Eine Frage des Geschmacks – oder des Sachverstands!

V1

Beim Anblick der Fotomontage kann man sich nur schwer vorstellen, dass die monströse geplante Bebauung und deren Anschluss an die vorhandene historische Bebauung an der Darmstädter Straße als eine Frage des Geschmacks abgetan werden könnte.

Der geplante großvolumige, mit 4 Geschossen fast 14.00m hohe Baukörper stößt brachial und rücksichtslos gegen die niedrigen denkmalgeschützten Gebäude.

Damit kein Mensch glaubt, es sei eine Geschmacksfrage, erläutern wir, was geplant ist.

Das bestehende kleine Gebäude ist alt, liebevoll renoviert und wird von heimischen Vereinen genutzt.

Daneben der 4-geschossige Bauklotz in typischer Bauträgerarchitektur. Viel Masse mit einer Tiefgaragenzufahrt, ohne Respekt und Rücksicht auf die angrenzende kleinformatige Bebauung. Und wie üblich, neben der Tiefgaragenzufahrt auch noch eine LKW-Anlieferzone. Man weiß, wie verschmutzt und ungepflegt Tiefgaragenzufahrten nach einigen Jahren aussehen.

Zwischen Ladezone und dem monströsen Baukörper wird noch der Fußweg eingezwängt.

V3

Alles nur Masse, unüberlegt konzipiert und ohne jeglichen architektonischen Anspruch. Da helfen auch keine beschönigenden Visulisierungen des Investors und Wortschöpfungen („Schlossallee“).

Es wird kein Boulevard entstehen. 2 oder 3 in Asphalt eingezwängte Bäumchen auf einer Seite erzeugen keine Allee!

An der auf der Fotomontage dargestellten Stelle ist die Darmstädter Straße, zwischen dem geplanten Gebäudekomplex und der anderen Straßenseite einschließlich der Bürgersteige, gerade mal noch 11m breit.

Es gibt keine angemessene und harmonische Einfügung in das bauliche Umfeld oder einen guten Übergang zur vorhandenen Bebauung.

Der Bauklotz überragt erheblich die kleinen Gebäude, auch von der bildabgewandten Seite wird er die kleinen Gebäude mit fensterlosen Wänden hoch überragen. Wie solche gestaltlosen Wände nach ein paar Jahren verschmutzt und grau ausschauen, ist Vielen geläufig.

Nicht nur das Getöse des Verkehrs in der Darmstädter Straße wird sich erhöhen durch die Befahrung der Tiefgarage und den Lieferverkehr mit seinen quietschenden Ladebrücken und rumpelnden Palettenwagen. Es wird zu Staus kommen. Dazwischen Fußgänger, die sich weiterhin auf schmalem Bürgersteig zwischen Autos und Gebäudeklotz bewegen müssen. Viele Bürgerinnen und Bürger werden sich dann fragen, wer das so zugelassen hat.

Die Entscheidungsträger werden sich dafür verantworten müssen. Der gesunde Menschenverstand erkennt, dass es um mehr geht und es mehr ist als eine Geschmacksfrage.

Das führt natürlich unweigerlich zu der Frage, welcher Sachverstand die Politik geritten hat, eine solche Bebauung zulassen zu wollen.

Der Konzeptansatz der Bürgerinitiative ist besser, zukunftsgerichteter und nachhaltiger, verträglicher für den Ort und attraktiver für Bewohner und Nutzer.

Visualisierung BI Bickenbach

 

 

Masse statt Klasse!

  • Was soll daran gut sein?
  • Man kann nachvollziehen, dass keine öffentliche Debatte gewollt ist

 

Bereits für die „alte Planung“ haben wir als BI der Öffentlichkeit sehr schnell aufgezeigt, was der B-Plan eigentlich für die Bebauung bedeutet, welch krasse Betonmasse mitten in Bickenbach entstehen soll, welche Höhen vorgesehen sind und wie sich das alles im Rahmen der Umgebung zeigt. Die Gemeinde hatte sich da schon komplett im Projekt verrannt, ohne diese Aspekte jemals in Betracht gezogen zu haben.

Bis heute ist der Investor der Gemeinde derlei Planungs- und Entscheidungsgrundlage, d.h. ein Massenmodell, schuldig (die Gemeinde fordert diese auch nicht ein!). Stattdessen werden der Gemeindevertretung und den Bürgern Verkaufsfotos präsentiert. Also gehen wir nochmals in Vorlage und zeigen, was der aktuelle B-Plan-Entwurf erlaubt.

Der Investor versucht selbstverständlich, die Gemeindevertreter mit schöngemalten Fotomontagen zu beeindrucken. Das ist sein gutes Recht. Diese Montagen verzerren aber die Realität in mehrerer Hinsicht. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Gemeindevertretung nicht entscheidet, wie der Investor letztendlich bauen wird und ob das Projekt „schön“ wird. Sie setzt lediglich die Grenzen fest, in welchen sich der Investor bewegen muss. Das ist ein gravierender Unterschied!

Die Festsetzungen des B-Plans, einmal festgesetzt, bleiben, auch wenn der Investor sich auflöst, ein neuer Investor kommt oder der Investor aus Kostengründen plötzlich anders als versprochen bauen möchte. Da hilft auch kein städtebaulicher Vertrag, wenn Regelungen, womit die Baumasse gegenüber dem B-Plan rechtssicher begrenzt werden und auch für einen etwaigen Rechtsnachfolger gelten, fehlen.

Neben einigen Details, legt die Gemeinde im B-Plan – vereinfacht dargestellt – fest, wieviel Fläche pro Grundstück bebaut werden darf (GRZ), wie hoch gebaut werden darf (GFZ), wie weit gebaut werden muss (Baulinie) und wo und wie weit gebaut werden darf (Baugrenze). Was innerhalb diesen Festlegungen passiert, obliegt alleinig dem Investor. Da hilft später auch kein Schimpfen mehr.

Das Bild des Investors aus dem ECHO ist solch eine schöngemalte Darstellung. Hier verdecken Bäume, die es so nicht gibt, die wichtigen Anschlussstellen und Höhenbezugspunkte. Ein Eindruck wie sich das Projekt in die Umgebungsbebauung einfügt, gibt es nicht. Die dargestellte Perspektive gibt es so nicht und malt ein sehr breites Straßenbild, einen einladenden Boulevard. Wie schon damals angemerkt, werden große Flächen unter dem „Tisch“ als Feuerwehrzufahrt freigehalten werden müssen. Etc etc…

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Quelle: Printversion des Darmstädter ECHOs vom 18. Juni 2020

 

Die nüchterne Realität des B-Plans sieht anders aus. Wir haben unter Zeitdruck mit Architekten den „Riegel“ entlang der Darmstädter Straße in 3D modelliert und diesen perspektivisch korrekt in ein aktuelles Foto der Darmstädter Straße gesetzt. Diese Darstellung zeigt ohne Fotorendering die Masse und die Grenzen, die der aktuelle B-Plan Entwurf erlaubt. D.h. die maximal mögliche Ausnutzung des Investors innerhalb der Baulinie und Baugrenze sowie unter Ausnutzung der vorgesehenen GRZ und GFZ.

Fotomontage Kopfhöhe Arkade ohne Text

 

Es wird an der Zeit, dass die Entscheidungsträger innerhalb der Gemeinde endlich Unterlagen einfordern, auf deren Basis überhaupt Entscheidungen vernünftig getroffen werden können. Dazu gehören detaillierte Modelle (nicht nur virtuell), die das Projekt innerhalb der Umgebungsbebauung zeigen! Diese Unterlagen müssen auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Wenn behauptet wird, die Kubatur bleibt gleich, so bezieht sich das auf den Good-Will des Investors, auf das, was er aktuell vor hat zu bauen. Man gibt die eigene Einflussmöglichkeit quasi aus der Hand. In Wirklichkeit erhöht die Gemeinde den Grad der baulichen Ausnutzung (GFZ) gerade im Innenbereich deutlich.

Die Gemeinde vergoldet dem Investor die Grundstücke, die er bereits im Portfolio hat. Allen voran die Grundstücke, die die Gemeinde dem Investor weit unter Wert hinterhergeworfen hat. Die GFZ ist ein maßgeblicher Faktor zur Wertbestimmung eines Grundstückes.

Reparaturbetrieb beim Verkehr in Bickenbach

Presseerklärung der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach zum Verkehr

  • Zum Friedhof
  • Zu den Sitzhilfen und der „netten Toilette“
  • Zu dem Stellplatzwahn

 

Nachstehend die Presseerklärung der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach zum Verkehr, die das Darmstädter Echo erhalten hat. Danach stehen einige Ergänzungen und Belege zu Aussagen in der Presseerklärung, die aus platzgründen nicht aufgenommen wurden.

 

Presseerklärung der „Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach“ zu den Vorstellungen von CDU und SPD zum Verkehr

Die „Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach“ beschäftigt sich schon lange intensiv mit der schwierigen Verkehrssituation in Bickenbach.

Die Bürgerinitiative hat die Verkehrssituation in Bickenbach analysiert und die grundsätzlichen Probleme herausgearbeitet. In dem „Diskussionsforum Verkehr“ im Mai 2019 wurden die Ergebnisse vorgestellt und mit der Bürgerschaft diskutiert. Planerische Konzepte sind zur Reduktion des Autoverkehrs im Ort, der Reduktion der Schadstoff- und Lärmbelastung durch Auto- und Schienenverkehr unumgänglich und für eine bessere und gleichberechtigte Teilhabe von Fußgängern und Radfahrern.

Diese Ansätze zur Entlastung des Verkehrs finden sich in den Konzepten von CDU und SPD nicht. Zu dem Radwegekonzept des Kreises Darmstadt-Dieburg gab es keine Vorschläge dieser Parteien für Bickenbach. Stattdessen ist es das Hauptanliegen von CDU und SPD den fließenden Autoverkehr in Bickenbach sicherzustellen. Bickenbach muss kein autogerechtes Dorf werden. Das sind städtische Konzepte der 70iger Jahre, die in die Mottenkiste gehören.

Die Bürgerinitiative ist der Auffassung, dass nur mit Hilfe kompetenter Fachleute ein tragfähiges und nachhaltiges Verkehrskonzept, das den Durchgangsverkehr, die Schadstoffbelastung und den Lärm reduziert, erstellt werden kann. Ein mit Fachleuten diskutierter Vorschlag der Bürgerinitiative ist die Errichtung eines Kreisverkehrs an der südlichen Einmündung zur Berta-Benz-Straße. Der Kreisverkehr sorgt für fließenden Verkehr, lenkt den Verkehr sicher und schafft eine komfortable Wahlmöglichkeit, die auch dem Einzelhandel im Ort zu Gute kommt. Eine von der Gemeinde vorgesehene Ampelanlage ist eine schlechtere Lösung, denn sie erzeugt eine viel höhere Belastung. Ausreichender Platz steht zur Verfügung.

Das Baugebiet Zwingenberger Straße wurde durch die Einmündung der Berta-Benz-Straße abgeschnürt. Stadtplaner, mit denen die Bürgerinitiative sprachen, waren verblüfft über die Verkehrsführung der Berta-Benz-Straße, die das Baugebiet zerschneidet. Nun muss durch einen neuen Bebauungsplan mühsam und kostenaufwändig versucht werden zu einer Bebauung zu kommen. Das ist ein weiteres Beispiel aus Sicht der Bürgerinitiative, das zeigt, wie wichtig gute stadtplanerische Beratung auch auf dem Land ist.

Ein funktionierendes Verkehrskonzept zeichnet sich dadurch aus, dass Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind. Das ist auch für die Ortsmitte als zentraler Ort Bickenbachs wichtig und eine der Grundvoraussetzung für eine gut angenommene mit Leben erfüllte Ortsmitte. Der viele Auto- und Durchgangsverkehr stellt außerdem eine Gefahr für ältere Menschen, Kinder, Mütter mit Kinderwagen und Radfahrer dar.

Die Bundesregierung ist interessiert an der Entwicklung und Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, dem Radwegeausbau und E-Mobilität und stellt dafür hohe Summen als Fördergelder zur Verfügung. Diese Förderung sollten die Parteien Bickenbachs zum Wohle ihrer Bevölkerung in Anspruch nehmen und ein umfassendes Verkehrskonzept erstellen. Eine Situationsanalyse, auf die Zukunft gerichtete Beiträge und Konzepte von Experten und die Beteiligung der Bürgerschaft an der Debatte, sind wichtige Teile, die Bickenbach zu einem modernen, lebens- und liebenswerten Ort machen.

 

Der CDU fällt nichts Wichtigeres ein zur Bewältigung der Verkehrsprobleme, als die Verkürzung der Parkdauer am Friedhof.

Die von der Gemeinde aufgestellten Sitzhilfen und die Idee der sogenannten „nette Toilette“ sind keine Beiträge zur Steigerung der Mobilität von älteren Menschen. Sie sind Ausdruck einer verfehlten Ortsentwicklung und -politik. Es fehlen öffentliche Räume für den Aufenthalt und soziale Anlaufpunkte, die jederzeit für Ältere zur Verfügung stehen.

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Sitzhilfe, direkt an der Pfungstädter Straße -laut, schlechte Luft, gefährlich

 

Statt durch Reduktion der Stellplatzanzahl bei Bauvorhaben den begonnenen Paradigmenwechsel weg vom Auto zu unterstützen und in Radwege und den öffentlichen Nahverkehr zu investieren, soll die Anzahl der nachzuweisenden Stellplätze erhöht werden. -Falsche Richtung!-

Und was macht der Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU)? Er will die Bußgelder für das Zuparken von Radwegen drastisch erhöhen. -Richtige Richtung! Und was bedeutet das für Bickenbach? Nichts, denn in Bickenbach gibt nur wenige Meter Radwege.

 

Ortsmitte Rudersberg

  • Die mit dem Verkehrsplanungspreis ausgezeichnete Ortsdurchfahrt Rudersberg liefert Ideen
  • Die Hauptziele des Umbaus waren, den Verkehr zu beruhigen und die Ortsmitte wieder attraktiver und lebenswerter zu gestalten

 

Wir hatten an unscheinbarer Stelle schon einmal auf die Gemeinde Rudersberg in Baden-Württemberg verwiesen, die vor Jahren vor sehr ähnlichen Problemen wie Bickenbach stand – und teilweise nach wie vor steht. Die dortige Kommunalpolitik hatte sich damals mutig für eine wegweisende Umgestaltung der Ortsmitte ausgesprochen und ein Konzept ausgearbeitet. Honoriert wurde das mit dem 2. Platz des Verkehrsplanungspreises 2016, hinter Kassel und gleichauf mit Hamburg.

Es bestehen Unterschiede zwischen Rudersberg und Bickenbach, keine Frage. So haben wir es in Bickenbach beispielsweise mit einer Bundesstraße zu tun und nicht mit einer Landesstraße, was die Möglichkeiten der Einflussnahme auf den Straßenraum schwieriger macht (Die aktuellen Vorgänge bei der Neuen Mitte zeigen aber auch, dass es nicht unmöglich ist. So hätte die Gemeinde Bickenbach von vornherein eine Verschwenkung der B3 in Betracht gezogen und der bundeseigenen Straßenraum im B-Plan wurde teilweise überplant).

Die Problemstellungen und auch Verkehrszahlen beider Gemeinden sind durchaus vergleichbar. Im Vergleich zu Rudersberg hat die Gemeinde Bickenbach jedoch die Möglichkeit einer „Umgehung“ was es ermöglichen würde, das Kernproblem des motorisierten Durchgangsverkehrs besser in den Griff zu bekommen. Ebenso besteht bereits ein Durchfahrtsverbot für gr0ße LKW.

Deshalb möchten wir an dieser Stelle nochmals auf das Konzept in Rudersberg verweisen, als möglichen Ideengeber und Beispiel, wie es auch funktionieren kann.

Der SWR hat dazu im Mai 2019 einen Beitrag gebracht, der ehrlicherweise auch die weiterhin bestehenden Probleme aufgreift.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/Das-kann-Gemeinde-Rudersberg-holt-sich-seine-Ortsmitte-zurueck,das-kann-gemeinde-rudersberg-126.html

Aufgrund der hohen Resonanz, hat die Gemeinde Rudersberg auch eine eigene Webseite zur Ortsdurchfahrt bzw. Ortsmitte geschaltet, auf welcher die grundsätzlichen Ziele, Konzepte und Methodiken sowie die Lösungen vorgestellt werden.

http://www.ortsdurchfahrt-rudersberg.de/

Auch wenn nicht alle Probleme gelöst wurden, so zeigt dieses Beispiel sehr gut, wie an eine solche Thematik heranzugehen ist.

 

Verkehr und dessen Lärm in Bickenbach

Wer ein tragfähiges Konzept für die Ortsmitte realisieren will, muss sich mit dem Verkehr in Bickenbach auseinandersetzen. Das haben wir gemacht. Die Erkenntnisse wurden auf unserem Diskussionsforum zum Verkehr vorgestellt und mit der interessierten Bürgerschaft diskutiert.

Das Darmstädter Echo hat zu unserer Veranstaltung am 18.6.2019 einen ausführlichen Bericht verfasst, welchen wir gerne hier noch einmal verlinken.

 

Was macht die Gemeinde?

Nach der Ablehnung eines Grundsatzbeschlusses zu Erstellung eines Ortsentwicklungsplanes kam kürzlich die komplette Ablehnung eines Antrags der Fraktion Komm,A in der Gemeindevertretung zum Thema Radverkehr dazu. Die Zielrichtung des Antrags, die Bedingungen für Radfahrer zu verbessern, wurde nicht verstanden und der Antrag von den Fraktionen CDU, SPD und FDP sowie vom Bürgermeister insgesamt abgelehnt.

Gegenargumente waren unter anderem:

  • Radfahrer halten Geschwindigkeitsbegrenzungen in verkehrsberuhigten Straßen nicht ein (Bürgermeister)
  • Das Urheberrecht durch Verwendung eines Ortsplanes sei verletzt worden (FDP)
  • Der Antrag sei ein Gipfel an Dreistigkeit (SPD)
  • Die Umsetzung sei mit erheblichen rechtlichen Problemen verbunden (CDU)

 

Die Zielsetzungen wurden nicht verstanden und rundweg zurückgewiesen. Es wurden nicht die grundsätzliche Bedeutung und Richtigkeit für den Ort debattiert, sondern mit völlig abwegigen und nachgeordneten Argumenten Ideen abgelehnt und regelrecht niedergemacht. Auch wenn man einen Antrag an sich ablehnt, kann man durchaus das eigentliche Ziel des Antrages, die Förderung des Radverkehrs, anerkennen, aufnehmen und fortführen.

Betrachtet man die Webseiten von CDU, SPD und FDP in Bickenbach, findet man nichts, aber auch gar nichts Konzeptionelles oder Vorschläge zur Entwicklung unseres Ortes. Nichts zum Stillstand in der Ortsmitte, wie es weitergehen soll, wie mit den Kosten umgegangen wird. Nichts zu dem Urteil zur Unwirksamkeit des Bebauungsplans in der Ortsmitte. Das schriftliche Urteil, das die Parteien abwarten wollten, liegt seit einiger Zeit vor.

Es ist bezeichnend wie das politische Establishment mit der Arbeit einer Fraktion umgeht und selbst wenig zu bieten hat.

 

Diskussionsforum Verkehr am 23. Mai 2019

Am 23. 5. 2019 hatten wir eine feine Veranstaltung zum Verkehr in Bickenbach mit interessanten Beiträgen und einer ausgezeichneten Debatte.  Es ist nicht damit getan, ein paar Verbotsschilder aufzustellen, einige Poller zu setzen oder Straßenmarkierungen aufmalen zu lassen. Das Problem des Verkehrs in Bickenbach hat eine viel grundlegendere Dimension. Die Kernprobleme wurden erstmals in einem größeren Kreis ausführlich von Bürgerinnen und Bürgern debattiert. Der von der Gemeinde eingeschlagene Weg, den Autoverkehr am Fließen zu halten, geht in die falsche Richtung.

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  • Soll das Auto weiterhin das bevorrechtigte Verkehrsmittel sein?
  • Autos sind wichtig, haben aber haben kein absolutes Vorrecht!
  • Gegen ein autogerechtes Dorf!
  • Gemeinde macht falsche Verkehrspolitik!
  • Gemeinde muss Bedingungen verbessern, die ein Umsteigen vom Auto auf andere Verkehrsmittel fördern!
  • Der Durchgangsverkehr muss reduziert werden!
  • Mehr sichere Fuß- und Radwege!
  • Für einen besseren öffentlichen Personennahverkehr!
  • Lärmschutz jetzt!
  • Umwelt- und Klimaschutz vor Autoschutz!
  • Schützen wir unser Bickenbach vor dem Ausverkauf an wildgewordene Immobilieninvestoren mit ihren Auswirkungen auf die Umgebung, verursachende Staus und Schleichverkehre!

 

Lenken wir den Verkehr um! Eine Forderung, die von der Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach von Anbeginn gestellt wurde!

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Ohne Verkehrsberuhigung keine funktionierende Ortsmitte! Schallschutz an der Bahnstrecke schafft zusätzlich mehr Ruhe.

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Debattenbeiträge:

  • Die Berta-Benz-Straße müsse attraktiver werden!
  • Die „Umgehungsstraße“ habe zu wenige Anbindungen an den Ort!
  • Autofahrer haben eine Verantwortung, wenn sie unterwegs sind! Das gilt nicht nur am Wohnort! Das Bewusstsein zur Rücksichtnahme müsse bei Autofahrern geschärft werden!

 

Kreisverkehre erfüllen erwiesenermaßen sehr gut Verkehrsumlenkungsfunktionen. Die Behauptung des Bürgermeisters ist falsch, das könne nur mit einer Ampelanlage erreicht werden.  Außerdem ist seine Aussage falsch, es fehle an der südlichen Einfahrt der Berta-Benz-Straße an Platz für einen  Kreisverkehr. Ampelanlagen werden landauf und -ab durch Kreisel ersetzt. Der Bürgermeister sollte seine Aussagen auf Sachgerechtigkeit überprüfen.

Durch das vorgeschlagene Bebauungskonzept an der Zwingenberger Straße erhält die Gemeinde ein Baugrundstück, womit sich die Kosten für einen Kreisverkehr finanzieren lassen. B3 und Berta-Benz- Straße haben an der Stelle ein Verkehrsaufkommen von bis zu 20.000 Fahrzeugen pro Tag. Ein Konzept zum Schutz der Bewohner gegen Lärm hat die Gemeinde in dem neuen Bebauungsplan nicht vorgelegt. Als ob es das Problem nicht gäbe. Es lässt tief blicken in die Sicht der Gemeinde zum Thema Verkehr und seinen Auswirkungen. Die Gemeinde verfolgt überholte rückwärtsgewandte, ja vielleicht als naiv und rückständig zu bezeichnende Konzepte.

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Debattenbeiträge:

  • Ampelanlangen sind  überholt und deshalb seien sie nicht zu bevorzugendes Instrument zur Lösung einer Verkehrsumlenkung!

 

Die Lärmkartierung des Kreises zeigt ein erschreckendes Bild. Bickenbach ist hochbelastet durch Autobahnen, Schienenverkehr, aber auch durch die durch den Ort führende B3. Lärmpegel  von über 75 db wurden festgestellt. Das ist vergleichbar mit dem Lärm von Rasenmähern und Presslufthämmern. Die Gemeinde tut nichts und ignoriert das Problem.

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Debattenbeiträge:

  • Der Lärm sei doch sehr groß in Bickenbach!
  • Es fehle an Lärmschutzmaßnahmen an Bahn und lauten Straßen!

 

Der Ortskern muss verkehrsberuhigt werden. Nur so werden die Grundlagen geschaffen für eine attraktive Ortsmitte, für die Ansiedlung von einigen Geschäften, die auch genutzt werden, da Fußgänger, Frauen mit kleinen Kindern, Senioren und Radfahrer sich sicher dahin begeben können.

Es benötigt bauliche Veränderungen von Straßen, die Schaffung von Fuß- und Radwegen und eine Schaffung von öffentlichen Räumen zum aufhalten. Fahrten mit dem Auto werden nicht notwendig. Viele Menschen würden sich gerne zu Fuß oder mit dem Fahrrad mit dem täglichen Bedarf im Ortskern versorgen können. Das Planungskonzept der Bürgerinitiative, das in den Plan eingeblendet wurde, enthält die erwähnten konzeptionellen Ansätze.

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Debattenbeiträge:

  • Gemeinde erstelle kein zukunftsgerechtes Verkehrskonzept!
  • Gemeinde entwickele kein Gesamtkonzept mit intensiver Beteiligung der Bürgerschaft!
  • Gemeinde habe keine zukunftsgerichtete Lösung  für die Waldstraße!

 

Die Mobilität der Zukunft ist nicht nur das Auto, sondern auch E-Bikes, E-Roller, Carsharingsysteme, ein verbesserter öffentlicher Nahverkehr, über Apps gesteuerte Verkehrsmittel, Rufbusse usw. Auch und gerade im Umfeld von großen Städten wird das in den Kommunen sich entwickeln und es ist wichtig, darauf zukunftsgerichtet zu reagieren. Nur so kann der Verkehrskollaps vermieden werden, die Kosten für die Instandhaltung für Straßen in Grenzen gehalten werden, die Wohnqualität erhalten und verbessert und ein wichtiger örtlicher Beitrag zum Umwelt-/Natur- und Klimaschutz geleistet werden. Das sind Kernthemen, die die Zukunft bestimmen. Nichts zu den Kernthemen ist bisher von der Gemeinde zu vernehmen. Nur ein Kratzen an der Oberfläche mit dem Zweck , das Autofahren weiterhin bequem und störungsfrei zu ermöglichen. Es muss sich ändern. Das Auto hat nicht mehr die absolute Vorzugsberechtigung vor anderen Verkehrsmitteln und -teilnehmern!

Projektname

Projektname

Debattenbeiträge:

  • Bickenbach sei für Fußgänger und Radfahrer unattraktiv und sehr gefährlich!
  • Gemeinde habe zu dem Radwegekonzept des Kreises keinen einzigen Vorschlag gemacht!
  • Der Bahnhof sei ein Glück und großer Vorteil für Bickenbach, das könne mehr genutzt werden!
  • Busse des Verkehrsbetriebs seien zu groß, müssten besser dem Bedarf angepasst sein, wäre effizienter und umweltfreundlicher!

 

So  stellen wir uns eine attraktive Ortsmitte vor als öffentlicher Raum für alle gut nutzbar und attraktiv, lebendig, verkehrsberuhigt, lebendig für Fußgänger und Radfahrer.

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Wer sich informieren möchte, wie man analoge Problemstellungen prinzipiell lösen kann, sollte sich etwas Zeit nehmen und die Lösung der Gemeinde Rudersberg studieren. Dies Umgestaltung der Ortsdurchfahrt wurde 2016 mit dem Deutschen Verkehrsplanungspreis ausgezeichnet und hat viele Ansätze erfolgreich umgesetzt, die auch im Verkehrsforum diskutiert wurden. Man muss das Rad nicht neu erfinden.

 

Verkehrschaos durch Neue Mitte?

Schon heute führen Ein- und Ausparkmanöver, Lieferverkehr sowie das Bedienen der Parkplätze rund um das Rathaus regelmäßig zu Staus auf der Darmstädter Straße.

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Fotografiert an einem Dienstag, um 18.00h.

Was passiert mit dem Verkehr, wenn die geplante Ortsmitte irgendwann kommen sollte?! Damit ist nicht nur der motorisierte Verkehr gemeint sondern das gesamte Zusammenspiel aller Verkehrsteilnehmer sowie die Auswirkungen hinsichtlich einer attraktiven Ortsmitte mit Aufenthaltsqualität.

Das und weitere Fragen zum Verkehr in Bickenbach, Zukunftsvorstellungen, modernen Mobilitätskonzepten und zu den Belangen von Fußgängern und Radfahrern
wollen wir mit allen Interessierten und vom Verkehr Betroffenen in einem Forum erörtern.

Wir laden Sie ein zum DISKUSSIONSFORUM VERKEHR am 23.5.2019, 19.30h im CVJM-Haus in der Karl-Marx-Straße1.

Beitrag dazu im ECHO

 

 

 

ENDLICH MASSNAHMEN GEGEN DEN DURCHGANGSVERKEHR IN BICKENBACH

  • Bürgermeister wird endlich aktiv
  • Ampelanlagen sind Auslaufmodelle
  • Ein Kreisel oder eine abknickende Vorfahrt passen

 

Die Verkehrsbelastung für Bickenbach durch die Bundesstraße B3 ist gewaltig: Zwischen 14.000 und 18.000 Autos fahren täglich durch den Ort und machen den Aufenthalt entlang der B3 und in unserer Ortsmitte mehr als unangenehm.

Um in der Ortsmitte die Voraussetzungen für eine passable Aufenthaltsqualität zu schaffen, fordert die Bürgerinitiative Ortsmitte Bickenbach schon lange Verkehrsumlenkungsmaßnahmen über die Berta-Benz Straße zur Verringerung des Durchgangsverkehrs.

Bereits am 19.12.2018 stand im Darmstädter Echo (Artikel ist angefügt), dass eine Ampelanlage an der südlichen Einmündung in die Berta-Benz Straße realisiert werden könnte. Ein Verkehrskreisel scheide aus, da der Platz nicht zur Verfügung stünde, so der Bürgermeister.

Ampelanlagen werden aktuell vielerorts aus guten Gründen zurückgebaut und gerade durch Kreisel ersetzt. Man kann sicherlich behaupten, dass Ampelanlagen ein Auslaufmodell sind und (sofern es die Kapazität hergibt) deutliche Nachteile gegenüber modernen Lösungen wie Kreisverkehren haben. Was den Verkehrsfluss angeht, so liegt der Schwellenwert erst bei ca. 25.000 KFZ/Tag, ab dem eine Ampelanlage Sinn machen kann. Ansonsten bietet ein Kreisverkehr in jeglicher Hinsicht nur Vorteile.

„Der Mensch an sich ist wahrnehmungspsychologisch wie physiologisch und erst recht charakterlich für den schildergeregelten und den ampelgesteuerten Verkehrsknotenpunkt ungeeignet.“

Werner Brilon, Experte für Verkehrswesen und Emeritus der Ruhr-Uni Bochum

Bickenbach scheint hier wieder einmal einen anderen Weg einzuschlagen. Wie bei der geplanten Bebauung in der Ortsmitte, ist man irgendwie an die 80iger Jahre erinnert. Man setzt auf das Auslaufmodell! Wartezeiten werden durch Ampelanlagen nicht verringert, wie das der Bürgermeister behauptet, und haben gerade keine bessere Umlenkungsfunktion.

Die beste Lösung wäre sicherlich ein Kreisel, wie diese gerade landauf und ab gebaut werden und Ampelanlagen ersetzen. Eine zu untersuchende Alternative wäre auch eine abknickende Vorfahrt. Beides besser als Ampelanlagen. Die beste Lösung sollte erörtert werden und dann geschaut werden, wie man diese umsetzen kann. Aus unserer Sicht ist es durchaus machbar, einen Kreisverkehr an der entsprechenden Stelle unterzubringen.

kreisel skizze

Es ist ein Ammenmärchen, dass Kreisverkehre keine Umlenkungsfunktion erfüllen, da die Straßeneinmündungen gleichberechtigt sind. Das ist kein Hindernis, sogar ein Vorteil. Durch eine Beschilderung und entsprechende Gestaltung funktioniert das System, der Verkehrsfluss ist hoch, die Umgehung würde angenommen. Zusätzlich passt sich ein Kreisverkehr der Verkehrsbelastung an. Er funktioniert sonntagabends genauso gut wie montagmorgens im Berufsverkehr. Eine Ampelanlage ist ohne aufwändige Steuerung bzw. Verkehrsmesstechnik relativ dumm und erzeugt Behinderungen im Verkehrsfluss.

Es ist auch keineswegs so, wie vom Bürgermeister behauptet, dass sich eine geplante Bebauung des südwestlich gelegenen Baugrundstückes nicht verschieben ließe. Das geht durchaus. Ein Wegrücken von der vielbefahrenen Straße  könnte sogar einen gewissen Sinn ergeben. Der Bebauungsplan sieht entlang der B3 eine straßenbekleidende, eng stehende Bebauung vor. Dieses Konzept war schon 1997 falsch und  wegen des Verkehrs unverantwortlich. Nicht grundlos entwickelt sich an der Stelle seit Jahren nichts, trotz einer boomenden Wohnungsnachfrage. Der Bebauungsplan soll fortgeschrieben werden. Das verschafft der Gemeinde die Möglichkeit ihre Vorstellungen zu berücksichtigen. Die Gemeinde muss für das Wohlergehen seiner Bürgerinnen und Bürger sorgen. Dazu gehört eine Verringerung des Durchgangsverkehrs. Nur so werden Grundlagen geschaffen für eine lebenswerte und attraktive Ortsmitte.

Ein Kreisverkehr funktioniert und ist richtig. Eine lebenswerte Ortsmitte kann mit den richtigen Konzepten entstehen!

Der Bürgermeister muss richtig handeln. Er muss das beste Konzept verfolgen und keine drittbeste Lösung favorisieren.

Eine motivierte und hochkompetente Hochschule würde sich sicherlich freuen, ein solches Thema bearbeiten zu dürfen und z.B. im Rahmen einer Diplomarbeit entsprechende Lösungskonzepte zu erarbeiten.

Artikel aus dem Darmstädter Echo vom 19.12.2018:

20181219de41

Weitere Quellen und Infos zum Thema:

Kreisverkehre – Die besseren Kreuzungen (ZeitOnline, 3.1.2018)

Die Ampel als Auslaufmodell (Spiegel Online, 9.3.2011)

ADAC – Der Kreisverkehr (PDF)

Ist die Ampel ein Auslaufmodell? (NDR, Xenius, YouTube, 6.3.2017, ab Minute 21)

 

 

 

 

 

Die Fehler des Bürgermeisters und seine Illusionen

Bürgermeister Hennemann erklärt, sich bei dem Projekt Ortsmitte weit aus dem Fenster gelehnt zu haben

Im Artikel im Darmstädter Echo „Sehnsucht nach einer neuen Metzgerei“ vom 1.11.2018 erklärt Bürgermeister Hennemann zur Entwicklung des Einzelhandels seine Vorstellungen für Bickenbach (ECHO Artikel am Ende dieses Beitrages).

Er hofft auf eine Metzgerei und 3-4 Ladengeschäfte in dem geplanten Projekt der Schlossallee und erklärt: “wir haben uns bei dem Projekt ja sehr weit aus dem Fenster gelehnt“.

Sehr wohl! Er will auf eine Metzgerei hinwirken, meint die Kaufkraft der neuen Bewohner würde den Bestand einer Metzgerei sichern. Damit ein Einzelhandel in der Ortsmitte funktioniert, müssten die Bürger/innen allerdings auch in der Ortsmitte einkaufen. Bürgermeister Hennemann verkennt die Situation und macht bekannte Fehler.

Eine neu gestaltete Ortsmitte funktioniert nur und wird von den Bürger*innen nur dann angenommen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Diese Rahmenbedingungen hat die Gemeinde in der Vergangenheit nicht geschaffen. Solange es keine Aufenthaltsqualitäten gibt, wird sich kein gewünschter Einzelhandel in der Ortsmitte ansiedeln oder halten können. Solange die Politik nicht versteht, dass der Durchgangsverkehr mit ca. 16.000 Fahrzeugen am Tag eines der Hauptprobleme ist und der Verkehrskollaps in der Ortsmitte erst recht droht, wenn die geplante Bebauung in der Ortsmitte kommt mit ihrem zusätzlichen Verkehrsaufkommen, der Ein- und Ausfädelung  aus der Tiefgarage sowie der engen Längsparker, wird es kein Einzelhandel riskieren, in der Ortsmitte zu investieren. Bürgermeister Hennemann erwähnt das hohe Verkehrsaufkommen in der Ortsmitte nicht einmal, beklagt aber die fehlenden Parkplätze. Sein Vorgänger erklärte bei der Sanierung der Darmstädter Straße schon einmal, angesprochen darauf, dass Parkplätze vergessen wurden, dass an einer Bundesstraße keine Parkplätze errichtet werden dürften. Das war damals falsch und es war damals schon unüberlegt gehandelt worden.

Bürgermeister Hennemann verweist auf fehlende Parkmöglichkeiten. Es gibt durchaus gute Beispiele mit funktionierendem Einzelhandel in Orten und Kleinstädten ohne Parkmöglichkeiten unmittelbar vor den Geschäften. Das funktioniert aber nur, wenn ein Ort interessant ist, lebenswert und attraktiv. Herr Hennemann unterliegt einer Illusion, wenn er glaubt, das Problem durch 11 längs angeordnete  Parkplätze und einer Tiefgarage an der vielbefahrenen Hauptstraße lösen zu können. Die Stellplätze an der Straße werden Chaos und nicht Besucherfrequenz erzeugen, die der Einzelhandel benötigt. Dazu müssen andere Konzepte her. Auch sollte man nicht glauben, dass der Investor die Tiefgarage als öffentliche Tiefgarage baut. Konsumenten werden nicht in einer Tiefgarage parken, nur  um ein paar Brötchen oder Wurst einzukaufen, erst recht nicht, wenn das Parken in der Tiefgarage bezahlt werden müsste. Dass die erwähnten 3-4 Händler die Mieten für die Stellplätze in der Tiefgarage neben Ladenmieten auch tragen werden, ist eher unwahrscheinlich und ein weiterer Punkt, der zeigt, dass es mit dem Einzelhandel so nicht funktionieren wird.

Es benötigt ein anderes Konzept! Wenn der Bürgermeister ernsthaft an einer lebendigen Ortsmitte interessiert ist, muss er umdenken. Sich zu weit aus dem Fenster zu lehnen kann auch schief gehen!

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