 120 Wohneinheiten pro Hektar. Das ist schlicht absurd für eine Ortsmitte einer kleinen Gemeinde wie Bickenbach, ungeachtet der Wohnungsgrößen!

Die noch vor wenigen Monaten dringend benötigten und von der Gemeindevertretung beschlossenen Gewerbeflächen (Büros, Praxen etc.) entfallen. Ein Bionahversorger, ein Café bzw. Bistro sowie ein Bäcker sollen kommen. Wo ist denn der Metzger geblieben? War das bisher nicht das Verkaufsargument des Investors und der Gemeinde schlechthin? Ein Nahversorger ist gut und war auch Überlegung der Planung der BI. Ein Bionahversorger könnte aber mit so wichtigen Läden wie dem Sonnenhof und dem Bauernladen der Familie Bitsch konkurrieren. Wurde das in Betracht gezogen? Wird der gute Bäcker Liebig in die Neue Mitte ziehen oder soll ein zweiter Bäcker kommen?

Fast hätten man es übersehen, das Thema bezahlbarer Wohnraum. Es sollen 10 mietpreisgebundene Wohnungen zu unter 10€/m² kommen. Das ist gut, wenngleich selbst 10€/m² nicht sehr günstig sind. Man könnte diese Aussage auch als Indiz nehmen, dass die nicht mietpreisgebundenen Wohnungen deutlich teurer werden. Tim Schmöker (SPD) hatte seinerzeit als Reaktion auf unsere Warnung vor sehr hohen Mietpreisen ausgesagt, dass sich die Mietpreise bei der „alten“ Planung (mit Luxuswohnungen) um die 11-12 €/m² bewegen werden. Dies würde im Umkehrschluss bedeuten, dass die jetzt geplanten „normalen“ Wohnung deutlich darunter liegen müssten oder er in seiner damaligen Einschätzung falsch lag.

Die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum wurde schon früh auch und gerade von Komm,A gestellt und sowohl in der Gemeindevertretung als auch damals in den Bürgerversammlungen debattiert. Erinnert sich wer? „Ist auf keinen Fall machbar“, so der Investor. Nicht rentabel, das Projekt wäre so nicht machbar. Gerade die SPD hatte das damals ohne mit der Wimper zu zucken akzeptiert! Jetzt ist es doch machbar? Wenn es nicht rentabel ist, ist es nicht rentabel. Es wird erst dann rentabel, wenn an anderer Stelle Kosten eingespart werden. Es wäre interessant zu erfahren, welche Zugeständnisse dem Investor dafür seitens der Gemeinde gemacht wurden.

Schließen wir unseren Kommentar zur Presseberichterstattung mit der Tiefgarage ab. Die „alte“ Planung sah eine doppelstöckige Tiefgarage vor. Das war notwendig geworden, um die Anzahl der 167 Stellplätze „unter Tage“ zu gewährleisten. Es ging technisch wohl nicht anders. Diese „alte“ Tiefgarage hatte in etwa 4.500m² versiegelte Fläche. Nun sollen 190 Stellplätze auf diese Fläche in eine einstöckige Tiefgarage passen. Oder etwa auf eine deutlich größere Fläche? D.h. die bisher geplanten unversiegelten Flächen werden nun auch versiegelt und die Tiefgarage wird aufgrund von Geländegefällen teils weit über einen Meter aus dem Boden ragen? Oder kommen nun doch Doppelparker?

Es gab noch ein Begleitthema zur Versiegelung. Das Thema Regenwasser und Entwässerung des Geländes, welches schon in der alten Planung aus unserer Sicht bis zum Schluss ungelöst war. Mehr Versiegelung bedeutet mehr Wasser, bedeutet größeres Rückhaltevolumen und mehr benötigter Platz. Wohin damit, wenn die Tiefgarage größer werden muss? Muss der historische Schuppen in der Steingasse 2 gar wegen der Tiefgarage und deren Begleiterscheinungen „vorausschauend“ weichen?

Fragen über Fragen und keine Antworten! Die Gemeindevertreter – Ihre Gemeindevertreter – können diese Fragen aber sicherlich beantworten. Sie haben sich eingehend damit befasst und ja bereits Zustimmung signalisiert. Sprechen Sie sie an.

 

 

Monsterbauten

In Darmstadt-Arheilgen wird aktuell von einem Monsterneubau gesprochen. Luftballonaktionen sind geplant. Die Bürger gehen auf die Barrikaden. Kommt einem bekannt vor?

Auch in Darmstadt-Arheilgen soll im Ortskern in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem geschützten Ensemble innenverdichtet werden. Ein ALDI soll gebaut werden nebst 15 Wohnungen.

Im Vergleich zu dem, was in Bickenbach geplant ist, wirkt dieses Vorhaben fast schon niedlich: „Nur“ etwa 40m lang und 3-geschossig. Im Vergleich Bickenbach: 90m lang, 4-geschossig (nur der Vorderbau). Dabei ist die Frankfurter Straße in Darmstadt-Arheilgen (einem Ortsteil mit ca. 18.000 Einwohnern) am Ort des Vorhabens noch etwa doppelt so breit wie die B3 in Bickenbach.

Artikeln im ECHO zu Folge wurden in Darmstadt-Arheilgen sogar einige Eingaben der Bürger berücksichtigt. So erhalten die Gebäude teilweise Satteldächer und wurden in ihrer Höhe der umgebenden Bebauung angepasst. Mit einer Grünfläche soll Abstand zum geschützten Ensemble gehalten werden. Bemerkenswert: Bei 15 Wohnungen (Vergleich Bickenbach: mindestens 55 Wohnungen) sind lediglich 9 TG-Plätze (von insgesamt 41) für Anwohner vorgesehen. Im Vergleich: Bickenbach will mehr als 160 TG-Stellplätze insgesamt für die Neue Mitte. Dennoch und trotz einiger berücksichtigter Bürgereingaben ist der Protest in Darmstadt-Arheilgen enorm.

Interessanterweise erfolgt der Konflikt in Darmstadt unter umgekehrten politischen Vorzeichen. So spricht sich die SPD in Darmstadt gegen diesen „Monsterbau“ aus – mit Argumenten, die der BI nicht fremd sind. Verkehrte Welt…

Es sollte unseren Gemeindepolitikern Stoff zum Nachdenken geben, was sie da in Bickenbach vorhaben – zu was jeder einzelne Gemeindevertreter als Person seine Zustimmung gibt. Was in Bickenbach in unseren Ortskern gepflanzt werden soll, dagegen ist das Vorhaben in Darmstadt-Arheilgen geradezu ein Witz!

Einige Zitate aus dem ECHO Artikel zu Darmstadt-Arheilgen:

„Es wird lauter, wärmer und Grünflächen werden zerstört.“; Gerhard Schäfer, Regionalplaner

„Projekt völlig überdimensioniert für den Ortskern“; Ute Dupper, IGAB

„Das Konzept des Bebauungsplans A 43 ist unhistorisch, unschlüssig und unappetitlich kommerziell.“; Architekt und Stadtplaner Karsten Bliesner

„Grundflächen- und Geschossflächenzahl gegenüber dem bestehenden Bebauungsplan sei viel zu groß“; Architekten Burkard Gaugler und Rainer Kossack

 

All diese und viele weitere Aussagen von ausgewiesenen Fachleuten, beispielsweise zu Bauproblematik, Verkehr usw., treffen uneingeschränkt auch für die Neue Mitte Bickenbach zu. Die Gemeinde jedoch will das nicht hören, will oder kann es nicht verstehen. Getreu dem Spruch von Johann Wolfgang von Goethe: „Es hört doch jeder nur, was er versteht.“ Gerichtet an die Gemeinde möchten wir mit einem weiteren Zitat von Goethe abschließen: „Gegner glauben uns zu widerlegen, indem sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsre nicht achten.“

 

Links:

Die meisten referenzierten Artikel aus dem Darmstädter ECHO sind so genannte PLUS-Inhalte, d.h. online käuflich zu erwerben. Der Hauptbezugsartikel stammt aus der Printausgabe Am Wochenende vom Samstag, den 18. Januar 2020.

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/burgerproteste-in-arheilgen-zu-aldi-planen_20988632

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/kommentar-zum-aldi-bau-in-arheilgen-vorbeigeplant_20989262

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/arheilger-interessengemeinschaft-nicht-gegen-aldi_21047697

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/koalition-lobt-kombination-von-wohnen-und-aldi-in-arheilgen_21083896

 

 

Leserbrief zum Thema Waldkolonie

Es geht um einen Artikel im Darmstädter ECHO zu fehlenden Streuobstwiesen in der Waldkolonie und einen Leserbrief zu diesem Artikel. Den Artikel im Darmstädter ECHO finden Sie hier. Den Lesebrief am Ende unseres Beitrages.

Man kann sich fragen, warum wir hier einen Artikel und Lesebrief im Darmstädter ECHO zum Thema Waldkolonie teilen. Was hat das mit der Ortsmitte zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht wenig. Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch Zusammenhänge.

So zeigt sich auch beim Thema Waldkolonie das Verhaltensmuster insbesondere der SPD, Dinge auszusitzen und keinesfalls Fehler zuzugeben. Es wird ein Antrag von Komm,A hinsichtlich Umsetzung des gültigen Bebauungsplanes in der Waldkolonie abgelehnt und als unredlich bezeichnet, nun rudert man zurück und möchte selbst etwas austüfteln – nachdem der Druck groß genug geworden ist.

Mit dem personellen Engpass in der Verwaltung scheint man also keinen Bebauungsplan umsetzen zu können. Es ist Signal an die Bürgerschaft, dass man es mit Bebauungsplänen offensichtlich nicht so genau nimmt bzw. nehmen kann. Wird das bei der Neuen Mitte auch so laufen? Wenn es kein ausreichendes Personal gibt, wer wird denn dieses für Bickenbacher Verhältnisse „Megaprojekt“ in der Verwaltung stemmen und sicherstellen, dass der B-Plan auch eingehalten wird? Gab es nicht auch bei der Neue Mitte das Thema Ausgleichsflächen?

Das ganze Thema Ökologie und Sensibilität für Belange des Naturschutzes scheinen in der Mehrheit des Gemeindeparlamentes wenig ausgeprägt – mit Ausnahme auf einigen Wahlsprüchen. Die in der Waldkolonie vorgeschrieben Streuobstwiesen werden nicht umgesetzt. In der Ortsmitte werden wichtige Grünflächen schonungslos überplant und ein bedeutender Grünzug wurde bereits beseitigt. Vermutlich wird die „Heilung“ des B-Plans auch noch das letzte verbliebene Grün in der Ortsmitte einfordern. Weder gibt es ein Konzept, welches in Bickenbach auch das Thema Naturschutz berücksichtigt, noch gibt es überhaupt ein Konzept zur weiteren Entwicklung.

Es stimmt, wer die Zukunft verschläft, schnarcht teuer! Dieses Zitat von Karl Heinz Karius hat Bürgermeister Markus Hennemann beim Neujahrsempfang bemüht. Zu unserer Zukunft gehören aber auch und gerade die durch unsere Umwelt geprägten Lebensräume. Eine übermäßige, nicht nachhaltige Verdichtung, (egal ob inner- oder außerörtlich) ohne ganzheitliches Konzept und an den Bedürfnissen der Zukunft vorbei wird noch so einiges an teurem Schnarchen verursachen.

Eines fällt in dem ECHO Artikel übrigens noch auf: Die Einschätzung mit zweierlei Maß bezüglich Grundstückswerten. Die Grundstücke in der Waldkolonie wurden seinerzeit (vor ca. 11 Jahren) offensichtlich zu Preisen um die 500 €/m² veräußert, bei einem Ausnutzungsgrad von schätzungsweise 0,8-1,0. Die Gemeinde veräußert 2018 Grundstücke zu 300 €/m² bei einem Ausnutzungsgrad von bis zu 3,0 und will dem Bürger weiß machen, dass dies marktgerecht ist. Unglaublich?

Ursprünglicher Leserbrief aus dem ECHO:


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Die Brache in der Ortsmitte von Bickenbach

  • Wie war das mit dem Schutz von Bienen und Insekten?
  • Sind Blumen und Gräser besser und schöner oder gemähte Brache?
  • Welche Rolle spielte der Bürgermeister?
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Brache in der Ortsmitte vor dem Mähen

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Brache nach dem Mähen

Die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach findet beide auf den Fotoaufnahmen zu sehenden Zustände beklagenswert. Die Bürgerinitiative setzt sich für eine bürgergerecht geplante Ortsmitte ein und lehnt die monströse, für Bickenbach völlig ungeeignete Planung eines Investors ab. Die Bürgerinitiative befindet sich damit auch in Opposition zu den Haltungen der politischen Parteien SPD, CDU und SPD, sowie dem Bürgermeister, der auch ein Verfechter des Projektes des Investors ist.

Einen Unterschied zwischen nicht gemähter und gemähter Brache gibt es aber doch. Eine nicht gemähte Brache könnte immerhin etwas Positives für die Natur bewirken, Lebensraum sein für Bienen, Insekten und anderes Getier. Aber, wie schon so oft in unserem Ort, Natur spielt keine Rolle. Weg damit. Abgemäht. Kein Gedanke wird darauf verschwendet, welche Funktion die Brache interimsweise erfüllen kann. Abgemäht! Wie das sofortige Fällen der 10-12 großen Bäume auf dem Baugrundstück. Die Bäume könnten noch heute wertvolle Dienste tun und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Es zeigt, wie perfide private Interessen verfolgt werden und die Befürworter der geplanten Investorenarchitektur in der Politik die Investoreninteressen versuchen der Bürgerschaft als der Gemeinde dienend zu verkaufen.

Wir können uns deshalb auch des Verdachts nicht erwehren, dass der Bürgermeister Hand anlegte und für ein Mähen sorgte. Er hätte sich ja umgekehrt dafür stark machen können, dass die Brache jetzt nicht gemäht wird. Dass der Investor die Fläche aus freien Stücken mähte, ist wenig wahrscheinlich. Wir erinnern uns, dass der Bürgermeister eine Maschine anschaffen wollte für 40.000 €, die Unkraut in Fugen zwischen den Steinen auf Bürgersteigen chemisch entfernen konnte. Es liegt nahe, dass ihm der Zustand der Brache mit seinem „Unkraut“ dann erst recht ein Dorn im Auge sein müsste.

Eine Blühwiese mehr, zumindest interimsweise, warum nicht! Es gilt, sich nicht nur an die sehr begrüßenswerte Initiative eines heimischen Bauern anzuhängen, sondern es braucht einen Bürgermeister, der sich proaktiv für die Natur und den Klimaschutz einsetzt und kümmert und nicht versucht, bei jeder Gelegenheit sich in Szene zu setzen.